Kanton plant Aushubdeponie in Gmünden

01.05.2013 | TPoscht online
deponie gmuenden

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Der Kanton Appenzell Ausserrhoden hat wegen der Tunnelvariante im Ortskern von Teufen die Planung einer Inertstoffdeponie in Teufen forciert. Die kantonale Deponieplanung zeigt in Gmünden hinter der ARA und östlich der Strafanstalt einen potentiellen Standort für eine Deponie, heisst es in einer Mitteilung des Departementes Bau und Umwelt.

Bedürfnis

Im Kanton stehen mittel- und langfristig einige Infrastruktur-Grossprojekte an. Allen voran die aktuellen Planungen für eine Tunnelierung der Appenzeller Bahnen im Ortskern von Teufen und für die Umfahrung Herisau. Diese Grossprojekte müssen vom Gesetz her eine Prüfung der Umweltverträglichkeit durchlaufen. Das heisst, es muss aufgezeigt werden, wie sich die Erstellung und der Betrieb des Tunnels auf die Umwelt auswirken.

Ein wichtiger Punkt für die Bewilligungsfähigkeit ist, die Materialbilanzen klar zu regeln, die Deponieplätze und die Transportwege aufzuzeigen und das Einhalten der Emissionsgrenzwerte nachzuweisen. Dazu ist ein bewilligter Deponiestandort zwingend notwendig. Es gilt also, das erforderliche Deponievolumen rechtzeitig bereit zu stellen.

Standort Gmünden

Im kantonalen Richtplan werden die Grundsätze und die Ziele im Umgang mit Inertstoffdeonien geregelt. Der Deponiestandort Gmünden ist im Richtplan als potentieller Deponiestandort aufgeführt. Das bedeutet, dass dieser Standort aufgrund einer ersten Vorprüfung keine offensichtlichen Ausschlusskriterien aufweist. Die Deponie kommt grossmehrheitlich auf die kantonseigene Liegenschaft der Strafanstalt Gmünden zu liegen.

Ein kleiner Teil des angrenzenden Grundstücks des Klosters Wonnenstein ist ebenfalls betroffen. Die Deponiefläche befindet sich hauptsächlich in der Landwirtschaftszone. Rund 7‘000 m2 dieser Landwirtschaftszone sind Fruchtfolgefläche. Etwa 15% der Deponiefläche sind Wald. Zudem liegt die Deponie in einer Landschaftsschutzzone. Die Gefahrenhinweiskarte zeigt eine geringe Gefährdung für Rutschungen aufgrund der Böschungsneigung. Damit bezüglich der Stabilität und auch der Naturgefahren keine Überraschungen auftauchen, wurde ein Geotechniker mit entsprechenden Untersuchungen beauftragt. Es zeigt sich, dass diesbezüglich keine Probleme zu erwarten sind.

Das Projekt

Die Deponie ist als reine Inertstoffdeponie vorgesehen. Inertstoffe sind gesteinsähnliche Materialien, die sich nicht an gefährlichen chemischen Prozessen beteiligen. Solches «sauberes» Aushubmaterial fällt bei Aushüben, Strassenbauarbeiten oder eben bei einem bergmännischen Tunnelvortrieb an. Das Schüttvolumen beträgt 330‘000 m3 und verteilt sich über eine Fläche von rund 44‘000 m2. Das ergibt eine mittlere Schütthöhe von 7.5 m.

Zusammen mit Spezialisten wurde eine möglichst landschaftsverträgliche Endgestaltung entworfen. Das Projekt sieht vor, dass die in nordwestlicher Richtung verlaufende Rippe verbreitert wird. So passt sich das neu gestaltete Terrain mit einer gebietstypischen Geländebewegung der umliegenden Landschaft an.

Die Schüttstelle ist nur gerade 200 m von der Kantonsstrasse Stein – Teufen entfernt. Die Zufahrt erfolgt über das Areal der ARA Teufen.

Etappierung und Realisierung

Das Projekt ist für Tiefbauprojekte der öffentlichen Hand reserviert und umfasst fünf Schüttphasen, welche sukzessive rekultiviert werden. Pro Phase wird mit einer Dauer von 4 – 5 Jahren gerechnet. Das heisst, dass insgesamt von einer Betriebsdauer von ca. 25 Jahren ausgegangen werden kann.

Es versteht sich von selbst, dass Abhängigkeiten von den angesprochenen Grossprojekten bestehen. Wird beispielsweise in Teufen ein Bahntunnel erstellt, so wäre in einem Zeitraum von drei Jahren ein Drittel der Deponie voll. Natur- und Landschaftsschutz Ökologische Ausgleichsmassnahmen sind als Ersatz für den Eingriff in die Natur fest eingeplant. Sie umfassen die Schaffung von Magerwiesen und Magerweiden, den Ersatz des Lebhags und die Neupflanzung standortgerechter, einheimischer Gehölze sowie eine zeitgemässe Aufforstung der gerodeten Waldfläche.

Stand der Planung

Das Projekt ist weit fortgeschritten. Die Gemeinde Teufen und das Kloster Wonnenstein wurden über das Projekt, die Zonenplanänderung und die Verfahren informiert und haben dazu Stellung genommen. Auch wurde das Projekt den Umweltverbänden vor Ort vorgestellt. In Kürze sollen die Zonenplanänderung und der Nutzungsplan der Regierung zur Genehmigung unterbreitet werden. Bei einem positiven Entscheid erfolgt anschliessend das Planauflageverfahren. In einer zweiten Phase, nach erfolgter Umzonung, wird bei der Gemeinde Teufen ein Baugesuch für die Errichtungs- und Betriebsbewilligung eingereicht. pd.

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