In die Uniform steigen

18.02.2023 | Timo Züst
Feuerwehr_Kurs_ADF1 (14)

Es ist der erste Kurs, den die neuen Rekruten der Feuerwehren absolvieren: der ADF 1. Er findet in und um Heiden statt. Mit dabei sind acht Rekruten der Feuerwehr Teufen Bühler Gais (TBG). Die TP hat bei den ersten Löschversuchen zugeschaut.

Das grösste der vier Feuer ist gleichzeitig das lauteste. Es zischt und brodelt. «Klingt wie eine voll aufgedrehte Fritteuse, oder? Das ist der Diesel.» Der Brandmeister hat mit seiner Kelle gerade etwas Isopropylalkohol nachgeschüttet. Diese leicht entzündliche Flüssigkeit wird hier am Brandposten genutzt, um die Feuer am Leben zu halten. Während den kleineren Feuern Holz und Wachs als «Substanz» dient, ist die grosse Bandschale zur Hälfte mit Wasser gefüllt. «Darauf schwimmt der Diesel.» An diesem Feuer üben die angehenden Feuerwehrleute aus Ausser- und Innerrhoden zum ersten Mal den Gebrauch des Feuerwehrschlauchs. Dabei geht es aber nicht in erster Linie ums Löschen. «Was ist dabei unser Ziel?» Die Frage von Instruktor Stefan Looser geht an eine Gruppe Rekruten. Sie absolvieren hier in und um Heiden den «ADF 1», die erste Ausbildung für Feuerwehrleute. Sie dauert drei Tag und ist vollgepackt mit praktischen und theoretischen Kurs-Blöcken. «Damit kühlen wir, damit wir nachher besser löschen können.» Die richtige Antwort kommt schnell. In der Theorie wissen sie bereits, wie das Löschen funktioniert. Nun folgt die Praxis.

Acht Neuzugänge für die TBG

«Das ist doch eine gute Sache. Man kann der Gemeinschaft helfen – und die Kameradschaft ist auch schön.» Louis Bischofberger ist mit seinen 19 Jahren einer der jüngsten Rekruten der TBG. Im Normalfall sind sie über 20 Jahre alt. «Heuer haben wir gleich zwei jüngere dabei. Solche Ausnahmen gibt es, wenn es gut passt», erklärt TBG-Kommandant Dominik Krummenacher. Er ist für die TP derzeit nur via Telefon erreichbar, da er am ADF 1 selbst als Klassenlehrer im Einsatz steht. Ob es passt, hat einerseits mit den körperlichen Voraussetzungen, aber auch mit der Einstellung zu tun. Und natürlich mit der Einsatzbereitschaft. Hier sind auch die Arbeitgeber gefragt. Louis Bischofberger absolviert die Zimmermanns-Lehre bei der Heierli AG und sagt: «Ich werde auf jeden Fall unterstützt. Die Feuerwehr hat in unserem Betrieb noch einen hohen Stellenwert.» Auch Anita Fuchs löscht hier heute zum ersten Mal für die TBG. Die 28-Jährige ist eine der acht neuen Rekruten. Sie ist der Feuerwehr beruflich schon sehr nahe. «Ich bin Rettungssanitäterin und unser Stützpunkt ist beim Depot in Teufen.» Dieses zusätzliche Engagement sieht sie deshalb als ideale Ergänzung – und als eine neue Herausforderung. Nach einigen Gesprächen mit den Rekruten ist klar: Eine übereinstimmende Motivation für den Eintritt in die Feuerwehr gibt es nicht. Das sagt auch Kommandant Dominik Krummenacher: «Wir haben alles: Faszination Feuerwehr, Freunde in der Truppe, Familientradition, Interesse an den Fahrzeugen etc.. Grundsätzlich ist das auch nicht entscheidend. Hauptsache, sie sind motiviert.» Für den zukünftigen Bestand der Feuerwehr Teufen Bühler Gais seien acht Rekruten eine gute Anzahl. Auch wenn es heute mehr Wechsel gibt als früher: «Häufigster Grund für einen Austritt sind Umzüge. Das gibt es halt, besonders bei Jungen. Aber gleichzeitig zieht manchmal ein bereits ausgebildeter Feuerwehrler zu uns.»

Die «Sauerei» verhindern

«Seht ihr? Das wollt ihr definitiv nicht in der Stube haben.» Die Gruppe um Stefan Looser hat gerade den Pulver-Feuerlöscher getestet. Zwar hat der weisse Nebel die Flammen innert Sekunden erstickt – das Pulver ist nun aber über mehrere Quadratmeter überall verteilt. «In einem Wohnhaus setzen wir das deshalb nur im Notfall ein.» Beim Brandposten lernen die Rekruten nicht nur die richtige Handhabung von Feuerwehrschlauch und Branddecke, sondern vor allem den Umgang mit den drei wichtigsten Feuerlöscher-Typen: Pulver, CO2 und Schaum. Sie alle haben Vor- und Nachteile. Generell gilt aber: Die nötige Wirkung erzielt man nur mit der richtigen Handhabung.  tiz

«Bist du bereit? Wäre cool, wenn du die Stichflamme erwischst. Dauert nur eine Sekunde.» Der Brandmeister warnt den Fotografen vor: Gleich kommt der traditionelle Abschluss des Brandpostens. Eine eindrückliche Demonstration für die Regel «heisses Öl nie mit Wasser löschen». Zum Glück löst die Kamera im richtigen Moment aus:

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