«Ich wünsche mir eine offenere Kirche»

23.02.2020 | Timo Züst
ABSTIMMUNG 27
Bundesraetin Doris Leuthard spricht waehrend einer Medienkonferenz zum Ergebnis der Atomausstiegsinitiative vom Sonntag, 27. November 2016 in Bern. (KEYSTONE/Thomas Hodel)
Doris Leuthard war für die CVP zwölf Jahre Bundesrätin. Hier bei einer Medienkonferenz zum Ergebnis der Atomausstiegsinitiative vom Sonntag, 27. November 2016 in Bern. (KEYSTONE/Thomas Hodel) Nächsten Sonntag kommt der bisher prominenteste Gast für das «Gespräch an der Kanzel» nach Teufen: die ehemalige Bundesrätin Doris Leuthard. Die TP hat sie eine Woche vorher gefragt: Wie hat Stefan Staub das geschafft? Und wie lassen sich Kirche und Politik vereinabren? Frau Leuthard, unser Diakon Stefan Staub hat für die Serie «Gespräch an der Kanzel» schon einige bedeutende Persönlichkeiten nach Teufen geholt. Aber Ihr Name war dann doch eine Überraschung. Wie hat er das geschafft? Diakon Staub ist eine äusserst engagierte Person mit viel Herzblut. Das hat mir imponiert und man darf nach der Bundesratszeit ja auch etwas zurückgeben … Sie waren für die CVP 12 Jahre im Bundesrat. Haben die christlichen Werte auf der grossen Politbühne überhaupt Platz? Eine Regierung hat sich an die Verfassung zu halten und darin sind jede Menge christlicher Werte enthalten! Ohne eine Wertehaltung kann man nicht glaubwürdig und verantwortungsbewusst handeln und entscheiden. Menschenwürde, Solidarität, Subsidiarität – gerade auf der internationalen Bühne entscheidende Werte. Sie zu respektieren, als Richtschnur zu nehmen, hilft. Mussten Sie auch Entscheidungen fällen, die sich nur schwer mit ihren persönlichen Werte- und Moralvorstellungen vereinen liessen? Es gab und gibt immer schwierige Fragen: Ich nehme die Fristenregelungsfrage, pränatale Diagnostik, Sterbehilfe, Ausschaffungen oder Kriegsmaterialexporte. Die Kirchen kämpfen seit Jahren um ihre Mitglieder. Haben sie ein Imageproblem? Oder passt der Glaube nicht mehr in unseren schnelllebigen Alltag? Wie viele Katholiken wünschte ich mir eine offenere, modernere Kirche, welche den Schritt zur Aufgabe des Zölibats und einer besseren Verankerung der Frauen in der Kirche wagt. Sie ist zu konservativ geblieben und verliert so an Rückhalt. Obwohl viele Menschen Orientierung, spirituellen Halt und Trost suchen. Die Zukunft hält für uns Menschen monumentale Herausforderungen bereit. Sie wissen genau, was es für entscheidende Veränderungen auf nationaler und internationaler Ebene baucht. Glauben Sie, dass wir schnell genug Lösungen finden und umsetzen werden? Die Schweiz ist für viele Herausforderungen gut gerüstet, weil wir in einer Demokratie leben, diskutieren und mitreden dürfen und gut informiert sind. Was fordert, ist das Tempo der Veränderungen, die neuen Technologien mit denen wir nicht vertraut sind und die Machtverschiebungen gegen Osten. Natürlich noch eine «Teufen-Frage»: Waren Sie vor Ihrem Besuch am 1. März schon einmal hier? Was ist Ihnen geblieben? Falls Nein: Was haben Sie schon über Teufen gehört? Ja natürlich! Etwa anlässlich des Präsidialjahres von Kollege Hansruedi Merz, wo wir sogar einen Apero mit der Bevölkerung erleben durften!

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