Hilfe vor Ort für Vertriebene der IS

20.10.2015 | Erich Gmünder
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Hilfskonvoi
Der Aufruf zur Unterstützung des Hilfsprojekts stiösst auf grosses Interesse. Fotos: Erich Gmünder

Ende März soll in Teufen ein Hilfskonvoi mit 60 Tonnen Hilfsgütern auf die fast 4000 Kilometer lange Reise in den Nordirak geschickt werden. Zwei  Millionen Menschen, die vor der Terrororganisation Islamischer Staat geflüchtet sind, leben dort unter prekären Bedingungen.

Organisiert wird der Konvoi von der katholischen Pfarrei Teufen-Bühler-Stein. Rund 30 Freiwillige trafen sich am Montagabend im Pfarreizentrum Stofel, um sich zu informieren, wie sie selber anpacken können, damit die Aktion Hilfskonvoi zu einem Erfolg wird.

Verfolgte Christen

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Stefan Staub und Hanspeter Ulli stellen das Projekt vor.

Pfarreileiter Stefan Staub, der die Aktion zusammen mit Pfarreirat Hanspeter Ulli sowie in enger Zusammenarbeit mit dem diplomatischen Repräsentanten der Autonomen Region Kurdistan, Dr. Fauzi Kaddur, lanciert hat, schilderte die Situation vor Ort.

Unter den Flüchtlingen in Nordirak befinden sich viele vertriebene Christen, die vor der Gewalt der Terrororganisation Islamischer Staat IS aus Syrien und Irak ins Gebiet der Autonomen Region Kurdistan geflohen sind. Das junge Staatsgebilde zählt 5 Mio. Einwohner und 2 Mio. Flüchtlinge (laut Wikipedia), die in Zelten leben und einem ungewissen Schicksal entgegensehen. In Kurdistan leben sie unbehelligt von ihren Schergen, sorgen doch die Peschmerga, wie die kurdischen Streitkräfte heissen, für ihre Sicherheit.

Flüchtlingselend in Dahuk

Eines der UN-Flüchtlingscamps befindet sich in Domiz, nahe Dahuk, der drittgrössten Stadt der Region. Nach den Worten von Pfarreileiter Stefan Staub ist hier von der internationalen Hilfe wenig zu spüren und Kurdistan mit der Situation überfordert. Am stärksten leiden Kinder, darunter viele, welche ihre Eltern verloren haben. Einzig eine örtliche Organisation kümmert sich um die Flüchtlinge.

Zwei Sattelschlepper voller Hilfsgüter

Hier wollen die Katholiken von Teufen-Bühler-Stein ansetzen. Mit einem Hilfskonvoi sollen nächstes Frühjahr vor allem Kleider, Schuhe und Matratzen, aber auch Spielsachen und Hygieneartikel  ins Land gebracht werden.

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4000 Kilometer und 36 Fahrstunden entfernt: Das Ziel in Dohuk.

Ziel ist die Entsendung von zwei Sattelschleppern mit rund 60 Tonnen Hilfsgütern, welche im Ende März in Teufen auf die 14-tägige Reise starten sollen. In Domiz werden sie von einer vorausgereisten Gruppe von Freiwilligen aus Teufen und Umgebung empfangen, die unter Führung von Dr. Fauzi Kaddur, dem in Niederteufen lebenden diplomatischen Repräsentanten der Autonomen Region Kurdistan dort für die Verteilung der Hilfsgüter sorgen.

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Monika Kaddur, die Frau an der Seite des kurdischen Vertreters, kennt das Gebiet aus vielen Besuchen und gab viele wertvolle Tipps. Sie wohnt mit ihrem Mann in Teufen.

Hilfe vor Ort

Hanspeter Ulli, Pfarreirat aus Stein, schilderte zuerst die Gefühle der Wut und Ohnmacht, die einen angesichts des Flüchtlingselends im Nahen Osten befallen. Mit der Aktion Hilfskonvoi könne aber nun konkret vor Ort geholfen werden, auch wenn dies vielleicht nur ein Tropfen auf einen heissen Stein sei.

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Diese Gruppe sammelte Ideen für die Organisation der Sammelstelle.
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Eine weitere Gruppe befasste sich mit der Medienarbeit.

Der Funke sprang an diesem Abend auf die Freiwilligen über. Nach einem einführenden Referat wurden die einzelnen Aufgaben in Gruppen diskutiert und ein Grobkonzept für die Logistik und Medienarbeit erstellt. Einerseits geht es darum, die Bevölkerung in unserer Region für die Hilfe vor Ort zu sensibilisieren und für Sach- und Geldspenden zu  gewinnen.

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Das Pfarreizentrum Stofel wird sich ab Januar in ein Sammelzentrum verwandeln, wo die Kleiderspenden entgegengenommen, kontrolliert und für den Transport konfektioniert werden.

Erich Gmünder

 

Weitere Informationen und Hilfsangebote: Kath. Pfarramt, Postfach 125, 9053 Teufen, Tel. 071 333 13 52 oder via Mail an stefan.staub@kath-teufen.ch

Die Autonome Region Kurdistan

Das Gebiet der autonomen Region Kurdistan liegt im Norden des Irak und besteht aus den Gouvernements Sulaimaniyya, Erbil, Dahok und Halabdscha. Die Region grenzt an drei Staaten: im Westen an Syrien, im Norden an die Türkei und im Osten an den Iran.

Die Autonome Region verfügt eine eigene Regierung und ein eigenes Parlament mit Sitz in der Hauptstadt Erbil sowie über eigene Streitkräfte (Peschmerga), hat eine eigene Flagge und eine Hymne.

(Quelle: Wikipedia)

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