Hecken-Idyll?

04.01.2024 | Nerina Keller
gaffa_zeughaus (11)
Dario Forlin, Linus Lutz, Lucian Kunz und Wanja Harb sind Gaffa. Im Zeughaus sind auch ihre Fanzines zu sehen. Fotos: nek
Dario Forlin, Linus Lutz, Lucian Kunz und Wanja Harb sind Gaffa. Im Zeughaus sind auch ihre Fanzines zu sehen.

Nerina Keller

Wer ins Zeughaus kommt, sieht grün. Das Kollektiv Gaffa hat eine Ausstellung aufgebaut, die zwischen dem 28. Oktober und dem 28. Januar zu sehen ist. Am Eingang der Ausstellungsfläche steht eine Wand. Eine Hecken- Wand, genauer gesagt. Was zuerst vielleicht ein bisschen irritiert, macht dann vor allem neugierig. Was kommt wohl dahinter?

Fanzine kreieren

Am 7. Januar (14 bis 17 Uhr) findet im Zeughaus ein Workshop zum Thema «Fanzine» statt. Dabei handelt es sich um kreative Mini-Magazine oder «Kleinst-Publikationen». Ziel des Workshops ist es, seine eigenen «Fanzine» zu gestalten. Der Kreativität sind dabei keine Grenzen gesetzt. Anmeldung an info@zeughausteufen.ch.

Genau diese Frage sollen sich Besuchende auch stellen. «Wenn man in der Ostschweiz aufwächst, sind Hecken Alltag, Realität. Niemand kommt an ihnen vorbei.» Für die Mitglieder des Kollektivs, die in der Umgebung aufgewachsen sind, eine Kindheitserinnerung. «Sie nehmen aber auch ganz viel Raum ein und weg. Das Privateigentum dahinter ist abgeschottet und nicht mehr zugänglich.» Die Hecke im Zeughaus soll gewissermassen dasselbe machen. Öffentlichen (Ausstellungs-) Raum wegnehmen.

Ein paar Einblicke gibt es dann trotzdem. Zwischen Kunstrasen und Terrassenfliesen aus Holz stehen eine hübsche Rattan-Lounge und ein stattlicher Grill. In einem anderen Raum gibt es – nebst dem obligaten englischen Rasen – einen Mähroboter und einen feinsäuberlich aufgerollten Gartenschlauch. Alles in allem steht man aber doch vor verschlossener Tür. Das «Herzstück» der riesigen Hecke ist ein Hauseingang. Wer dahinter wohnt und was sich dort so abspielt, bleibt der Fantasie überlassen. Auch das Schild am Briefkasten gibt keinen Hinweis: «M. Bernasconi, wie bei der Post.» Ein Phantom, ein Platzhalter.

«Saaltext und Konzept geben immer so schnell eine Richtung an. Unsere Ausstellung soll aber neutral sein. Wie die Hecke.» Das erklärt Wanja Harb. «Alle Besuchenden sollen sich selber ihre Gedanken machen und spüren, was die Hecke bei ihnen bewirkt.» Für Gaffa ist die Ausstellung eine Feststellung, ein Aufzeigen von Tatsachen. «Wir wollen weder argumentieren, noch politisch sein.» Das einzige Ziel sei eine Plattform für mögliche Auseinandersetzung. Zur Ausstellung gibt es eine Kurzgeschichte, die von Autor Arnon Grünberg verfasst wurde. «Und eine Infotafel, auf der ersichtlich ist, woher all die Ausstellungsgegenstände kommen: der Robidog, der Stromkasten oder der Hydrant», ergänzt Linus Lutz. Soviel vorweg: So gut wie alles kann nach der Ausstellung zurückgegeben werden. «Ausser der Hecke, die haben wir gekauft.» In der Schweiz sei es unbezahlbar, so eine zu mieten. Gaffa hat eine Weile nach einer schönen, leuchtend grünen Hecke gesucht. «In Holland konnten wir eine kaufen. Was damit nach der Ausstellung geschieht, ist noch offen. Vielleicht bauen wir sie dann einfach an einem anderen Ort auf.»

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