Gut gewürfelt

14.02.2020 | Timo Züst
Backgammon (8)
Für Backgammon bleibt beim Jubiläumsfest eigentlich keine Zeit. Aber für eine kurze Foto-Runde reicht es dann doch.

Timo Züst

Backgammon ist eines der ältesten Brettspiele der Welt. Die Mischung aus Strategie- und Glückspiel hat es auch einer Gruppe Frauen aus Teufen angetan. Seit 25 Jahren treffen sie sich regelmässig zu Spiel, Gespräch und Spass. Ein Besuch bei der Jubiläumsfeier.

«Ich empfehle allen jungen Frauen, so einen Club zu gründen.» Brigitte Camen ist in ausgelassener Stimmung. Heute haben sie und ihre Vereinskolleginnen etwas zu feiern: das 25-jährige Jubiläum ihres Backgammon-Clubs. Auch wenn der Club streng genommen bereits etwas älter ist. Denn gegründet wurde er am 24. November 1994. Wie viele gute Geschichten beginnt auch diese mit einem Zufall. Und schlechtem Wetter. Im Februar 1994 trafen sich Brigitte Camen und zwei andere Frauen überraschend in Lech in Österreich – sie verbrachten dort alle gleichzeitig die Skiferien. Wegen eines Schneesturms waren sie an einem Tag aber zum Stubenhocken verdammt. «Wir fanden ein Backgammon-Brett und beschlossen kurzerhand, mit unserem Männern ein kleines Turnier zu organisieren.» Der Gewinner erhielt eine WC-Papier-Rolle, der Verlierer einen Prosecco. Das Spiel hatte den Frauen so viel Spass gemacht, dass daraus die Idee eines Backgammon-Clubs (BGC) entstand. Im November wurde der Verein schliesslich gegründet, mit fünf Frauen. «Danach hatte jede den Auftrag, eine Mitspielerin zu finden. Wenn sie in die Runde passte, wurde sie in den Verein aufgenommen.» Die Anzahl der Spielerinnen hat sich in den vergangenen 25 Jahren nie stark verändert. Noch heute treffen sich die 13 Frauen jeden dritten Dienstag zum Reden und Spielen im «Anker». Das heutige Jubiläum wird aber in der «Frohen Aussicht» gefeiert. Denn hier fanden die ersten Treffen des BGC statt. «Dieser Ort birgt für uns viele süsse Erinnerungen.»

Spiel statt Sieg

Die einheitlichen, pinken T-Shirts mit der Aufschrift «Love, Fun, Backgammon» können nicht darüber hinwegtäuschen, wie unterschiedlich die Frauen sind. «Wir setzten uns aus fünf Nationen zusammen und der Altersunterschied der Jüngsten zur Ältesten beträgt 25 Jahre», bestätigt dann auch die Präsidentin Brigitte Camen. Die Leidenschaft für Backgammon verbindet sie. Aber das ist nicht alles: «Während unseren Treffen reden wir über alle Aspekte des Lebens. Vieles, was eine der Frauen gerade durchmacht, hat eine andere schon erlebt. So können wir uns gegenseitig unterstützen.» Damit dieser soziale Austausch nebst dem Spiel nicht zu kurz kommt, treffen sich die Frauen jeweils um 19 Uhr. Dann wird eine Stunde geplaudert und gegessen. Erst danach gilt es «ernst». «Früher haben wir ab und zu noch an Turnieren teilgenommen. Aber das war uns irgendwann zu verbissen.» An solchen Backgammon-Turnieren war ihr Frauen-Team die grosse Ausnahme. Und für ihre männlichen Gegner stand der Sieg im Vordergrund. «Mittlerweile spielen wir nur noch untereinander. Das ist gemütlicher», sagt Brigitte Camen. Denn ihnen sagt das Spiel so sehr zu, weil es die richtige Mischung zischen Taktik und Glück beinhaltet. Der Spass soll nicht zu kurz kommen. Aber auch dabei geht es um mehr als bloss die Ehre.

Ausflüge und Weihnachtsessen

Der BGC hat für das Auffüllen der Vereinskasse eine geniale Methode entwickelt: Es wird um Geld gespielt. Die Verliererin muss aber nicht etwa die Gewinnerin bezahlen, sondern den geschuldeten Betrag in die Kasse geben. «Natürlich, eigentlich verschieben wir das Geld nur. Aber so haben wir immer ein bisschen etwas in der Kasse», sagt Camen schmunzelnd. Und dieses Geld brauchen sie auch. Denn die Frauen spielen nicht nur Backgammon. Einmal pro Jahr wird ein Städtetrip organisiert. Zuletzt waren sie in Stockholm. Aber auch in München, Hamburg oder Zürich waren sie schon zu Gast. Andere feste Programmpunkte sind der Olma-Besuch und natürlich das Weihnachtsessen. «Das ist besonders unseren Männern wichtig.» Denn die Backgammon-Frauen laden ihre Männer jedes Jahr zu einem festlichen Weihnachtsessen ein. Bezahlt wird das Ganze aus der Vereinskasse. «Nur schon deshalb könnten wir den Club nicht aufgeben. Das würden uns die Männer nie verzeihen.»

25 Jahre BGC

Für die Feier hat die ehemalige Wirtin Erika Bösch ihr Lokal noch einmal geöffnet. Als Jubiläumsgeschenk für den Backgammon-Club. Die Infrastruktur des Restaurants wird aber auch dringend benötigt. Denn die Frauen werden heute von den Männern des Kochclubs «Die fröhlichen Vierjahreszeiten» verwöhnt. Und deren Anstrengungen werden gelobt: «Das Essen ist exzellent!» Vor und nach dem Essen wird natürlich über die vergangenen 25 Jahre sinniert. Dazu gehört auch ein Fotobuch, in dem die vielen Abenteuer des Clubs festgehalten sind. Schöne Erinnerungen zum Durchblättern. Aber wie bleibt ein solcher Club über so viele Jahre so treu und aktiv? «Ich denke, die Grundlage ist, dass man zusammenpasst, direkt, offen und ehrlich ist. Aber auch dann gibt es immer wieder kleine Problemchen. In solchen Fällen braucht es eine Person, die die Stimmung etwas beruhigen kann. Und ganz wichtig: Immer aktiv bleiben. So hat man immer etwas, auf das man sich freuen kann.»

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