Gret Zellweger: «Kunst kommt von Können ...»

06.03.2012 | Erika Preisig-Studach
Gret KuL_he Metall2

Von Erika Preisig

Den Kopf voller neuer Eindrücke und Erfahrungen, kehrt Gret Zellweger jeweils von ihren Auslandreisen, den Besuchen von Kunstausstellungen und von den Bergen zurück in ihre Kunstwerkstatt. Das Appenzellerland, die Kühe, der Alpstein, alles ist ihr seit Kindsbeinen vertraut. Und doch, durch das Fremde, das Andere, das sie erlebt hat, wird ihre Wahrnehmung für das Typische, das ganz und gar Eigene ihrer Heimat geschärft und fliesst ein in ihr Werk. Dabei genügen ihr die wenigen Sujets aus der bäuerlichen Welt.

Mit ihnen spielt sie, wie Clown Dimitri, seit Jahren dasselbe Programm in immer neuen Variationen. Erzeugt durch die Eigenschaften des Materials, der Farben oder der Bewegung, erscheint das Werk jeweils in einem anderen Licht. Da treten dann ihre eigenen Visionen hervor, autonome Bilder ihrer Welt.

Kindheit

Eine behütete Kindheit auf dem elterlichen Bauernbetrieb im Farnbüel.

Links im Bild die ca. 6-jährige Gret, zusammen mit Puppen, Bär, Hund Zottli und den Geschwistern Häsi und Frieda. Später kommen noch Käthi und Heidi dazu. Zeichnen und Malen gehören schon damals zu ihren Lieblingsbeschäftigungen.

Kursbesuche

Neben ihrer beruflichen Tätigkeit als PTT Angestellte, bis 1970 als letzte Posthalterin auf der Schwägalp und zehn weiteren Jahren als Büroangestellte für die Säntisbahnen, besucht Gret viele Kurse. Und bereits während der Lehre weilt sie oft an der Heimatwerkschule in Richterswil, wo sie sich Ornamentik- und Möbelmalerei aneignet. Sie wird Hilfsleiterin und führt selber Kurse durch.

Hier ca. 1968 in Teufen mit Kursteilnehmerin Dora Walser (Bild).

Ab 1969 drei längere Aufenthalte in den USA mit Kursen diverser drucktechnischer Fertigkeiten an der «Silvermine School of the Arts» in Connecticut.

Holzschnitte

Mit ihren Holzschnitten findet Gret ihren eigenen Ausdruck. «Ich will nicht einfach farbige Bildli machen, sondern eine andere Linie in meine Darstellung bringen, die mich von der Volkskunst des letzten Jahrhunderts unterscheidet. Ich will zeigen, dass Volkskunst auch anders umgesetzt werden kann, um lebendig zu bleiben.» 1980 wagt sie den Schritt in die Selbständigkeit.

Garten-City Zürich

Im Auftrag der Ernst-Hohl-Kulturstiftung gestaltet sie 2009 für die Ausstellung Garten- City in Zürichs Innenstadt zwei Riesenblumentöpfe mit aus altem Blech gelaserten Kuh- und Silvesterchlausmotiven.

Atelier an der Hechtstrasse

1984 ist ein entscheidendes Jahr: Kauf des Hauses Nr. 8b an der Hechtstrasse mit einer Remise und dem originellen Dachboden als Ausstellungsräume, dazu ein geräumiges Atelier. Im Sommer zeigt Gret im Foyer des Stadttheaters anlässlich des 19. Eidg. Jodlerfestes erstmals in einer grösseren Ausstellung ihre Holzschnitte und Gemälde.

«Hofkünstlerin der Bergwirte»

Aus der Möbelmalerei heraus entwickelt Gret ihre charakteristische Handschrift. Glückwünsche und Gedichte auf Karten, Jutesäcken, Holztafeln. Und als «Hofkünstlerin der Bergwirte» beschriftet sie die Fassaden der Wirtshäuser im Alpstein, gestaltet Speisekarten und Tischsets, von denen immer wieder neue Kreationen entstehen. Das erste Set, 1992 erschienen zum 50-Jahr-Jubiläum des Bergwirtevereins, hat bis 2009 eine Auflage von 1,2 Mio. Exemplaren erreicht.

Auftragsarbeiten

Unzählige Auftragsarbeiten fordern sie immer wieder heraus, z.B. das Hexenhaus auf der Waldegg, das Logo «Appenzeller Fleisch», der Bär für die Aktion St. Gallen bärenstark und das Plakat für Appenzeller Alpenbitter.

Kühe, Kühe, Kühe ….

Bodenständig, virtuos, lebensfroh, leicht melancholisch oder ganz zart im Ausdruck:

Die beiden Beispiele von Gret Zellwegers Kühen illustrieren die Vielfalt ihres Schaffens von 1980 –2011.

 

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