

Vergangenen Sonntag feierte die Katholische Kirche Stofel in Teufen ihr 50-Jahr-Jubiläum. Nach dem feierlichen Einzug heisst Diakon und Pfarreileiter Stefan Staub die Gottesdienstbesucher sowie den Festprediger Pater Martin Werlen herzlich willkommen. Er freut sich auf sein Mitfeiern, seine Predigt und hofft, dass er alle Anwesenden etwas aus dem gemütlichen Kirchenbank herauskitzelt. Ein besonderer Gruss gilt Pastor Andrji Monakov, welcher den langen Weg von der Ukraine ins Appenzellerland auf sich genommen hat. Für die musikalische Umrahmung des Jubiläumsgottesdienstes sorgten der Trompetensolist Michael Neff und Simon Meier am E-Piano. Zusammen mit dem Kirchenchor unter der Leitung von Ramona Künzli verlieh die passende Musik dem Gottesdienst einen feierlichen Klang und lud teilweise zum Mitsingen ein.
Zunächst blickt der Diakon mit ein paar Worten auf die letzten 50 Jahre der Kirche St. Johannes der Täufer zurück. Nach der Eröffnung des Gottesdienstes durch Pfarrer Albert Wicki folgt ein persönliches Grusswort von Pater Martin Werlen, ehemaliger Abt des Klosters Einsiedeln, Buchautor und heute Prior der Probstei St. Gerold im Vorarlberg. Martin Werlen freut sich, zum ersten Mal in seinem Leben Gast im Appenzellerland zu sein und dankt für die Einladung zu diesem Festtag. Es sei eine Bereicherung, dass Andrji Monakov aus Kiew unter uns sei, da er direkt von der Not der Menschen aus der Realität berichten könne.
Anschliessend wendet sich Frau Pfarrerin Andrea Anker an die Festgemeinde. Besonders dankt die evangelische Pfarrerin Albert Wicki und Stefan Staub für die Einladung und überbringt die Glückwünsche der evangelischen Pfarrgemeinde. Sie betont, dass man zur Ökumene Sorge tragen soll und überreicht als Geschenk einen Schlüssel für die evangelische Kirche Teufen als Symbol, dass die Kirche für die Katholiken jederzeit zugänglich sei. In diesem Sinne wünscht sie alles Gute und freut sich auf die weitere, gemeinsame Zukunft.



Mit dem Spruch «Nicht immer ist der schnellste Zug der schnellste nach Hause» von Martin Werlen leitet Stefan Staub zur Predigt über und übergibt dem Festprediger das Wort. Er habe das Appenzellerland nur vom Hörensagen gekannt. Über KI ist er auf die Fronleichnamsprozession gestossen. In der Annahme, dass dies bei uns gross gefeiert wird, merkte er bald, dass dies nur in Appenzell Innerrhoden so richtig zelebriert wird. Er spricht zu der Gemeinde, dass das Geheimnis von Fronleichnam mit uns verglichen werden kann. Alle haben den Auftrag, Christus in die Welt zu tragen und vergleicht die Gläubigen mit einer Monstranz. Er fordert die Festgemeinde auf, Fronleichnam täglich zu leben, so werde Glaube zu Begegnung mit Gott und seiner Schöpfung. So legt er der Festgemeinde sehr provokativ ans Herz: geht nicht mehr in die Kirche! Bei der Taufe geht man in die Kirche, danach lebt man Kirche! Der Gang in die Kirche wird damit keine Pflichtübung, es soll eine Freude und Ermutigung sein. Er schliesst seine Worte mit der Botschaft: «Wer im Glauben unterwegs ist, dem weitet sich das Herz.»
Ein weiteres Highlight im Rahmen der 50-Jahr-Feierlichkeiten der Kirche Stofel war die gleichzeitige Vernissage zur Ausstellung zeitgenössischer sakraler Bilderkunst mit Werken des Teufner Malers Peter Egloff im Anschluss der Feierlichkeiten. In seinen Bildern verbindet er biblische und spirituelle Motive mit Landschaften, Menschen und Alltagsszenen aus dem Appenzellerland. So entstehen überraschende Begegnungen zwischen Glaubenstradition und regionaler Lebenswelt. Die Ausstellung ist bis Samstag, 6. Juni, täglich von 08.00 bis 18.00 Uhr im Pfarreizentrum Stofel geöffnet. Der Eintritt ist frei.
Der Pfarreileiter dankt allen Beteiligten für die wertvolle Mitgestaltung des Jubiläumsgottesdienstes sowie das zahlreiche Erscheinen der Festgemeinde und übergibt das Wort an seinen Kollegen aus der Ukraine.
Zum Schluss richtet Andrji Monakov ein Grusswort an die Kirchgemeinde Teufen und überreicht ein interessantes Buch von seinem Vaterland. Darin sind viele schöne Plätze, Städte, Flüsse, Gebäude abgebildet. Die Bilder stammen aus der Zeit vor Kriegsbeginn und erstrahlen leider nicht mehr in ihrem Glanze. Er dankt sehr herzlich für die Unterstützung der Kirchgemeinde Teufen und verspricht, dass sie weiterhin kämpfen werden, dies seien keine leeren Worte. Mit seinem Segen wird der Gottesdienst beendet.
Erfreulich viele Mitfeiernde sind der Einladung zum anschliessenden, grosszügigen Apéro draussen vor der Kirche gefolgt. Bei traumhaftem Wetter und vielen verschiedenen Köstlichkeiten bot sich die Gelegenheit, sich auszutauschen und gemeinsam auf das Jubiläum anzustossen.
