«Gemsli» bald ohne Restaurant

20.05.2022 | Timo Züst
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Ramon und Marcella Sturzenegger-Tanner wollen sich auf das Kerngeschäft des «Gemsli» konzentrieren. Foto: tiz Der 5. Juni ist der letzte Betriebstag des Restaurants «Gemsli». Marcella und Ramon Sturzenegger-Tanner wollen sich auf das Kerngeschäft konzentrieren: die Bäckerei, Konditorei und Confiserie sowie Apéros. Der Entscheid verschafft ihnen dringend nötigen Freiraum – leicht war er trotzdem nicht.

Öffnungszeiten, Brunch und Terrasse

Die Sonnenterrasse ist an schönen Tagen weiterhin als Selbstbedienungsterrasse geöffnet. Der beliebte Gemsli-Brunch gibt es jeweils am 1. Sonntag im Monat als Box zum Mitnehmen. Gleichzeitig wird das Snack-Angebot (Mittag etc.) vergrössert. Die Öffnungszeiten werden per 5. Juni folgendermassen angepasst: Montag, Donnerstag und Freitag: 6:30 bis 17:30 Uhr Dienstag: 6:30 bis 13:30 Uhr Mittwoch Ruhetag Samstag: 6:30 bis 16 Uh Sonntag: 7:30 bis 16 Uhr
Eigentlich ist die Restaurant-Schliessung ein logischer Schritt. Die Gastronomie-Einnahmen machen nur rund einen Fünftel des Umsatzes des «Gemsli» aus. Kerngeschäft sind der Verkauf im Laden und die Apéros. Trotz dieses geringen Umsatz-Anteils generiert das Restaurant einen grossen Arbeitsaufwand. Die Argumente sind bestechend. Marcella und Ramon Sturzenegger-Tanner haben trotzdem mit dem Entscheid gerungen. «Das Restaurant ist nach wie vor beliebt. Vor allem die Mittage und Brunchs laufen sehr gut. Und wir wissen, dass die Schliessung einige Gäste enttäuschen wird.» Aber den jungen Eltern und Geschäftsführer wird auch viel Verständnis entgegengebracht – vor allem von den Stammkunden. «Einige kommen jeden Tag vorbei. Sie sehen den enormen Arbeitsaufwand. Und können den Schritt deshalb nachvollziehen», so Ramon Sturzenegger. Natürlich hätten sie auch über eine Anpassung der Öffnungszeiten oder eine ‘abgemagerte’ Gastronomie-Form nachgedacht. Aber: «Wenn wir etwas machen, dann richtig und mit Herzblut. So halb halb ist nicht unser Ding», so Marcella Sturzenegger-Tanner. Mehr Flexibilität Das «Gemsli» hat eine lange Geschichte. Schon im Jahr 1893 wurde hier Brot gebacken. Zwischen 1984 und 1985 bauten Rösli und Peter Wick das Gemsli um. Damals entstanden auch das Restaurant und die vergrösserte Backstube darunter. Fast 20 Jahre später kamen die Sturzeneggers ins «Gemsli»: Rita und Albert. Die beiden arbeiten heute noch hier – zum Glück. «Die Personalsuche ist momentan eine riesige Herausforderung. Das betrifft die Gastronomie und die Backstube. Entsprechend dankbar sind wir für meinen Eltern, die den Betrieb genauso gut kennen wie wir», sagt Ramon Sturzenegger. Er und Marcella führen das «Gemsli» seit August 2017. Seit drei Jahren sind die beiden nicht mehr allein: Die kleine Elina ist 3 und Lia ist 1 Jahr alt. «Mehr Zeit als Familie verbringen zu können, hat bei der Entscheidung natürlich auch eine Rolle gespielt», so Marcella Sturzenegger. Aber, da machen sie sich nichts vor: Auch ohne Restaurant gibt es noch mehr als genug zu tun. Trotzdem hat der Wegfall der Gastronomie grosse Vorteile. «Wir sind deutlich weniger gebunden. Zum Beispiel können ich und mein Vater so am Mittag in der Backstube bleiben. Und auch die Sonntage werden etwas ruhiger.» Ein Corona-Entscheid? «Ein Schnellschuss ist das nicht. Wir wussten schon lange, dass wir eine Entscheidung fällen müssen», sagt Marcella Sturzenegger-Tanner. Die Lockdowns während Corona waren zwar auch für das «Gemsli» eine unschöne Erfahrung. Sie brachten aber auch eine neue Perspektive. «Am wichtigsten ist und bleibt für uns die Qualität. Das gilt für die Produkte, den Laden und die Kundenbetreuung. Ohne Restaurant können wir darauf den Fokus legen – und Neues entwickeln.» Ausserdem ist die Corona-Pandemie für die Gastronomen noch längst nicht vorbei. Nicht nur das «Gemsli» hat Mühe Personal zu finden. «Das hört man derzeit überall.» Eine Verpachtung oder Vermietung des Restaurants sei indes nicht zur Diskussion gestanden. Dafür fehlt der Platz. «Ausserdem teilen sich Gastro, Backstube und Laden diverse Räume und Flächen. Das hätte schlicht nicht funktioniert», so Ramon Sturzenegger. Der fehlende Platz ist im «Gemsli» sowieso schon länger ein Problem. Deshalb soll aus dem Restaurant nun Lager-Fläche werden. «Damit verschaffen wir uns gleich doppelt Luft und gewinnen hoffentlich auch wieder neue Energie für alles andere. Darauf freue ich mich sehr», sagt Marcella Sturzenegger-Tanner. tiz

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