Fremdes …, Vertrautes …, Balance…

02.12.2014 | TPoscht online
Andrea Giuseppe Corciulo
Andrea Giuseppe Corciulo
Andrea Giuseppe Corciulo vor Bildern aus seiner jüngsten Serie «Fieldtrip» in seinem Atelier in St.Gallen. Ob diese wohl einen Bezug zum Neujahrsblatt haben? Foto: SZ

Der gebürtige Niederteufener mit italienischen Wurzeln erhielt den diesjährigen Auftrag der Lesegesellschaft. Das Werk bleibt bis zur Vernissage verhüllt. So wünscht es der Vorstand der Lesegesellschaft.

Die Eltern Corciulo wanderten aus Italien ein. Ihr Sohn Andrea wurde 1972 «in der fremden Schweiz» geboren und wuchs mit seinen zwei Brüdern in unserer Gemeinde auf. Er besuchte die Grundschule in Niederteufen und Teufen, danach die Kantonsschule in Trogen. Schon in der 2. Sekundarschule gründete er mit Freunden die Band «Loge» und trat im Schulhaus Hörli zum ersten Mal als Musiker auf.

Mit der späteren Band «Monoblond» spielte Corciulo am Openair St.Gallen sowie auf vielen Bühnen im In- und Ausland. 2001 hörte er mit seinem Musikerleben auf. Bereits zuvor bildete sich Corciulo 1994 bis 1998 an der Zürcher Hochschule der Künste zum Zeichnungslehrer aus. Im Anschluss an sein Studium arbeitete er während zehn Jahren als freischaffender Künstler und machte in dieser Zeit Atelieraufenthalte in Rom und Paris, sowie weltweite Reisen.

Heute lebt und arbeitet Corciulo in St.Gallen. Er ist verheiratet mit Gabriella Tundo, welche als Künstlerin selber Bilder malt. Sie sind glückliche Eltern eines Mädchens und eines Jungen. Seit 2010 unterrichtet Andrea Corciulo am Vorkurs für Jugendliche an der Schule für Gestaltung St.Gallen.

«Fremdsein» als Grundthema

Zufällig begegnete Corciulo 2005 in Rom einem Einwanderer aus Senegal, der erst seit einer Woche in Italien war. Ziel seines damaligen Projektes war es, mit illegal eingewanderten Afrikanern in Kontakt zu treten und sie um ein Lied aus der Heimat zu bitten. Und der Senegalese erwies sich als begnadeter Musiker mit einem eigenwilligen Gesangsstil. Diese Begegnung hinterliess einen tiefen Eindruck und hatte zur Folge, dass Corciulo sich malerisch mit Hexerei und Aberglaube in Afrika auseinandersetzte.

Der Bildzyklus wurde später im In- und Ausland in verschiedenen Ausstellungen gezeigt. «Sicherlich bedingt durch meine fremden Wurzeln und später durch meine Reisen in alle Kontinente war und bin ich konfrontiert und interessiert am Fremden und am Fremdsein. Das Zusammenfügen von Fremdem und Bekanntem ist zentrales Thema in meiner Arbeit. Das Kontrastreiche, sich Aufreibende ermöglicht neue Sichten und Ansichten …».

«Ich beschäftige mich intensiv und lange mit einem Thema, gehe in die Tiefe, z.T. jahrelang und danach ist der Abbruch radikal, die Möglichkeiten scheinen erschöpft, ein anderer Zugang drängt sich auf. Zerstören, neue Risiken eingehen ist Teil des kreativen Prozesses und manifestiert sich oft durch mehrfaches Übermalen der Bilder».

Tiefgründige Verrätselungen

Bereits 1995 waren Bilder von Corciulo im Ausland zu sehen, nämlich in Japan. Seither hat der Künstler seine Bilder in rund 40 Einzel- und Gruppenausstellungen weltweit gezeigt. Die gezeigten Werkzyklen haben immer einen persönlichen Bezug zum Künstler. So z.B. die 2009 in der Kunsthalle Arbon gezeigte Serie «When the world was woken», die auf Filmstills (Standbilder) basiert, die im Geburtsjahr (1972) des Künstlers entstanden sind. Später arbeitete Corciulo an stark reduzierten Collagen, wobei das Minimum, nämlich zwei scheinbar unpassende Sujets über- und ansatzweise nebeneinander geklebt wurden.

Corciulo setzte diese Collagen in Malerei um und zeigte sie 2010 in der Ausstellung «Congrès international de folklore» in der Galerie Paul Hafner in St.Gallen. Bei den neuesten Werken «Fieldtrip» (2013 Kultur im Bahnhof, St.Gallen) beginnt Corciulo direkt, ohne vorgängige Skizzen mit der Malerei auf der Leinwand. Der Malprozess benötigt viel Zeit, manchmal 2 Jahre. Der Stil ist abstrakt und sehr farbig. Im Sinne einer weiteren Umkehrung malt der Künstler zum Schluss, in sehr kurzer Zeit, ein reales Sujet ins Bild, meist ein Tier, oft einen Vogel, sinnbildlich für das Flüchtige, das Wilde und die Freiheit in der Kunst.

Soviel sei verraten: Das Neujahrsblatt 2015 hat mit der Gemeinde Teufen und mit Balance zu tun, Vogel hat es keinen …

www.andreacorciulo.com

Präsentation in der Bibliothek

Am Samstag 6. Dezember um 11 Uhr wird der Künstler das Neujahrsblatt 2015 in der Gemeindebibliothek «enthüllen». Ein Neujahrsblatt kostet wie gewohnt 100 Franken. Nächste Ausstellung: Vadian Bank St.Gallen, 11. Dez. Vernissage. Bis Ende Januar 2015.

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