Fredy Gmünder: "Meine Vision vom Tunnel unter Teufen"

11.01.2015 | TPoscht online
countdown 7 fertig

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Am 18. Januar 2015 punkt elf Uhr schliessen die Urnen, und rund eine Stunde später ist das Resultat ausgezählt. Im “Final Countdown” zählen wir rückwärts und beleuchten jeden Tag einen Aspekt der Abstimmung oder lassen jemanden zu Wort kommen – lassen Sie sich überraschen!

20141108 vernissage fredi gmuender (77)

Heute hat Fredy Gmünder das Wort. Der Teufner (Lebens-) Künstler und Alltagsphilosoph, dessen Mini-Kunstwerke zurzeit in der Wohngemeinschaft 60plus ausgestellt sind, hat für uns den Zeichenstift auf die Seite gelegt und seine Fantasien in Worte gefasst:

v i s i o n i e r e n

1. als Vision entwerfen

Zukunftsperspektiven entwerfen

2. vorhersehen

3. Filme oder Videoaufn. anschauen/begutachten

Der auslöser zu dieser vision war ein artikel in der heutigen appenzeller zeitung, über ein auto der zukunft. Mercedes hat da ein auto vorgestellt, das ohne fahrer auskommt, selbständig das ziel erreicht, während sich die fahrgäste anderen dingen zuwenden können.

Und wir,  wir rutschen da mit unserem bähnli immer noch auf den eisenstangen herum und verlochen unmengen an geldern in einen tunnel unter dem dorf. „Verlochen“ ist bei diesem unterfangen ja ein wunderbares wort, denn es gibt ja ein grosses loch, nicht nur in der erde – auch im gemeindebudget.

So, und wenn wir es schon nicht vermeiden können, oder einfach noch nicht so weit in der zukunft sind, sollten wir wenigstens einen tunnel bauen, der etwas abwirft. Genau so wie unsere wirtschaft funktioniert, nämlich: kein geschäft ohne gewinn.

Und so sieht meine vision von einem tunnel aus, den man touristisch und gesellschaftlich nutzen könnte:

So fährt unser bähnli in der zukunft durch einen ferrari-bernstein-saal nach teufen hauptbahnhof.

Unterirdisch gibt es einen riesigen, von säulen getragenen saal, in dem ferraris und andere luxusautos in verschiedenen lagen in bernstein eingegossen sind. Für alle zeiten konserviert und als andenken an ein feudalistisches zeitalter, als es noch fossile antriebsmöglichkeiten gab.

Denn, wir sollen ja auch an zukünftige generationen denken. Man stelle sich bloss diese freude und glücksgefühle vor, wenn – vielleicht in 500’000 jahren – per zufall archäologen auf diesen bernstein-saal mit voll erhaltenen autos, (hä, was ist denn das?), stossen.

Man müsste halt schon noch ein paar kanister benzin miteingiessen, so dass sie dann die autos auch bewegen könnten.

Und für die heutigen menschen, die durch diesen saal fahren? Staunen: oh!, und: so was! Und vielleicht auch kopfschütteln.

Und dann wäre es eine wunderschöne metapher: so nah und doch so fern. Denn die meisten von uns können sich niemals ein so teures auto leisten, auch wenn wir zwölf stunden am tag im graben pickeln.

Und das weitere schöne daran: es ist auch für die, die das geld haben, nicht mehr erreichbar. Eingeschlossen und für alle zeiten konserviert. Und so fahren wir dann immer wieder staunend an diesen objekten vorbei und trauen unseren augen – … und unserem verstand nicht mehr.

Fredy Gmünder

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