Förderung für alle, nicht für wenige

04.03.2014 | TPoscht online
Begabtenfoerderung schule landhaus

Begabtenfoerderung schule landhaus

Die Tüüfner Poscht hat in den letzten Ausgaben über das Projekt „Universikum“ berichtet, das sich der Förderung begabter Kinder annimmt. Dabei konnte der Eindruck entstehen, dass kleine Genies auf Kosten der „normalen“ Schüler speziell gefördert oder gezüchtet werden.

Das ist nicht der Fall, sagt Schulleiter Oliver Menzi: Förderung ist weder einer kleinen Gruppe vorbehalten noch ein einmaliges Unterfangen, sondern gehört heute zum schulischen Alltag.

Oliver Menzi
Oliver Menzi ist Schulleiter im Landhaus. Foto: zVg.

Das Projekt «Universikum» fördert Kinder von der 3. bis 6. Klasse in einer Gruppe ausserhalb des Klassengefüges. Förderung findet auch innerhalb der Klassen statt. Die Lehrpersonen erarbeiten zusammen mit den Schulischen Heilpädagoginnen verschiedene Lernangebote, welche die Schülerinnen und Schüler möglichst dort abholen, wo sie stehen. Ein Einblick in die Praxis der verschiedenen Stufen macht sichtbar, wie moderner Unterricht umgesetzt wird:

Förderung im Kindergarten

Für die Kinder des ersten Kindergartenjahres gilt es zunächst, Gruppenerfahrungen machen zu können, sich an einen geregelten und strukturierten Betrieb zu gewöhnen, den Kindern ermöglichen, sich von zu Hause zu lösen. Das Spielen hat im Kindergarten einen hohen Stellenwert. Viele Angebote sind individuell auf die Entwicklungsstände der Kinder zugeschnitten. Eine viel praktizierte Möglichkeit ist das Anpassen der Sozialform. Während Phasen der Einzelarbeit erhalten Kinder, die schneller und gut unterwegs sind, mehr oder schwierigere Aufgaben. Förderlektionen bei der Schulischen Heilpädagogin werden einzeln oder in Kleingruppen geführt.

Spezielle Lektionen zeichnen den Kindergarten aus. Während des Waldmorgens wird die soziale Kompetenz in grösseren Gruppen, die Hilfsbereitschaft, das Aushandeln – kurz – die empathische Kompetenz gefördert. Bei Besuchen in der Gemeindebibliothek kann sich jedes Kind nach seinen eigenen Bedürfnissen und Interessen bedienen. In einer Bewegungslandschaft im Turnen stellen sich die Lernenden nach ihrem Können und Mut den Herausforderungen.

Mit dem Einsatz des Lehrmittels «Lezus – Von der Lauterfassung zur Schrift» werden Kinder des zweiten Kindergartenjahres systematisch auf die Schriftsprache und damit auf den Übertritt in die Primarschule vorbereitet. Das Mathematiklehrmittel «Einstern» ermöglicht den Kindern, selbständig in den Bereichen «Formen», «Farbe» und «Zahlen» zu arbeiten. Im «Freispiel» werden den Lernenden Angebote wie Regel-, Konzentrations-, Strategie- und weitere Lernspiele unterbreitet. Auch mittels Konstruktion einer Chügelibahn oder Bauen mit Lego- sowie Kappla-Bausteinen findet im Bereich des räumlichen Denkens individuelle Förderung statt.

Förderung in der 1. / 2. Klasse

Auch in der Schuleingangsstufe sind sich die Lehrpersonen und Schulischen Heilpädagoginnen bewusst, dass die Kinder bei Schuleintritt entwicklungsmässig bis zu drei Jahren auseinander liegen. Die ersten zwei Schuljahre werden als Schulentwicklungsjahre mit einem Stufenziel angesehen. Die Erfahrung zeigt, dass die Kinder für ihre Entwicklungsschritte Zeit brauchen.

Frühleser/-innen und Frührechner/-innen werden mit genügend Zusatzmaterial bedient. In Werkstätten zu verschiedenen schulischen Themen gibt es Posten mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Ansprüchen. Im Lesetraining in der 2. Klasse arbeitet jedes Kind individuell und in seinem eigenen Tempo am Leseprogramm. Weiter betreut die Schulische Heilpädagogin die «Zahlenforschergruppe», ein Angebot für starke Rechner/-innen.

Individualisierender Unterricht in der 3. – 6. Klasse

Durch individualisiertes Lernen wird jedes Kind innerhalb seiner Klasse berücksichtigt. Das Arbeiten an unterschiedlichen Aufgaben, Aufgaben nach Interessensschwerpunkten und Leistungsvermögen, das Arbeiten mit unterschiedlichen Lehrbüchern und Lernmaterialien zeichnen den individualisierenden Unterricht aus. Bei der Differenzierung wird zwischen verschiedenen leistungsstarken Gruppen unterschieden.

Enrichment (Anreicherung) ist eine Unterrichtsgestaltung, die mit Hilfe von Differenzierung und Individualisierung den unterschiedlichen Begabungen aller entgegenkommt. Mit Enrichment wird bezweckt, Lernende zu intensiver, eigenständiger Arbeit anzuregen.

Compacting ist eine Methode, mit deren Hilfe der Lernstoff für einzelne Kinder verkürzt werden kann. D.h. die Schülerinnen und Schüler dürfen Stoff auslassen, den sie bereits beherrschen. In der gewonnenen Zeit können sie sich intensiv ihren Interessen widmen. Dies kann im oder ausserhalb des Fachbereichs geschehen.

Projektarbeit hat in dieser Stufe einen hohen Stellenwert. Ausgangspunkt für projektartige Unterrichtsformen sind ein bestimmtes Problem und damit verbundene Fragestellungen. In einem Arbeits- und Lernprozess werden möglichst selbständig Lösungen erarbeitet. Charakteristisch ist hier also das problemlösende Lernen.

Mit der Werkstattarbeit wird ein bestimmter Themenbereich des Lehrplans inhaltlich in kleinere Abschnitte aufgegliedert und im Klassenzimmer an aufgebauten Stationen oder Posten präsentiert. Die Lernenden verweilen so lange alleine, zu zweit oder in kleinen Gruppen an einzelnen Posten, wie es ihre individuelle Lösung der Aufgabe erfordert.

Oliver Menzi, Schulleiter Landhaus

 

ARCHIV

Universikum Präsentation (4)

“Universikum” – Das Pilot-Projekt Begabungsförderung

Schüler präsentierten spannende Arbeiten. weiterlesen…

 | 28. 01. 2014 | NewsSchulen | Keine Kommentare |

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Begabungsförderung an der Schule Teufen. weiterlesen…

 | 4. 01. 2014 | NewsSchulen | Keine Kommentare |

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