«Fallt mit Danken, fallt mit Loben»

07.03.2015 | Erika Preisig-Studach
Schnetzler Tüüfner Bär
Schnetzler Tüüfner Bär
2012, Kirche Oberglatt. Bach: Motetten und Sinfonias aus Kantaten. Foto: Erika Bänziger

Weggefährtinnen und Weggefährten von Wilfried Schnetzler aus der Bach-Kantorei, der Kirche und der Musikschule fallen – ganz nach Johann Sebastian Bach – ein in einen mehrstimmigen Chor. Die Stimmen drücken ihre Verbundenheit aus mit dem Geehrten und freuen sich über die Wertschätzung der Gemeinde für seine jahrzehntelange Arbeit im Dienste der Musik.

2) Schnetzler Galakonzert 2007 Musikschule msam
Proben für das Galakonzert 2007 der Musikschule Appenzeller Mittelland msam. Fotos zVg

Die Musikschule

Roland Bieri war Präsident der msam von 1995–2002:
Während meiner Zeit als Präsident des Zweckverbandes «Musikschule Appenzeller Mittelland» habe ich Wilfried Schnetzler nicht nur als begabten Musiker, sondern auch als gewieften Manager und Organisator kennen gelernt. Bereits in den 80er-Jahren hat er einen PC in der Administration eingesetzt und sich autodidaktisch ein umfangreiches Wissen auf diesem Gebiet angeeignet. Bald schon gestaltete Wilfried Schnetzler eigenhändig die Website für die msam, lange bevor das Internet in jedermanns Alltag Einzug hielt. Als Organist war er stark der Tradition verpflichtet, als Schulleiter aber stets auf dem neuesten Stand der Entwicklung.

Käthi Wirth unterrichtet seit 30 Jahren Querflöte an der msam:
Wilfried hat mir persönlich viele neue Impulse vermittelt. Die Weiterbildungen mit Gerhard Wolters waren sehr prägend für die Musikschule. Es waren animierende Kurstage, es wurde unter den Lehrern viel gelacht, bei den musikalischen Spielen gewetteifert und es kam Bewegung ins Team. Wie überhaupt unter Wilfrieds Leitung die Entwicklung neuer Unterrichtsformen, vom Einzel- zum Gruppenunterricht bis hin zum gemeinsamen Musizieren in Ensembles und Bands sehr gefördert wurde.

Elisabeth Stingelin, pensionierte Blockflötenlehrerin msam:
Von der Gründung bis zu seiner Pensionierung führte Wilfried die Musikschule mehr als professionell. Professionell hat er die Lehrerschaft bei den Behörden vertreten und ebenso verlief die Integration der Musikalischen Grundschule in die Volksschule. Er hat jedoch auch uns Musiklehrer/-innen unsere Professionalität zugestanden und Vertrauen in unseren Unterrichtsstil gehabt, sodass wir zu einem homogenen Lehrkörper zusammenwuchsen. Langjährige, gute und freundschaftliche Zusammenarbeit war die Folge.

Irene John, seit 1994 Sekretärin an der msam:
17 Jahre durfte ich an der Seite von Wilfried Schnetzler die Geschicke der Musikschule administrativ unterstützen. Wilfried Schnetzler war ein Alleskönner mit Schwerpunkt Musik. Er programmierte selbständig ganze Module für Buchhaltung und Schüleradministration. Wenn die Elektronik versagte, reparierte er sie gleich selber. Neue Computer installierte er über Nacht. Musikalische Projekte setzte er, zusammen mit seinem motivierten und engagierten Lehrerteam, mit grossem musikalischem und pädagogischem Fachwissen um. Dass die msam heute so gut aufgestellt ist, ist mitunter das Ergebnis der persönlichen und uneigennützigen Leistung von Wilfried und seiner Ehefrau Johanna, die ihm immer den Rücken frei hielt und oft auch tatkräftig mithalf.

1) Schnetzler an der Orgel
Wilfried Schnetzler – der Kirchenmusiker. Foto Erich Gmünder

Der Kirchenmusiker

Elke Hildebrandt teilt mit Wilfried Schnetzler die Organistenstelle der Evang. Kirchgemeinde:
Immer wieder bin ich voller Bewunderung für Wilfried Schnetzlers virtuoses Orgelspiel, der Leichtigkeit und dem fast Tänzerischen seiner Interpretationen. Als die Bach Kantorei für das Brahm`sche Requiem probte, begleitete ich den Chor auf der Orgel. Eine grosse Herausforderung für mich. Wilfried hatte meine Noten mit vielen bunten Zetteln voller Anmerkungen versehen, auf die ich zu achten hatte. Vor lauter Bäumen sah ich kaum noch den Wald, doch habe ich auch wunderbarst profitiert und das gemeinsame Musizieren sehr genossen. Ich denke, wenn Johann Sebastian Bach im Himmel Wilfrieds Orgelspiel lauscht, tanzt er vor Freude

Verena Hubmann, Pfarrerin Evang. Kirchgemeinde Teufen:
Für mich ist die Musik, gerade auch die Orgelmusik, ein tragender Teil jedes Gottesdienstes. Wort und Musik ergänzen sich. Wilfried versteht es meisterhaft, mit seinem Orgelspiel die Grubenmannkirche zum Klingen zu bringen. Nach gehaltener Predigt kann ich jeweils zurück lehnen und mich von der Musik beschenken lassen; das erfüllt mich jedes Mal mit grosser Dankbarkeit.

Die Kirchenvorsteherschaft der Evang.-ref. Kirche Teufen:
Der Tüüfner Bär ! Wir freuen uns sehr über die grossartige Ehrung, die unser langjähriger Organist Wilfried Schnetzler dieses Jahr von Seiten der Gemeinde entgegen nehmen darf.

Gottlieb Höpli, pensionierter Chefredaktor St.Galler Tagblatt und Orgelschüler:
Logisch, dass man auf den Hausherrn der schönen Metzler-Orgel in der Grubenmann-Kirche kommt, wenn man in Teufen einen Orgellehrer sucht. Und so hilft nun Wilfried Schnetzler dem klavierspielenden Schreibmenschen, sich mählich an das Niveau eines gottesdiensttauglichen (Laien-)Kirchenmusikers heranzutasten. Er ist ein strenger, schnörkelloser, ganz auf gründliches Werkverständnis und auf eine adäquate Interpretation ausgerichteter Lehrer. Der seinen Schüler aber doch auch immer dort abholt, wo er steht, und ihn von dort aus fördert und fordert. Trotzdem ist der Unterricht bei Wilfried alles andere als eine nüchterne Angelegenheit: Johann Sebastian Bachs grandioses Orgelwerk bringt uns beide auf dem Teufner Orgelbänkli immer wieder ins Staunen und Schwärmen!

Schnetzler Tüüfner Bär 2
25 Jahre Bach-Kantorei. Probewochenende h-Moll Messe, 14. November 2010

Die Bach-Kantorei

3. Schnetzler Konzert 2008
2008. Bach, 2 Kantaten und Messe in g-Dur mit Manuel Walser als Solisten

Manuel Walser Die Sängerkarriere des Teufner Baritons führt steil nach oben:
Ich erinnere mich sehr genau an mein erstes Konzert mit Wilfried. Es war die Bachkantate «Lobe den Herren» mit der Kantorei, und ich durfte als Elfjähriger als einziges Kind im Chorsopran mitsingen. Zum ersten Mal erlebte ich die Faszination, Teil einer grossen musikalischen Gemeinschaft zu sein. Dieses Gefühl wiederholt sich zum Glück in meinem Beruf heute immer wieder. Ich bin Wilfried sehr dankbar, dass er mir damals diese Aufgabe zugetraut und mir damit die Türe in eine wunderbare Welt geöffnet hat.

Hanspeter Michel Chorsänger und Präsident der Bach- Kantorei:
Ich wusste bereits vor unserem Zuzug nach Teufen, dass ich bei Wilfried Schnetzler in der Bach-Kantorei singen wollte. Ich erkundigte mich per E-Mail bei Wilfried, wann ich «einsteigen» könne. Innert 24 Stunden hatte ich eine Antwort samt Probendaten, das Couvert mit dem Notenmaterial war bereits per Post unterwegs! Ich lernte Wilfried in den vergangenen sechs Jahren als sehr professionellen und fordernden Musiker und Chorleiter kennen. Diese hohen Ansprüche, die er an uns Chorsängerinnen und -sänger stellte, stellte er jedoch immer vorab auch an sich selbst. Und dieser Anspruch, stets eine Topleistung zu erbringen, spornte uns an und bescherte uns unvergessliche musikalische Höhepunkte …

5) Schnetzler1985Geburtsstunde Bach-Kantorei
8. Dezember 1985: Die Geburtsstunde der Bach-Kantorei mit dem Weihnachts-Oratorium 1-3.

Lilli Jäger Chorsängerin der ersten Stunde:
Wenn Wilfried mit uns ein neues Werk in Angriff nahm, hatte er es für sich ganz genau erarbeitet. Schritt für Schritt lernten wir all die Besonderheiten und Schönheiten der Komposition kennen und lieben. Ich habe Werke, welche ich in einem andern Chor mitgesungen hatte, ganz neu erlebt. Die Texte von Bachwerken sind uns vom heutigen Sprachempfinden her manchmal eher fremd. Ich habe Dirigenten erlebt, die sich darüber lustig gemacht haben. Wilfried hat sich immer bemüht, den sehr engen Bezug von Wort und Komposition aufzuzeigen und auch aus dem Verständnis der Entstehungszeit heraus zu musizieren.

6) Schnetzler Telemann Lukas Passion
Hauptprobe Telemann, Lukas-Passion, 1988

Elisabeth Stingelin Chorsängerin:
Egal welche Musik wir mit Wilfried in der Bachkantorei einüben, stets spürt und erlebt man seine grosse Liebe zur Musik. Feilen, bis der Kern, der Glanz der Musik hörbar wird, lautet sein Credo. Transparent und tänzerisch und immer der Aufführungspraxis verpflichtet soll die Musik erklingen

4) Schnetzler Probe H-Moll Messe in Rheinau
Eine Flasche Wein von Reto Cuonz vom «Ensemble la fontaine» für die 25-jährige Zusammenarbeit mit der Kantorei. Klosterkirche Rheinau 2011, Proben h-Moll Messe

Reto Cuonz, Cellist und Gründer des «ensemble la fontaine». Die Musiker des Spezialisten der historischen Aufführungspraxis:
Zusammen mit Wilfried und seiner Bach-Kantorei durften wir bei 14 Projekten mit insgesamt 35 Konzerten mitwirken. Wilfried war in der ganzen Ostschweiz der absolute Pionier für die Aufführungspraxis mit historischem Instrumentarium. Die herzliche Gastfreundschaft und die reibungslose Organisation schätzten wir sehr. Ein Engagement in Teufen war ein bisschen wie nach Hause kommen, so vertraut wurden wir uns im Laufe der Zeit. Unsere Zusammenarbeit war geprägt durch die gegenseitige Wertschätzung. Sie bildete den Humus für das gemeinsame, lustvolle Musizieren auf hohem Niveau.

Notiert: Erika Preisig

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