"Es kommt, wie es kommen muss"

07.01.2015 | TPoscht online

„Lassen wir das Auto häufiger stehen und gehen statt dessen zu Fuss oder nehmen das Velo“, wünscht sich der Gemeinderat. Das wäre möglich, doch werden die kantonalen Ämter kaum einer Tempo-30-Zone auf der Hauptstrasse und den Zubringern zustimmen, dafür kennen wir die Hoheit des Kantons gut genug.

Unser Dorfplatz ist seit etwa 40 Jahren am 31. Dezember als Treffpunkt der Silvesterchläuse  touristischer und wirklicher Dorfplatz. Hans Höhener sei Dank. Während den übrigen 364 Tagen dient er vorwiegend als Parkplatz sowie ab und zu dem Bauernmarkt, doch weitere Aktionen sind mir nicht bekannt. Er kann nicht intensiv touristisch genutzt werden, denn es gibt nichts Sehenswertes. Selbst die Grubenmannkirche und die paar alten Häuser hat man mittlerweile gesehen. Das wird so bleiben. Der Dorfplatz für die Bevölkerung ist ein Denken des 19. Jahrhunderts, als man sich dort zum Schwatz oder zum Wasser holen getroffen hat.  Wenn nicht Autos durchrollen oder Schüler in die Schule gehen oder dorthin gefahren werden, sind die Dorfplätze der ganzen Schweiz mehr oder weniger leer. Das verlockt natürlich dazu, der Eisenbahn  als Tram wie in Zürich oder Bern doppelten Platz einzuräumen. Die Doppelspur kommt mit garantiert sich kreuzenden Zugskompositionen. Denn wenn sich die Züge nicht im Bereich der Doppelspur kreuzen, ist der Kreisel am Bahnhofplatz doppelt so lange blockiert. Den Erläuterungen der Verkehrsplanerin und der AB traue ich nicht. Man müsste z.B. den Fahrplan Appenzell – St. Gallen demjenigen von St. Gallen nach Appenzell gegenüberstellen, um feststellen zu können, wo wann gekreuzt und wie lange wo gesperrt sein wird. Diese Gegenüberstellung ist in den Unterlagen und Folien nicht zu finden.

Bahn weg von der Strasse war Jahrzehnte lang das Ziel. Die AB hat alles daran gesetzt, die ehemalige Strassenbahn durch eine Eisenbahn zu ersetzen, die der Rhätischen Bahn entsprach.  Die für die Weiterführung der Umfahrungsstrasse Richtung Speicher erstellten Baulinien wurden dem Sportplatz und anderen Bauten geopfert. Der Verkehr muss nun über den Bahnhofkreisel geführt werden. Weil es gerade so in die Visionen der Bahnverantwortlichen und ÖV – Lobbyisten passt, preist man die Doppelspur und die Linienführung auf der Strasse als die Zukunftslösung an, weil es in Zürich auch geht und in Teufen einst die Tunnellierung abgelehnt wurde. Dass aber in Zürich das Halten des Trams wegen eines parkierenden Autos beinahe 2‘000.- Franken kostet, davon spricht niemand. Dass das Parkieren quer zum Bahngeleise nicht mehr zulässig ist, davon redet niemand. Dass eine Parkierung nur noch in Längsrichtung und Fahrtrichtung des Zuges möglich sein wird, ist Tatsache. Und weiterhin wird jeder Reisende im schmalen AB-Tram den Sitz neben sich mit Taschen und Mappen und Rucksäcken belegen, weil man ja in St. Gallen einkauft. Daran wird auch der Viertelstundentakt nichts ändern. In Zürich ist es der 6-Minuten-Takt und deshalb ist ein städtisches Tram nicht mit dem AB-Tram durch Teufen zu vergleichen.

Die Forderung der Verantwortlichen von Bahn, Kanton und Gemeinde, den Tunnel abzulehnen und damit der Planung der Doppelspur grünes Licht zu geben, grenzt an Nötigung der Stimmbürgerinnen und Stimmbürger. Der Grund liegt darin, dass das Eisenbahngesetz keine Rücksicht auf die Meinung der Bevölkerung nimmt, sondern nur regelt, wie deren Geld verpulvert werden kann. Das wird auch in Zukunft so bleiben. An ein Miteinander glaube ich aus Erfahrung nicht. Seit meiner Zeit im Gemeinderat (1981 – 1992) diskutieren Kanton, Gemeinde und AB, dass die Bahnhofkreuzung bei weitem nicht dem Eisenbahngesetz entspricht. Für die Sicherheit wurde aber nicht das Geringste unternommen. Ausser, dass hie und da ein Lokführer pfeift wie wild und aus dem Fenster Verwünschungen in die Gegend ruft. Der Bau der Durchmesserlinie zeigt, wie sorglos die AB mit Steuergeldern umgeht. Wer etwas dagegen hat, wird als Reaktionär bezeichnet.

Sollen wir also bedenkenlos der Tunnellierung zustimmen, um ein Debakel im Dorfbereich zu vermeiden ? Nein. Ich lehne den Tunnel ab, denn ich bin als Steuerzahler nicht bereit, dem ÖV nebst der Finanzierung durch die Bundes- und Kantonssteuern auch noch Gemeindesteuern abzugeben. Lehnen wir die Tunnellierung ab, werden wir eher früher als später das Debakel im Dorfbereich ertragen müssen, bis bei einer kurzen Sperrung der Umfahrungsstrasse die Durchmesserline und der Autoverkehr über Stunden still stehen werden. Die Velofahrer verklemmen sich dann in den Schienen und die wenigen Fussgänger schlängeln sich zwischen den rauchenden Auspuffen durch. Dann nützt dem AB-Tram auch das Klingeln und Fluchen nichts mehr. Eine neue Kommission wird gebildet, um das nicht vorhersehbare Verkehrsproblem zu lösen. Wie immer in der Politik werden die Verantwortlichen dazu aufrufen, nur nach vorne zu schauen und Nägel mit Köpfen zu machen. Wer dagegen war, war ja sowieso gegen die Zukunft und Entwicklung der reichen Gemeinde, wo einige Steuerzahler zusammen den Tunnel mit links vorfinanzieren könnten. Wie hat doch der amtierende Baudirektor einmal im Kantonsrat gesagt : „Leserbriefe lese ich grundsätzlich nicht“. Vielleicht liest meinen Kommentar jemand – und wenn nicht, hat der vorherige Baudirektor gesagt : „Es kommt, wie es kommen muss“. Die AB weiss schon wie.

Paul Grunder
Bächli 2

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