





Monica Dörig
Es war eine fröhliche Versammlung: Am Samstagnachmittag nahmen 78 Mitglieder und einige Gäste an der Mitgliederversammlung der Spitex Rotbachtal in der «Krone» in Gais teil. Das Präsidium wurde mit einer jungen Familienfrau aus Bühler neu besetzt. Zum gut gelaunten Ausklang trugen auch das Kuchenbuffet und lüpfige Musik des Trios Tüüfner Gruess bei.
Der scheidende Präsident, Andy Winkler, führte wie gewohnt mit flotten Sprüchen durch die Versammlung, assistiert von Geschäftsführer Roman John und den Vorstandsmitgliedern Ferdy Mettler (Gais), Hanspeter Michel (Teufen) und Jeannine Walser (Bühler). Sie wurde als neue Präsidentin vorgeschlagen und einstimmig mit viel Applaus gewählt. Andy Winkler war zunächst als Gaiser Gemeinderat Vorstandsmitglied gewesen; vor vier Jahren übernahm er das Präsidium. In der Coronazeit habe er den Geschäftsführer und das herausgeforderte Personal besonders unterstützt, erzählte Jeannine Walser in ihrer Dankesrede. Die Zufriedenheit der Kunden sei ihm über alle Jahre das Wichtigste gewesen, ebenso die Wertschätzung für die Mitarbeitenden. Andy Winkler habe aktiv die Strategie 2025 vorangetrieben. «Wir haben viel gearbeitet, viel erreicht und viel gelacht.»
Wechsel im Vorstand
Nachdem sich abzeichnete, dass Roman John 2024 in Pension gehen wird, hat Andy Winkler beschlossen, anlässlich der turnusmässig alle zwei Jahre stattfinden Erneuerungswahlen heuer seinen Rücktritt einzureichen. Jeannine Walsers Motivation, das Präsidium zu übernehmen gründetet in der guten Zusammenarbeit des Vorstands, wie sie sagte. Die Pflegefachfrau und Familienfrau scherzte, sie habe keine Lust gehabt, einen neuen Präsidenten von aussen vorgesetzt zu bekommen. Mit den verbleibenden Vorstandsmitgliedern an ihrer Seite, sei sie zuversichtlich, die Aufgaben meistern zu können.
Abgesehen vom Präsidium, das die Mitgliederversammlung wählt, konstituiert sich der Vorstand selber. Vizepräsident wird Fredy Mettler, Einwohnervertreter aus Gais, der nach eigener Aussage ein Teamplayer ist und gern im Hintergrund wirkt. Das Aktuariat übernimmt Hanspeter Michel, Teufener Einwohnervertreter von Walter Zähner, laut Andy Winkler «unübertroffener Protokollant», der ebenfalls demissioniert hatte. Auch der Vertreter der Gemeinde Teufen, Marco Sütterle ist zurückgetreten, da er sein Amt als Gemeinderat abgibt. Ersatz für ihn wird nach den kommunalen Gesamterneuerungswahlen bestimmt.
Dem Vorstand gehören ausserdem für Gais Gemeinderätin Doris Oetiker und für Bühler Gemeinderat Stefan Heer an. Der Platz der Bühlerer Vertretung ist nach der Wahl von Jeanine Walser vakant, man hoffe darauf, die Lücke bald schliessen zu können, sagte Andy Winkler, der die Mitglieder ermunterte bei der Suche nach einer geeigneten Person mitzuhelfen und darüber hinaus neue Mitglieder zu werben.
Spitex im Trend
Langjährige Mitarbeiter geehrt
Aktuell zählt die als Verein organisierte Spitex Rotbachtal 907 Mitglieder, im Vorjahr waren es noch 928 gewesen. Der Jahresbeitrag bleibt mit Einverständnis der Versammlung bei 30 Franken. Mitglieder bekommen dafür Ermässigung bei Anfahrtskosten des Hauswirtschaftsdienstes oder bei der Miete von Hilfsgeräten wie Rollatoren. Zudem haben sie Stimmrecht an der jährlichen Versammlung, die jeweils mit Zvieri und Unterhaltung aufwartet.
Dass Mitarbeitende 15 Jahre bleiben, beweise die Qualität des Betriebes, sagte Roman John. Er freute sich Oliver Marmilich für seine 15-jährige Mitarbeit zu ehren und Kurt Schedler für fünf Jahre Mitarbeit. Der diplomierte Pflegefachmann HF hat massgeblich am Aufbau der psychiatrischen Betreuung im Rahmen der Spitex Rotbachtal mitgewirkt. Manchmal nimmt er seinen Hund Sämi mit zu Besuchen. Als «Brückenbauer», schaffe er es Menschen zu motivieren das Haus zu verlassen oder er bringe einfach Freude in ihren Alltag. Oliver Marmilich war als Mann vor 15 Jahren noch ein «Exot» für die Kundschaft. Es gelang ihm, ihr Vertrauen zu gewinnen und Akzeptanz. Als ehemaliger Mitarbeiter der Palliativstation im Kantonsspital St.Gallen kann er wertvolle Erfahrungen ins Team der Spitex Rotbachtal einbringen, erzählte Roman John. So erfuhren die Gäste nicht nur von Bilanz und Statistiken, sondern auch manche Begebenheit aus dem Arbeitsalltag.
Mehr Kunden in Bühler
Während dir Traktanden abgehandelt wurden, gab es immer wieder Grund zu lachen. Die Rechnung schliesst mit einem Verlust von 3100 Franken nach Zuweisungen an den freien Fonds in der Höhe von 25511 Franken (im Vorjahr betrugen diese 20952 Franken). In diesen Fonds fliessen Spenden und Zuwendungen mit dem Zweck, die Mittel für wohltätig und gemeinnützig zu verwenden. Der abtretende Präsident gab seiner Dankbarkeit Ausdruck, dass die Spitex so viel Wohlwollen erfährt. An Mitgliederbeiträgen konnten 26 970 Franken verbucht werden, im Vorjahr 27 510 Franken. Die öffentliche Hand steuerte total 850 033 Franken bei; dabei handelt es sich um die Restkostenfinanzierung durch Gemeinden und Kanton. Die Gemeindebeiträge errechnen sich aus der Anzahl Patienten und Patientinnen: Teufen zahlte 2022 488 436 Franken, die Gemeinde Gais 245 017 Franken und die Gemeinde Bühler 104 624 Franken. In Bühler haben sich die Einsätze im Vergleich zum Vorjahr nahezu verdoppelt.
Genug qualifiziertes Personal
«Spitex liegt im Trend» wurde mehrmals gesagt. Die Gründe dafür liegen unter anderem darin, dass Spitalpatienten wegen Personalmangels früher entlassen werden, zum Teil müssen gar Abteilungen geschlossen werden. Und ältere Menschen wollen seit der Coronapandemie länger zuhause leben.
Die Erhöhung der Pflegestunden von 13 335 im Jahr 2021 auf 14 485 im letzten Jahr bedingte mehr Personal. Zum Glück ist die Spitex Rotbachtal nicht vom vielbejammerten Fachkräftemangel betroffen. «Alle Stellen sind mit qualifiziertem Personal besetzt», freuet sich der Geschäftsführer.
Das letztjährige Protokoll wurde zur Kenntnis genommen, die Jahresberichte von Präsident und Geschäftsführer genehmigt, ebenso die Rechnung und der Revisionsbericht. Dem Vorstand und Anny Bleiker, Finanzverwalterin und Stellvertreterin des Geschäftsführers, wurde Entlastung erteilt.
Da keine Anträge eingereicht worden waren, stand dem gemütlichen Ausklang nichts mehr im Weg. Die Familienkapelle Tüüfner Gruess, bekannt als Siegerformation 2021 der Talentshow Stadt Land Talent von SRF, spielte auf mit Handorgel, Hackbrett und Kontrabass und sang stimmungsvolle «Zäuerli». Das Kuchenbuffet wurde gestürmt und an den frühlingshaft dekorierten Tischen angeregt geplaudert. Es liess sich gut verweilen während draussen Windböen den Regen über den Dorfplatz peitschten.