
Auf dem Hartplatz neben der Turnhalle Niederteufen sind drei Kinder mit einem Ball beschäftigt, daneben ziehen sich zwei Jungs Boxerhandschuhe für ein Training an. Auch beim angrenzenden Street Workout Park ist einiges los an diesem Samstagnachmittag. Das alles ist vom Haus der Familie Rusch aus zu sehen. Mit ein Grund, weshalb sie sich entschlossen haben, das Eismeisteramt zu übernehmen, denn es ist sehr praktisch, das Eisfeld direkt im Blickfeld zu haben. Sobald es kalt genug ist, wird auf dem Hartplatz wieder die Eisbahn aufgebaut.
Noch fehlen aber die Minustemperaturen und ich treffe Christian Rusch vor dem Haus an, wo er gerade sein Auto für die bevorstehende Motorfahrzeugkontrolle vorbereitet. Autos spielen auch in seinem Beruf eine grosse Rolle. Als Leiter Fahrzeugaufbereitung bei der Scheidweg-Garage in Appenzell ist er dafür verantwortlich, dass sowohl Neuwagen als auch Occasionen für die Übergabe an die Kunden entsprechend vorbereitet werden.
Aufgewachsen ist der 35-Jährige in Gonten, als jüngstes von vier Geschwistern. Nach der Schule machte er in Appenzell eine Lehre als Motorradmechaniker. Anschliessend arbeitete er während 10 Jahren bei Stahlmoto in St. Gallen, davon 6 Jahre als Werkstattleiter. Naheliegend ist deshalb auch sein Hobby: Motorradfahren. Aber auch seine Familie zählt er auf und natürlich gibt es auch im und ums Haus immer zu tun. Und im Winter die Eisbahn.
Um die Eisbahn kümmert sich tatkräftig auch seine Frau, Daniela Rusch-Albendiz. Sie ist die Ansprechperson und koordiniert die Einsätze, wenn es ums Schneeräumen und Spritzen geht. Dabei ist sie häufig die erste, die dann Schneeschaufel oder -fräse zur Hand nimmt, unterstützt von ihren Kindern Ramon (9) und Melinda (7).
«Kalt muss es sein.»
Daniela Rusch ist in der Gemeinde Teufen aufgewachsen, als älteste von vier Schwestern. Ihre Ausbildung zur Fachfrau Betreuung hat sie in der Kinderbetreuung Herisau absolviert. Nach ihrer Lehre arbeitete sie weiterhin dort, teilweise auch am Standort Bühler. Mit der Geburt ihres Sohnes gab sie die Stelle in der Kita auf, da sich die Arbeitszeiten nicht gut vereinbaren liessen und sie für ihre eigenen Kinder da sein wollte. Teilzeit arbeitete sie als Tagesmami und später in der Kinderwelt von Update Fitness. In der Zwischenzeit hat sie zu Keller Hauswartung Teufen gewechselt und parallel baut sie sich ein zweites Standbein auf. Sie vertreibt Aloe-Vera-Produkte von Forever Living, einer weltweit tätigen Firma mit Produkten im Bereich Beauty, Gesundheit und Sport. Man staunt, was die 36-Jährige alles unter einen Hut bringt. Denn in der Feuerwehr und im Samariterverein engagiert sie sich ebenfalls. Sie ist dort, wie sie sagt, automatisch reingerutscht durch ihre Eltern, die auch an beiden Orten langjährige Mitglieder sind. Im Samariterverein und davor in dessen Jugendgruppe Help ist Daniela Rusch seit 25 Jahren Mitglied. Bei der Feuerwehr ist sie seit 13 Jahren als Alarmsamariterin dabei, was eine zusätzliche Ausbildung im Sanitätsbereich bedingt. Die Feuerwehr ist auch der Grund, weshalb sie der Gemeinde Teufen als Wohnort immer treu geblieben ist: «Ich habe schon an verschiedenen Orten in der Gemeinde gewohnt, aber nie ausserhalb, denn sonst hätte ich die Feuerwehr verlassen müssen». Bei der Feuerwehr und im Samariterverein lernt man viel, das ist Daniela Rusch schon mehrfach zu Gute gekommen. Auch ausserhalb der beiden Organisationen konnte sie mit ihren Kenntnissen schon manches Mal helfen.
Helfen ist auch das Stichwort für die Eisbahn: Das Eismeisteramt hat Familie Rusch als Familienteam übernommen. Alle helfen mit. Ramon, der die 3. Klasse besucht, ist sehr motiviert und er hat auch bereits Ideen, was verbessert werden könnte in Bezug auf die Eisvorbereitung. Auch seine Eltern machen sich dazu Gedanken. «Kalt muss es sein», da sind sich alle einig. Es werden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, die dabei helfen könnten, schneller und länger ein gutes Eisfeld anbieten zu können. Auch die Erstklässlerin Melinda ist beim Familienprojekt mit dabei. Sie freut sich aufs «Schlittschüele» und wird ihren Teil zum Eisfeld beitragen. Daneben geht sie ins Geräteturnen und zu ihren Hobbys zählt sie auch Gamen und mit Freundinnen abmachen. Auch ihr Bruder Ramon ist sportlich unterwegs. Er spielt Radball in St. Georgen. Seine Freizeit verbringt er ebenfalls gerne mit Gamen oder mit seinen Gspänli und natürlich bei der Eisbahn. Er ist sehr hilfsbereit und als beim Fototermin mit Eisreinigungsmaschine das Benzin fehlt, rennt er sofort nach Hause, um den Benzinkanister zu holen.