Ein spannendes Pilzjahr

11.09.2021 | Timo Züst
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Bei Pilzen ist Vorsicht geboten. Einige Speisepilze sehen giftigen Exemplaren sehr ähnlich. Im Zweifelsfall sollte man seinen Fund kontrollieren lassen. Foto: Archiv Seit Anfang August ist Pilzkontrolleur Manuel Mettler wieder im Einsatz. Der aussergewöhnlich feuchte Sommer hat heuer viele Pilze früh spriessen lassen. Eine Vorhersage zur Ausbeute in den kommenden Monaten ist aber trotzdem nicht möglich. Herr Mettler, waren Sie heuer auch selbst schon pilzen? Ja. Dieses Jahr hat die Saison sehr früh angefangen. Im Juli und August fand man schon richtig viele Pilze. Teilweise auch Arten, die sonst erst später auftreten. Zum Beispiel? Viele Perlpilze. Die gibt es auch sonst manchmal so früh – aber kaum so viele. Auch einige Reizker habe ich schon gesehen. Die sind sonst definitiv später dran. Das gilt auch für die violetten Lacktrichterlinge. Liegt das am häufigen Niederschlag? Ja, die Feuchte bzw. die wechselnden Wetterlagen zwischen viel Feuchtigkeit und Wärme sind ideal für die Pilze. Sie wachsen am besten, wenn auf intensiven Regen einige warme Tage folgen. Es war aber auch teilweise ungewöhnlich kühl. Macht das den Pilzen nichts aus? Grundsätzlich nicht. Vorausgesetzt, es gibt keinen Frost. Aber das war ja nicht der Fall. Es gibt auch einige klassische «Winterpilze », die erst wachsen, wenn die tiefen Temperaturen einen entsprechenden Impuls geben. Einer davon ist der Austernseitling, der an Bäumen bzw. totem Buchenholz wächst. Ihn findet man typischerweise ab November, manchmal bis Weihnachten. Die Niederschläge der vergangenen Wochen waren teilweise sehr stark. Kann das den Pilzen schaden? Für die Pilze bzw. das Mycel, das sich im Boden befindet, kann es eigentlich nicht zu feucht sein. Die Trockenheit ist für sie das viel grössere Problem. Wenn es nach regnerischen Tagen beispielsweise sehr windig und warm wird, kann das das Wachstum gleich wieder stoppen. Sie sind nun wieder als Pilzkontrolleur im Einsatz. Hatten Sie bisher mehr Anfragen als in anderen Jahren? Ja, dieses Mal ging es früh los. Bereits im Juli gab es einige telefonische Anfragen. Aber die meisten assoziieren das Pilzen schon mit dem Herbst. Sie gehen erst ab Anfang September so richtig auf die Suche. Gab es bereits ungewöhnliche Funde? Es gab zum Beispiel einige Gelbe Steinpilze. Das ist ein wunderbarer Speisepilz, genau so gut wie der eigentliche Steinpilz. Ungewöhnlich ist bei ihm auch der Zeitpunkt – er ist sonst eher später dran. Allerdings sagt man dem Gelben Steinpilz sowieso nach, er sei ein Profiteur des Klimawandels. Ich kann zwar erst auf rund 5 bis 10 Jahre Erfahrung zurückblicken. Aber in dieser Zeit habe ich auch beobachtet, dass er vermehrt auftaucht. Am Anfang hatte ich ihn sozusagen nie gesehen. Bisher also ein ungewöhnliches Pilz-Jahr. Was ist Ihre Prognose für den Herbst? Das ist schwierig zu sagen. Wie gut sie wachsen, ist stark habitat- und wetterabhängig. Aber wenn das wechselhafte Wetter anhält und es nicht zu trocken wird, stehen die Chancen auf einen Pilz-Herbst sehr gut. Und wie immer gilt: Was man nicht zweifelsfrei identifizieren kann … … sollte man zeigen, nicht essen. Ich hatte heuer schon jemanden mit Stockschwämmli- Pilzen. Sie sehen dem Gifthäubling sehr ähnlich. Das ist ein tödlicher Giftpilz. Die will man nicht verwechseln. Tiz Hinweis: Die Pilzkontrollstelle ist jeden Montag von 18 bis 19.30 Uhr geöffnet.

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