Ein Naturjodel für Mirka und Roger Federer

29.06.2012 | Alexandra Grueter-Axthammer
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Landwirt und gefragter Sänger: Edi Tanner. Fotos Alexandra Grüter

Angefangen zu singen hat Edi Tanner vor zwanzig Jahren. Erst in einem Chor, dann im Jodlerclub Teufen. Vor rund zehn Jahren gründete er zusammen mit Ueli Koller und Ivo Streule die Säntisjodler.

Das Trio tritt in der Appenzellertracht auf und beginnt oft mit einem Zäuerli, dem Appenzeller Naturjodel. Klassische Jodellieder und auch Talerschwingen gehören ins Programm, aber auch moderne Stücke. Von der Bühne aus könnten sie jeweils spüren, wie überrascht das Publikum sei, wenn sie moderne A-Capella Lieder interpretierten.

Nach dem Auftritt an der zivilen Hochzeit von Mirka und Roger Federer sei das Telefon kaum mehr still gestanden, sagt Edi Tanner. «Wir durften ja vorher niemandem etwas sagen, die Hochzeit fand im privaten Rahmen in Basel statt.» Roger Federers Vater wollte Edi Tanner vor der Hochzeit persönlich kennen lernen. «Mit seinem schicken Auto fuhr er auf dem Hof vor – ein sehr sympathischer Mann.»

Einige Tage nach der Feier berichtete die Schweizer Illustrierte über die Hochzeit und den Auftritt der Säntisjodler. «Alle wollten etwas von uns – Radiosender, andere Zeitungen, Tele Ostschweiz und Leute, die uns für Auftritte anfragten oder buchten. Es war eine strube Zeit.»

Neue CD im September

«Beim ersten Auftritt in Kurt Zurfluhs ’Hopp de Bäse’ hatten wir noch keine eigene CD. So mussten wir als einzige Künstler live vor laufender Kamera singen. Da waren wir schon etwas nervös.» Mittlerweilen hat das Trio die zweite CD aufgenommen und diese wird im September getauft.

Auf dem Hof ein Unternehmer

Auffallend viele weibliche Bewohner leben auf dem Bauernhof im Mühltobel. Neben Edi Tanners Frau Ruth und den fünf Töchtern gibt es eine Hündin, einige Katzen, rund fünfunddreissig Mutterkühe – und einen Stier.

«Eigentlich bin ich ein Innerrhoder. Mein Grossvater stammt von Schlatt, Haslen und war Knecht», erzählt Edi Tanner. Sein Grossvater kaufte den Bauernhof im Mühltobel. Zusammen mit seinen Eltern und vier älteren Schwestern wuchs er hier auf. Für ihn sei es schon früh klar gewesen, dass er den Hof einmal übernehmen möchte.

Bevor es soweit war, fuhr der 35-Jährige für verschiedene Arbeitgeber Lastwagen. Nach England, BeNeLux, Deutschland, aber auch nach Italien. Manchmal war er eine ganze Woche weg von zu Hause, dann erledigten seine Eltern die meiste Arbeit auf dem Hof und er arbeitete nebenbei mit. 1998 habe er den Hof übernommen und sei nur noch in der Schweiz LKW gefahren, so kam er jeden Abend nach Hause.

Das Jammern liegt Edi Tanner nicht. Im Laufe der letzen 10 Jahre konnten Ruth und Edi den Betrieb stetig vergrössern. Er denkt wie ein Unternehmer und sucht laufend nach Möglichkeiten, den Hof ertragreich zu führen. So hat er vom Melken auf Mutterkuhhaltung umgestellt und produziert nun Bio Weide-Beef für die Migros. Vor einigen Jahren investierte er in einen Stall für Mutterkühe.

In der Gmünden konnte er zusätzliches Land und einen Stall pachten. «Es ging immer wieder ein Türchen auf», sagt er. Und heute fährt er nur noch als Hobby mit dem Lastwagen.

Edi Tanner

Geboren: 9. Juli 1974 in Teufen
Heimatort: Appenzell
Familie: Ehefrau Ruth, Kinder: Jenny, Saskia, Svenja, Cinzia, Nathalie
Erlernter Beruf: Landwirt
Heute tätig als: Landwirt
Lieblingsessen: Cordon bleu
Lieblingsgetränk: Shorley
Musikvorlieben: Querbeet
Buch auf dem Nachttisch: Fachzeitschriften
Hobbys: Singen, Feuerwehr, Fasnachtsverein Teufen

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