Durchs Bruedertöbeli wandern

15.06.2024 | Sepp Zurmühle

Am schönsten Tag der Woche, für einmal ohne Regen, unterwegs auf den Spuren von Einsiedlern und Burgleuten durch abgeschiedene Landschaften. Bei idealem Wanderwetter geniessen die 22 Teilnehmenden ein Picknick in der Burgruine Rüdberg, der einstmaligen Wegsperre im Thurthal, oberhalb von Dietfurt.

Ein Donnerstag im Monat ist Wandertag bei den Mitgliedern der Wandergruppe Tüüfe. Am 13. Juni geht die Reise via St.Gallen mit der S4 nach Brunnadern-Neckertal und von dort mit dem Postauto hinauf nach Oberhelfenschwil.

Blick ins Thurtal

Kurz nach dem Dorf, vorbei am einsamen Muli auf seiner Ranch und der fröhlichen Familie Rüthemann, zeigt sich die herrliche Hügellandschaft des Toggenburgs. Im Tal unten ist noch weit entfernt das Zwischenziel Dietfurt mit seinem alten Eisenbahn-Viadukt zu sehen. Die alte Steinbrücke ist Zeitzeugin der Eisenbahnlinie Wil-Wattwil-Ebnat, welche am 24. Juni 1870 zum ersten Mal durch den aufstrebenden Wirtschaftsraum Thurtal fuhr.

Wenige Minuten später, vom Geissberg aus, öffnet sich der Blick nach Norden Richtung Lütisburg bis nach Wil und darüber hinaus. Über markierte Wanderwege geht es an Kühen vorbei, teilweise durch bauchhohes Gras auf schmalen Wiesenwegen talwärts.

Naturschauspiel in der Abgeschiedenheit

Irgendwann, im gefühlten Niemandsland, zeigt ein weisser Wegweiser rechts hinunter in den Wald. Es ist der obere Einstieg ins Bruedertöbeli. Über viele, gut ausgebaute und mit Stahlgeländern gesicherte Stufen geht es steil hinunter. Ein erster feiner Wasserfall rieselt links über die Nagelfluh-Felswand. Weiter unten zeigt sich die imposante, überhängende Felsformation unter der die Wandergruppe staunend wandert, während das Wasser unablässig über die Köpfe hinweg zu Tal stürzt.

1369 wird erstmals eine Einsiedelei von drei Laienbrüdern und einem Priester erwähnt. Der damalige Graf von Toggenburg schenkte ihnen den Ort. In den folgenden Jahrhunderten wurden die offenen Höhlen jedoch nur noch von einzelnen Klausnern und armen Leuten bewohnt bis 1851/52 ein erneuter Versuch eine Einsiedelei zu gründen scheiterte, weil sie offensichtlich «zum Fortschritt unserer Zeit nicht mehr passend sei».

Nach dem mystischen Ort führt der Weg im Wald weiter talwärts bis zum Bach der später in die Thur fliesst.

Bei der 1995, zu Ehren der einstiegen Einsiedler, erbauten Maria-Magdalena Kapelle Bruedertöbeli machen die Wandernden einen Trinkhalt.

Picknick in der Ruine

Ein erstes Mal an der imposanten Thur vorbei und dem idyllischen Seitenbach entlang wandernd, erreicht die Gruppe nach einem kurzen Ausstieg die Burg-Ruine Rüdberg.

Zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert diente die 34 Meter lange Burg als Wegsperre auf der einzigen, befahrbaren Verbindung ab Ganterschwil Richtung Wattwil, der damaligen «Reichsstrasse» der Grafen von Toggenburg.

Mitten in den noch gut erkennbaren alten Burgmauern befindet sich ein schöner Picknick-Platz. Hier geniessen die Wanderinnern und Wanderer das mitgebrachte Mittagessen aus dem Rucksack und das Sitzen nach der gut zweistündigen Wanderung.

Nach dem Mittagessen folgt der letzte steile Abstieg bis hinunter zur eindrücklichen Thur und weiter nach Dietfurt, das zwischen Lichtensteig und Bütschwil liegt. Hier gibt es besonders viele und schöne Badeplätze und Einstiegsorte für Schlauchboote zu entdecken. Der Sommer 2024 steht uns ja schliesslich noch bevor.

Während einige wenige ab Dietfurt die Heimreise antreten, wandern die anderen über Wiesenwege und noch einmal durch hohes Gras an einer steilen Böschung entlang nach Bütschwil. Dort bleibt genügend Zeit für einen Kaffee und vielleicht etwas Süssem beim Fischbacher-Beck, bevor es per Bahn via Lichtensteig auf die Heimreise geht.

Danke Mägi Koller für die abwechslungsreiche Routenwahl und danke Walter Bosshard für die sichere Wanderleitung am heutigen, erlebnistreichen Wandertag an dem es nur zufriedene Gesichter und einen begeisterten Applaus gibt.

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