Die vier eifrigen Mäusejäger vom Tobel

05.11.2012 | Erich Gmünder
maeusejaeger (6)
Stolz auf ihre Jagdtrophäen: Die Nüesch-Buben
Fotos: Erika Preisig

Erdbohrungen oder ein neues Golfspiel? Grosses Rätseln um die orangen Stäbe, dicht eingesteckt auf manchen Wiesen im Gebiet Gählern-Tobel. Alles falsch, es handelt sich um die Mäusefallen auf den von der Bauernfamilie Nüesch bewirtschafteten Wiesen.

Wir wollen es genau wissen und begeben uns mit den vier Jägern ins neueste Revier zur Hummelhalde.

Die Kunst des Fallenstellens

«So viele Mäuse hat es, da muss man etwas machen dagegen», erklärt uns Remo, der Sechstklässler. «Die Muushüffe verschmutzen das Gras beim Heuen und verursachen auch Ertragsausfälle», fügt Vater Roland hinzu. Also übernahmen die vier Buben mit Feuereifer diesen Job und absolvierten sogar einen Mauserkurs beim Hersteller der Fallen.

Es braucht nämlich Fingerspitzengefühl, bis man mit einem Metallstab einen Mäusegang gefunden und die Falle, ein Rohr aus Metall, so eingesetzt hat, dass die beiden Öffnungen frei sind. Inzwischen beherrscht sogar der 7-jährige Sandro diese Kunst.

Oben an der Falle wird nun der Auslösemechanismus gespannt, der orange Markierungsstab eingesteckt und dann… dauert es nicht lange bis die ersten Tiere in die Falle tappen. «Ob es eine erwischt hat, sieht man am gelösten Mechanismus oben am Rohr», wird uns erklärt.

Wegen der Bakterien wird die tote Maus mit Handschuhen herausgenommen, die Chlüpperli am orangen Markierungsstab dienen zur Erfolgskontrolle. «Hier sind vier gefangen worden und seit einer Woche keine mehr, so können wir annehmen, dass der Gang leer ist», erklärt Rico.

S’get Schlimmers

Auf die Frage, ob sie denn kein Mitleid hätten mit den herzigen Nagern, kommt es wie aus einem Mund: «Nein überhaupt nicht!» Und Remo sagt weise: «S’get Schlimmers! Und ihr seht, die Tiere müssen nicht leiden, die meisten sind sofort tot.»

Über die ins Jenseits beförderten Feldmäuse (und wenige Maulwürfe) wird genau Buch geführt, denn die Buben erhalten dafür einen Lohn. Einen Franken pro Stück, wenn sie alles selber gemacht haben, und einen halben, wenn der Vater beim Fallenstellen geholfen hat.

Wir konsultieren das Heft und zählen zusammen: Sage und schreibe 1432 Mäuse haben die fleissigen Jäger seit März gefangen! Und nicht nur die Buben profitieren von der Jagd; Freude hat auch der Fuchs, der die ganze Ernte als Fastfood an den Waldrand serviert bekommt.

Nach diesem ganz speziellen Jagderlebnis setzen wir uns mit der ganzen Familie (Mutter Katja ist auch zu uns gestossen) ans Wiesenbord, schauen ins Land und freuen uns am neugeborenen Lämmchen auf Christian Vetschs Wiese. Zum Abschied zäuerlet Andreas noch eins – für uns und als Requiem für die verblichenen Tiere im Kübel.

Erika Preisig

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