Die Heime werden günstiger

23.02.2019 | Timo Züst
Unteres Gremm (1) web
Dank Synergien zwischen dem Haus Unteres Gremm und dem Haus Lindenhügel werden die Heime unter dem Strich günstiger. Foto: tiz Timo Züst Ab dem 1. März gelten für die Alters- und Pflegeheime Teufen neue Taxen und Tarife. Auslöser sind die Schliessung des Bächli und die Unterstellung der beiden Häuser Unteres Gremm und Lindenhügel unter eine Gesamtleitung. Warum mit der Anpassung für die Bewohnenden unter dem Strich eine Einsparung resultiert, erklärt Marco Sütterle. Er ist Gemeinderat und Präsident der Heimkommission. Auf den 1. März werden die Taxen und Tarife der Teufner Heime angepasst. Warum ist das nötig? Marco Sütterle: Weil in den beiden Häusern Lindenhügel und Unteres Gremm qualitativ dieselbe Arbeit geleistet wird, werden die Tarife vereinheitlicht und den tatsächlichen Kosten ohne Quersubventionierung angepasst. Im Vergleich zum Haus Unteres Gremm führt dies im Haus Lindenhügel zu einer etwas grösseren Erhöhung der Betreuungstaxen, weil dort die notwendigen Anpassungen in den letzten Jahren nicht vorgenommen wurden. Glücklicherweise können wir das aber mit einer Reduktion der Pensionstaxen kompensieren. Das heisst: Wird es für die Bewohnenden teurer oder günstiger? Unter dem Strich wird es günstiger. Das liegt an der Reduktion der Pensionstaxen. Möglich ist das einerseits, weil unser Heimreglement vorgibt, dass die Gemeinde für die Infrastruktur der Heime aufkommt und die Beiträge der Bewohnenden eine ausgeglichene Betriebsrechnung gewährleisten müssen. Und andererseits? Die Senkung der Pensionstaxen hängt im Wesentlichen mit drei Faktoren zusammen: der Schliessung des Hauses Bächli, der Reorganisation der Heime Teufen mit der Einführung einer Gesamtleitung, sowie mit der damit verbundenen Harmonisierung der Arbeitsabläufe, Nutzung von Synergien und Vermeidung von Doppelspurigkeiten in beiden Alters- und Pflegeheimen. Können Sie mir den Unterschied zwischen Pensions- und Pflege- bzw. Betreuungstaxe erklären? Bei den Pensionstaxen handelt es sich im Wesentlichen um die Hotelkosten wie Zimmermiete mit Bett- und Frottierwäsche, Vollpension, Reinigung, persönliche Wäsche und dergleichen. Die Pflegekosten sind in 12 national vorgegebene Stufen unterteilt und beinhalten alle pflegerischen Leistungen, die über die Krankenkasse abgerechnet werden können. Die Betreuungskosten beinhalten Beschäftigung, Kurse, Ausflüge und alle Dienstleistungen, die weder zur Hotellerie gehören noch über die Krankenkasse abgerechnet werden können. Grundsätzlich gilt in allen Schweizer Altersund Pflegeheimen, dass die Kosten für Pension und Betreuung voll von den Bewohnenden getragen werden, während die Pflegekosten zwischen den Krankenkassen, den Gemeinden und den Bewohnenden aufgeteilt werden. Das ist die erste Anpassung der Tarife seit der Reorganisation. Werden weitere folgen? Grundsätzlich planen wir bei den Tarifen mit einem längeren Zeithorizont. Trotzdem werden sie aber jährlich überprüft und können bei Bedarf angepasst werden. Neu sind die Pensionspreise als Pauschalpreise nach dem Prinzip «alles inklusive» gestaltet. Was ist da denn alles drin? Das bedeutet, dass inskünftig diverse Nebenleistungen und Kleinkonsumationen inbegriffen sein werden. Dazu gehören beispielsweise: Tee, Kaffee, Mineral- und Tafelwasser, Süssgetränke aller Art, «nämele» der persönlichen Wäsche oder Telefon- und Empfangsgebühren für Radio und Fernsehen. Das bedeutet mehr Komfort und eine grosszügigere Handhabung für die Bewohnenden und eine vereinfachte Abrechnung und Reduktion der administrativen Kosten für uns. Es gibt auf kantonaler Ebene Höchstansätze für die Pflege und Betreuung. Wie weit ist man in Teufen von diesen noch entfernt? Noch schöpfen wir die Höchstansätze nicht aus – der Gemeinderat hat sich gegen deren Anwendung entschieden. Möglich ist das, weil die Rechnung für die Alters- und Pflegeheime in Teufen momentan aufgeht. In Teufen werden die Heime von der öffentlichen Hand, sprich der Gemeinde betrieben. In einigen Gemeinden Ausserrhodens (Waldstatt, Stein, Walzenhausen und Lutzenberg) ist bereits jetzt eine private Trägerschaft am Ruder – oder sollen das in Zukunft sein. Wäre das für Teufen keine Option? In Teufen haben wir 2018 das Altersleitbild aktualisiert. Als nächster Schritt wird in der zweiten Hälfte 2019 eine Arbeitsgruppe starten und konkrete Umsetzungsvorschläge erarbeiten, welche dann vom Gemeinderat diskutiert und allenfalls bestätigt werden. Die Altersstrategie wird unter vielen anderen Aspekten auch die Eignerstrategie der Alters- und Pflegeheime Teufen vorgeben. Routinemässig wird dann die heutige Situation hinterfragt, allenfalls bestätigt oder neue Trägerschaftsmodelle werden geprüft und vorgeschlagen. In welche Richtung könnte ein solcher Vorschlag gehen? Ich will und kann dieser Arbeitsgruppe nicht vorgreifen. Festzustellen ist jedoch, dass wir in Teufen keinen äusseren Zwängen, wie beispielsweise Finanzschwierigkeiten, unrentable Heime, Unterschreiten der Mindestgrösse, Investitionsstau oder anderen Problemen unterworfen sind. Mit unseren beiden Häusern Unteres Gremm und Lindenhügel sind wir gut aufgestellt, sie sind auf einem guten Niveau und so können wir also aus völlig freien Stücken entscheiden. In Anbetracht der Tradition und des Verständnisses der Bevölkerung von Teufen, sähe ich aus heutiger Sicht eine Privatisierung der Heime allerdings als politisch undenkbar.

Top-Artikel

Top-Artikel

Anzeige

Anzeige

GU-Alpstein-Animation2024

Nächste Veranstaltungen

Freitag, 19.07.2024

Wochenmarkt Teufen

Sonntag, 21.07.2024

Gschichteziit

Aktuelles

×
× Event Bild

×
×

Durchsuchen Sie unsere 7299 Artikel

Wetterprognose Gemeinde Teufen

HEUTE

19.07.24 08:0019.07.24 09:0019.07.24 10:0019.07.24 11:0019.07.24 12:00
22°C22.6°C23.4°C23.9°C24.4°C
WettericonWettericonWettericonWettericonWettericon

MORGEN

20.07.24 05:0020.07.24 09:0020.07.24 12:0020.07.24 15:0020.07.24 20:00
17°C22.8°C25.2°C26.7°C21.5°C
WettericonWettericonWettericonWettericonWettericon