Die Feuerwehr in die Zukunft geführt

24.12.2018 | Timo Züst
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Alwin Hasler gibt die Führung der Feuerwehr per 1. Januar an Dominik Krummenacher ab. Bild: tiz Es ist kurz nach 9 Uhr am Montagmorgen. Aus der Maschine läuft gerade der dritte Kaffee. Er ist für Gerätewart Markus Habermacher. Der frisch ernannte Stabschef Daniel Ramseyer hat bereits eine Tasse vor sich. Der zukünftige Kommandant der «Regionalen Stützpunkt Feuerwehr Teufen-Bühler-Gais (TBG)», Dominik Krummenacher, bedient die Maschine. Mit diesen drei sind im Sitzungszimmer des Teufner Feuerwehrdepots alle Festangestellten der TBG versammelt. Fehlen tut einzig der jetzige Kommandant Alwin Hasler. Noch bis Ende Jahr hat er dieses Amt inne. Im Moment ist er unterwegs, besorgt Gipfeli. So können seine Mitarbeiter ungestört ihre Meinung über den Chef loswerden. Und sie sind voll des Lobs: «Er hat Über- und Weitblick », «Hinterfragt vieles, ist kritisch », «Stellt nicht sich, sondern die Sache in den Vordergrund». Offroad-Trophy oder Feuerwehr «Das war eigentlich ein Zufall.» Alwin Haslers Feuerwehr-Karriere hätte beinahe gar nicht erst begonnen. Denn der gelernte Fahrzeugspengler und Kutschenbauer hatte als junger Mann noch eine andere Leidenschaft: Offroad- Reisen in anspruchsvollem Terrain. Im Jahr 1987 stand er vor einer schwierigen Entscheidung. Soll er mit einem Land Rover Defender an der legendären Camel Trophy (eine Offroad-Rallye, damals quer durch die Türkei) teilnehmen oder die Ausbildung zum Berufsfeuerwehrmann beginnen? Wie fast immer gewann die Feuerwehr. Noch heute ist Alwin Hasler bei der Berufsfeuerwehr der Stadt St.Gallen angestellt – als stellvertretender Zugführer. Seit dem 1. Januar 2010 kümmert er sich aber auch noch um eine andere Feuerwehr: Teufen, Bühler und Gais (TBG). Ein Neustart in Teufen Die Teufner Feuerwehr war für Alwin Hasler kein Neuland. Mit 21 Jahren gab er hier sein Debut als Miliz-Feuerwehrmann und blieb 30 Jahre. Verabschiedet wurde er 2008 mit einer grossen Kerze zu Ehren des Feuerwehr- Patrons Florian mit der Aufschrift «1981 bis 2008». Damals war der Zusammenschluss der drei Feuerwehren Teufen, Gais und Bühler bereits seit drei Jahren Tatsache. Die organisatorische Umstrukturierung begann aber erst nach der Übernahme des Kommandos durch Alwin Hasler. Dass es überhaupt so weit kam, hatte mit Haslers Chef bei der Berufsfeuerwehr zu tun. Nach dem Abgang von Christian Schmid schaltete die Feuerwehr- Kommission ein Stelleninserat: Feuerwehrkommandant, 30 Stellenprozent. «Mein Chef sagte daraufhin zu mir: Das wäre doch was für dich», erzählt Alwin Hasler. Gesagt, getan. Alwin Hasler blieb zwar in St.Gallen zu 100 Prozent angestellt. Er bekam aber die Möglichkeit, innerhalb dieser Anstellung auch seine Funktion bei der TBG wahrzunehmen. «Es gab so natürlich ein paar Wochen, an denen ich jeden Abend Feuerwehr hatte», sagt Hasler schmunzelnd. Ein komplexer Übergang Die grösste Herausforderung in Alwin Haslers Amtszeit bei der Feuerwehr TBG war die Reorganisation. «Als ich hier anfing, bestand die TBG noch aus drei separaten, lokalen Feuerwehren. » Anders gesagt: Jedes Dorf hatte einen Ortskommandanten und einen Stellvertreter. Eine gemeinsame Führung, einen sogenannten Stab, gab es nicht. «Mir war aber von Anfang an klar, dass es in diese Richtung gehen muss», so Hasler. Auf dem Papier machte seine Vision Sinn und überzeugte auch die zuständige Kommission. So würden Synergien genützt und die TBG könnte professioneller, effizienter und wirkungsvoller werden. Aber die Feuerwehr besteht bekanntlich nicht aus Papier, sondern aus Menschen. Heute gehören der TBG 117 Miliz-Feuerwehrmänner an. Sie verbinden Pflichtgefühl, Stolz und Kameradschaft. «Jetzt stellen Sie sich vor: Seit Jahrzehnten ist Ihre Feuerwehr gleich organisiert und plötzlich soll alles anders werden», sagt Alwin Hasler. Seine Pläne lösten entsprechend viel Widerstand aus. Und einiges an Kritik prasselte auf ihn nieder. «Das war nicht einfach», erinnert er sich. An der Organisation hat er aber nie gezweifelt. Die Zeit gab ihm Recht: «Heute wird darüber nicht mehr diskutiert.» Alwin Haslers Nachfolger Dominik Krummenacher kann von dieser Vorarbeit profitieren: «Ja, jetzt sind wir richtig aufgestellt.» Damit endet auch Alwin Haslers Mission bei der TBG. Und mit seinem 60. Altersjahr kehrt auch wieder etwas mehr Ruhe ein – obwohl er den Job in St.Gallen behält. Nach neun Jahren Feuerwehr pur kann er sich nun auch ab und zu wieder einem Hobby widmen: «Vielleicht lege ich mir einige Schafe mehr zu. Oder ein paar Bienenvölker.»

Alwin Hasler

Geboren: 28. Juli 1959 in St.Gallen Heimatort: Altstätten Wohnt in Teufen seit: 25 Jahren Familie: Drei Kinder Sabrina (25-jährig), Lena (22-jährig) und Julian (19-jährig) Traumberuf: Feuerwehrmann oder Kapitän Lieblingsgetränk nach Atemschutzeinsatz: Mineral oder Bouillon Lieblingsgetränk beim Abendessen: ein Glas Rotwein Buch auf dem Nachttisch: Keins, schläft immer in fünf Minuten ein Hobbys: Hält zuhause 15 Schafe und ist Hobbyimker

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