Die Ergebnisse des ersten Arbeitsgruppen-Workshops

04.04.2014 | TPoscht online
workshop 5

workshop 5.3 (3)

Am 5. März 2014 hat der erste Workshop mit der Arbeitsgruppe «Gestaltung & Verkehr» und dem Lenkungsausschuss zum Prozess «Ortsdurchfahrt/Dorfgestaltung Teufen» im Lindensaal stattgefunden. Die engagierten Gruppendiskussionen werden hier aus Sicht des Moderatorenteams wie folgt zusammengefasst.

workshop 5.3 (7)Stärken und Schwächen der aktuellen Situation

In dem vierstündigen Workshop ging es schwerpunktmässig darum, ein Zukunftsbild für Teufen zu erarbeiten. Die Teilnehmenden diskutierten in wechselnden Gruppen die Stärken, Schwächen und Besonderheiten von Teufen:

• Welches sind die Eigenheiten des Dorfes, was macht den Unterschied zu den Nachbargemeinden resp. zur Stadt St.Gallen aus?

• Was ist heute gut und was weniger gut bezüglich der Nutzung des Dorfzentrums?

• Welche Vor- und Nachteile hat die heutige Dorfgestaltung entlang der Ortsdurchfahrt?

• Welche Wünsche, Hoffnungen und Anliegen haben wir in Bezug auf die künftige Entwicklung des Dorfes?

• Was ist für die Planung des Ortszentrums resp. der Ortsdurchfahrt zentral und muss in das zu  entwickelnde Zukunftsbild einbezogen werden? Die unterschiedlichen Anliegen und zentralen Themen wurden im Anschluss an die Gruppendiskussionen im Plenum präsentiert.

Als wichtigste Punkte wurden die Erhöhung der Verkehrssicherheit sowie die Aufwertung des Dorfzentrums unter Berücksichtigung von unterschiedlichen Alters- und Nutzergruppen genannt.

Wie stellen wir uns die Zukunft vor?

Für die weitere Erarbeitung des Zukunftsbildes haben die unterstützenden Fachleute verschiedene Fragen und Thesen vorbereitet, welche an vier Tischen diskutiert und auf einer Karte nach Möglichkeit räumlich verortet wurden. Insbesondere wurde auch diskutiert, wie sich die Anwesenden die Zukunft in Bezug auf das jeweilige Thema vorstellen.

Die Diskussion fand in zwei Runden statt, d.h. jede Person hatte die Möglichkeit, Inputs zu zwei Themen zu geben.

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Begegnung und Austausch

In der Diskussion zum Thema «Begegnung und Austausch» wurde das Fehlen eines öffentlichen Raums bemängelt, der die Möglichkeit zur Begegnung und zum Verweilen bietet.

Die Anstrengungen sollten sich zukünftig auf das Dorfzentrum konzentrieren. Dieses sei heute etwas unwirtlich und sollte attraktiver gestaltet werden. Vor allem tagsüber, zu Ladenöffnungszeiten, sollte die Aufenthaltsqualität erhöht werden. Die spezifischen Bedürfnisse von Seniorinnen/Senioren und der Jugend seien ebenfalls zu beachten.

Diskutiert wurde, ob es in Teufen einen Dorfplatz braucht und wo dieser sein sollte. Vorschläge waren der Platz vor dem Westeingang der Kirche, vor dem Schulhaus und rund um den Bahnhof.

Diskutiert wurde auch, ob einzelne Geschäfte nicht vermehrt das Trottoir zur Präsentation und für besondere Aktivitäten nutzen können sollten. Zur Debatte stand ausserdem, ob eventuell nicht sogar beides nötig sei: ein einladender Dorfplatz und ein attraktiverer Strassenraum.

Nach Meinung der Teilnehmenden hat der Platz vor dem Westeingang der Kirche das Potenzial, zu einem solchen Dorfplatz zu werden, allerdings ist er schattig. Der Platz vor dem Schulhaus ist von der Sonneneinstrahlung her günstiger; er ist heute allerdings aufgrund der baulichen Situation (Mauer) und der gegenwärtigen Nutzung weniger attraktiv.

Eventuell könnte auch der Raum um den Bahnhof vermehrt belebt werden.

Damit das Dorfzentrum für Einwohnerinnen und Einwohner aus Niederteufen und Lustmühle attraktiver wird, sollte vor allem der Verbindungsweg zwischen Lustmühle, Niederteufen und Teufen für alle Nutzergruppen sicherer und angenehmer werden. Die Strasse müsste dafür nicht unbedingt in eine Flaniermeile verwandelt werden, aber zukünftig dazu beitragen, die Dorfteile besser zu integrieren.

Konkret wünscht man sich vor allem eine Verbesserung für den Veloverkehr sowie sichere Möglichkeiten, die Ortsstrasse zu überqueren. Es wurden Vorschläge zur Temporeduktion im Dorfkern und zur Schaffung von Verkehrsberuhigungszonen gemacht.

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Wohnen und Ortsbild

Für das Dorfzentrum erachteten die Diskutierenden eine angemessene Mischnutzung von Wohnen und Einkaufen als wichtig. Der heutige Nutzungsmix wurde von den Teilnehmenden als grundsätzlich gut eingeschätzt. Allerdings sollten vermehrt und durchgehend Erdgeschossnutzungen angestrebt werden.

Als Faktoren, welche das Wohnen im Dorfzentrum noch attraktiver machen würden, wurden auch in diesem Punkt ein durchgehender Veloweg, mehr Aufenthaltsmöglichkeiten im öffentlichen Raum, insbesondere auch für Jugendliche, sowie eine stärkere Begrünung genannt.

Bezüglich Ortsbild war man sich einig, dass entlang der Dorfstrasse punktuell Erneuerungen bzw. Sanierungen zugelassen werden sollten. Allerdings wurde von einigen Teilnehmenden die Meinung vertreten, dass privaten Liegenschaftsbesitzern keine Vorschriften gemacht werden sollten, wie sie mit den Liegenschaften umzugehen haben.

Bezüglich der Architektur gingen die Meinungen auseinander. So steht für die einen die punktuell gezielte Förderung moderner Neubauten im Vordergrund, während die anderen der Meinung sind, dass bisher realisierte Neubauten nicht gelungen seien.

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Versorgung, Gewerbe und Einkauf

In einem ersten Schritt wurden die vorhandenen Geschäfte, Gastronomie und Versorgungsstätten, wie z.B. Altersheime, in der Karte verortet. Dabei zeigte sich eine Konzentration der Läden und Restaurants auf das Ortszentrum um den Bahnhof Teufen und den Platz bei der Kirche.

Daraufhin wurde das Angebot auf die Vollständigkeit der Angebotspalette überprüft. Die Nachfrage nach Nahrungsmitteln, Blumen, Coiffeur- und anderen Dienstleistungen werde befriedigt, jedoch sei das Angebot im Bereich von Kleidern, Cafés und Restaurants zwar gut, aber zu wenig vielfältig. Man wünsche sich publikumswirksame Geschäfte mit schönen Schaufenstern. Speziell im Gastronomiebereich fehle ein Ort mit überlokaler Ausstrahlungskraft («Leuchtturm»).

Diese Feststellung wurde allerdings nicht von allen geteilt. Die zukünftige Entwicklung der Gastronomie und des Gewerbes sollte weiterhin vor allem im Ortszentrum stattfinden, hoffen viele.

Die Idee, dass beim Schulhaus der «Leuchtturm» mit regionaler Ausstrahlung geschaffen werden könnte, stiess bei einem Teil der Diskutierenden auf offene Ohren. Teufen sollte auch ein Ort sein, der zum Verweilen einlädt.

Weiteres Umnutzungspotenzial wurde im Gebäude des alten Spar-Markts erkannt und bei den Flächen für Parkplätze im Ortszentrum. Gerade die Parkflächen bräuchten viel Platz. Allerdings befürchtet man, dass mit einer etwaigen Reduktion oder Verschiebung der Parkplätze die Geschäfte am Platz keine Überlebenschance mehr haben.

Als weiteres Anliegen an die künftige Entwicklung wurde die Schaffung besserer Fussverbindungen zwischen dem Bahnhof Teufen und dem Ortszentrum bei der Kirche genannt. Diese sei heute durch die unübersichtliche Verkehrssituation und die strukturellen Hindernisse (Schienen, schmale Fussgängerwege, Verkehr) für ältere Personen und Kinder gefährlich und unattraktiv.

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Kultur, Erholung und Freizeit

Es wurden in einem ersten Schritt alle Einrichtungen für Kultur, Erholung und Freizeit in einer Karte eingezeichnet. Basierend darauf haben die Diskussionsteilnehmenden festgestellt, dass das Angebot sehr gut und auf alle Nutzergruppen ausgerichtet ist.

Das Hauptproblem im Bereich Kultur, Erholung und Freizeit sei nicht das fehlende Angebot, sondern dessen Verteilung über die ganze Gemeinde. Bei vielen Anlagen fehle eine gute Anbindung für den Velo-/Fussverkehr oder den öffentlichen Verkehr. Insbesondere auch für die Bevölkerung von Niederteufen und Lustmühle seien die Einrichtungen in Teufen fast nur mit dem Auto erreichbar. Mit einem sichereren und attraktiveren Strassenraum würde die Erreichbarkeit der Anlagen zu Fuss oder mit dem Velo verbessert.

Es wurde noch ergänzt, dass die Erreichbarkeit der lokalen Einrichtungen für Kultur, Erholung und Freizeit mit dem öffentlichen Verkehr ebenfalls verbessert werden könnte, wenn es zusätzliche Haltestellen der Bahn gäbe. Die Distanzen ab dem Bahnhof Teufen werden heute teilweise als zu weit empfunden. Die aktuelle Strassenraumgestaltung sowie die Topografie motivierten zudem nicht zum Gehen ab dem Bahnhof Teufen (z.B. zum Freibad). Diese Meinung wurde jedoch nicht von allen Diskutierenden geteilt. In Bezug auf die Strassenraumgestaltung im Dorfzentrum konnten sich einige Teilnehmenden vorstellen, Mischverkehr nach dem Prinzip der Koexistenz aller Verkehrsteilnehmenden zu realisieren.

Richtung Niederteufen und Lustmühle hingegen wurde eine Entflechtung des Verkehrs, insbesondere eine sichere Führung für den Veloverkehr, gewünscht.

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Die Mitglieder der Arbeitsgruppe (Name, Vertretung):

Andreas Tenger, Wälli Ingenieure, Spezialist Verkehr; Beat Rey Spezialist/Ortsplaner; Damian Tanner, Umweltkommission; Daniele Schiro Gemeinderat, Task Force; Franz Eberhard Spezialist Architektur; Marion Frey, EV Niederteufen-Lustmühle; Gallus Hengartner, EV Tobel-Teufen; Hanspeter Spörri, Kommunikationsbegleitung; Hansruedi Berger, Seniorissimo; Irene Hochreutener, Elternrat; Jakob Brunnschweiler, RR Kanton AR, Lenkungsausschuss; Karl Hörler, ehem. Beirat; Katja Diethelm, IG Dorfgestaltung; Lucette Winzeler, Seniorissimo; Lukas Gunzenreiner, Kanton AR; Margrit Brunnschweiler, ehem. Beirat; Markus Bänziger, Gemeinderat, Task Force, Lenkungsausschuss; Matthias Dudli, SP; Marc Egeli, Kinder- und Jugendkommission; Oskar Fässler, Gewerbe; Paul Knill, FAOT; Peter Frommenwiler, Planungskommission; Peter Zeller, SVP; Peter Winzeler, Seniorissimo; Rachel Lindemann, Kinder- und Jugendkommission; Richard Haueis, Schule; Roland Steingruber, Appenzeller Bahnen; Willi Staubli, FDP; Susanne Lindemann, Baukommission; Thomas Baumgartner, Direktor Appenzeller Bahnen, Lenkungsausschuss; Thomas Ortlieb, Kinder- und Jugendarbeit; Tina Schärer, Kanton AR, Kommunikationsbegleitung; Ueli Anderfuhren, Gemeindeingenieur; Urban Keller, Kantonsingenieur, Lenkungsausschuss; Urs Alder, IG Dorfgestaltung, Lenkungsausschuss; Walter Grob, Gemeindepräsident, Vorsitz Lenkungsausschuss.

Fachliche Begleitung: Ernst Basler + Partner Projektleitung / Moderation, Spezialisten Raumplanung und Verkehrsplanung sowie Kommunikation; Ernst Niklaus Fausch Architekten, Architektenteam 1; Atelier Bottlang und Geser, Landschaftsarchitekten, Architektenteam 2.

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Wichtige Funktion der Arbeitsgruppe

Gemeindepräsident Walter Grob hiess die rund 40 Teilnehmenden des ersten Workshops willkommen und drückte – auch im Namen des ganzen Gemeinderates – Dankbarkeit aus für die rege Beteiligung in der Arbeitsgruppe.

Fabienne Perret, Projektleiterin von Ernst Basler + Partner, stellte die einzelnen Prozessschritte dar und zeigte auf, welche Grundlagen im Hinblick auf die Abstimmung vom 30. November 2014 erarbeitet werden sollen. Sie wies insbesondere auch auf die wichtige Funktion der Arbeitsgruppe hin. Diese sei dazu da, Bedürfnisse auszudrücken, Interessen und Meinungen in die Diskussion einzubringen, Informationen auszutauschen und Ergebnisse im Prozess zu spiegeln. Gleichzeitig ermöglichten die Teilnehmenden einen Multiplikations-Effekt bei den durch sie vertretenen Organisationen und in der breiten Öffentlichkeit. Die Mitglieder seien eingeladen, die inhaltliche Diskussion auch in ihre Gruppierungen hinein zu tragen und Rückmeldungen weiterzuleiten.

Spielregeln für die Gruppendiskussionen

Vor dem Einstieg in die Gruppendiskussionen erläuterte Fabienne Perret die Spielregeln der Workshops. Jede Meinung sei berechtigt und gefragt. Im Fokus stehe das Gesamtinteresse von Teufen. Einzel- und Gruppeninteressen würden aber ebenfalls beachtet. Nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame werde in den Vordergrund gestellt.

Die Workshops seien Teil eines Entscheidungsfindungsprozesses. Entscheidungen würden danach aber im vorgeschriebenen politischen Verfahren gefällt. Workshops und Ergebnisberichte seien bewusst nicht öffentlich, zusammenfassende Berichte für die Medien würden anonymisiert. Mit diesem Vorgehen werde sichergestellt, dass alle Beteiligten in den Diskussionen offen ihre Meinung äussern könnten.

Nächster Workshop am 7. Mai

Am Ende des Workshops bedankte sich Walter Grob bei allen Teilnehmenden für die engagierte Diskussion. Aus den Ergebnissen des ersten Workshops wird nun von den externen Fachpersonen ein Entwurf des Zukunftsbildes entwickelt. Dieser wird am zweiten Workshop vom 7. Mai 2014 im selben Kreis diskutiert und präzisiert. Basierend darauf wird das Zukunftsbild fertiggestellt und den Architektenteams als Vorgabe für die Vertiefung der beiden Varianten (Doppelspur/Tunnel) zur Verfügung gestellt.

Die Vorschläge der Architekten werden am dritten Workshop vom 20. August 2014 wiederum zur Diskussion gestellt. Aufgrund der erarbeiteten Grundlagen sowie der Rückmeldungen aus dem Workshop-Kreis spricht der Gemeinderat im Anschluss eine Empfehlung für die eine oder andere Variante aus. pd.

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