Die Doppelspur wird nicht am Stück gebaut

23.12.2014 | Erich Gmünder
AB-Direktor Tomas Baumgartner zur Baustellenproblematik

Vor allem beim Gewerbe entlang der Dorfstrasse macht man sich Sorgen, wenn die Doppelspur kommt: Von Bauzeiten bis zu 3 oder gar 4 Jahren ist die Rede. AB-Direktor Thomas Baumgartner nahm an der Informationsveranstaltung der Gemeinde am 16. Dezember 2014 im Lindensaal ausführlich dazu Stellung.

AB-Direktor Tomas Baumgartner zur Baustellenproblematik

Hier geht’s direkt zum Kurzvideo 4 min. auf Youtube zu diesem Thema.

Es sind verschiedene Fragen aufgekommen: Wie lange ist die Bauzeit beim Tunnel, wann ist der Start, welche Einschränkungen gehen damit fürs Dorf einher.

„Bauen im Siedlungsgebiet ist nicht das, was zu unseren Lieblingsbeschäftigungen gehört, aber es wird unumgänglich sein, und zwar bei jeder Variante, die wir haben. Fakt ist, dass man das Vorprojekt nicht weiter bearbeitet hat, es ist gestoppt worden, und damit sind die Bauphasen, die auf uns zukommen, nicht im Detail untersucht worden. Tatsache ist jetzt aber, das man einfach die Volksabstimmung hat Mitte Januar und dann einen Entscheid hat, für welche Variante auch immer, dass dann natürlich die Projektierungsarbeiten losgehen müssen. Es braucht Auflageprojekte, braucht Bauprojekte, braucht Genehmigungen, braucht eisenbahnrechtliche Verfahren, so dass wahrscheinlich eher so im 2018 mit Bauen angefangen werden könnte.

folie bauphase

Zufahrt soll immer möglich sein

Für uns als Bahn ist die Aufrechterhaltung des Bahnbetriebes eine von den höheren Prämissen; wir fahren schliesslich für unsere Kundinnen und Kunden durch die Landschaft, und darum ist das eine von den ganz grossen Prämissen – und wenn wir Zug fahren können, kann man auch auf der Strasse fahren. Das heisst, wenn eine Bahn fährt, dann hat es auch Zufahrtsmöglichkeiten für den Strassenverkehr, das wollen wir auch irgendwie aufrecht erhalten.

Wir haben nicht zuletzt auch aus diesem Grund dieses Jahr üben können, im Linsenbüel und im Spisertor. Sie sehen da das Bild eingeblendet, wir haben Spezialweichen gepostet, sogenannte Kletterweichen, wo der Zug über die Strasse klettert, und auf der anderen Seite wieder runter fahren kann. Die kann man einteeren, dann kann man mit dem Auto oder Velo darüberfahren, dass der Verkehr gewährleistet werden kann.

Schrittweises Vorgehen

Völlig klar ist, dass es ein schrittweises Vorgehen braucht, man fängt nicht überall an zu bauen, und dann hat man auf diesen – Grössenordnung – 700 Metern eine Baustelle, ein Riesenloch. Da wird man schrittweise  punktuell vorwärts gehen und sich durch das Dorf durcharbeiten. Nichts desto trotz – es gibt Einschränkungen bei der Erschliessung, es gibt Einschränkungen für den Verkehr, und es gibt generell Lärm und Staub, das darf man nicht von der Hand weisen bei der Doppelspurlösung.

Aber die gäbe es auch, wenn man sagen würde, wir machen die Einspurlösung: Die Werkleitungen muss man ersetzen, und man müsste allenfalls unser Einspurgleis in Richtung Strasse versetzen, also diese Einschränkungen und die Bauarbeiten hat man so oder anders je nachdem. Auch wenn man den Tunnel baut, hat man natürlich genau die gleichen Geschichten; es ist vielleicht etwas weniger lange und etwas anders verlagert.

„Da gebe ich mein Ehrenwort darauf, dass man, wenn man baut im Dorf drin, dass man eben auch versucht, rücksichtsvoll zu bauen, die Betroffenen anhört, dass man miteinander nach geeigneten Lösungen sucht“

Für die Appenzeller Bahnen sind zwei Sachen ganz ganz wichtig: Das eine ist die Berücksichtigung der Jahreszeiten – wir können auch nicht zwölf Monate bauen – wir haben auch nicht soviel Geld, um in einem Jahr soviel verbauen zu können, das vermögen wir gar nicht – , und der zweite ist viel viel wichtiger: Wenn es zur Lösung Doppelspur kommt, und das entscheiden Sie, liebe Teufnerinnen und Teufner, dann werden wir der Kommunikation und der Einbindung der Betroffenen eine besondere Beachtung beimessen. Das ist für uns ein grosses Anliegen.

Wir sind uns gewöhnt, im städtischen Bereich, im dörflichen Bereich, im engen Bereich zu arbeiten, und ich glaube, das ist ganz ein wichtiger Punkt; auf das Commitment können Sie zählen, da gebe ich mein Ehrenwort darauf, dass man, wenn man baut im Dorf drin, dass man eben auch versucht, rücksichtsvoll zu bauen, die Betroffenen anhört, dass man miteinander nach geeigneten Lösungen sucht wie da übrigens auch.

folie 3 baustellen

Man musste schon einmal Geleise erneuern, das muss man halt alle etwa 30 bis 40 Jahre, Sie sehen rechts oben das Bild von Teufen. Sie sehen unten rechts aktuell das Bild, das wir diesen Sommer am Spisertor gehabt haben, also eine Riesenbaustelle, und ich kann Ihnen sagen, wir haben dort in wenigen Wochen 240 Meter Gleis gebaut. Das, was Zeit gebraucht hat, sind die Werkleitungen, ist das Drumherum, und das Ganze ist natürlich auch in einem Schichtbetrieb umgesetzt worden.

Solche Gleisbauten gibt es nicht nur bei uns, die gibt es auch in Zürich, oder in Bern: Ich erinnere mich, dass in Bern vor zwei Jahren etwa die ganze Gasse, alle Gleise erneuert werden mussten in der Altstadt; also man hat da relative gute Erfahrungen, wie man mit dem umgehen will.

Einschränkungen so oder so nicht zu vermeiden

In dem Sinne muss ich fairerhalber sagen, und das ist eine realistische Betrachtung: Der Bau der Doppelspur wird Einschränkungen geben, aber die sind zeitlich eingeschränkt, die sind zeitlich terminiert, die sind erkennbar, und wir werden uns dafür verwenden, dass das so gut wie möglich über die Bühne gehen wird und mit den Betroffenen auch entsprechend angeschaut wird.

Das wären noch meine zwei, drei Ergänzungen zur Baustelle.

Wenn man natürlich den Tunnel baut, dann baut man den neben dran, aber unterschätzen Sie dann nicht, was wir auf dem Bahnhof bauen: Wir müssen 3-3,5 Meter runterlochen, weil wir unter der Speicherstrasse durchfahren müssen, und wenn wir im Stofel den Anschluss bauen müssen, ist das auch nicht ganz zu vernachlässigen von den Eingriffen her.“

Transkription: EG

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