Der Sonnenschein vom Landhaus - und sein Kater

07.09.2014 | Alexandra Grueter-Axthammer
Norbert Condrau 2

Norbert Condrau 2. Versuch (2)

Alexandra Grüter-Axthammer

Er sei ein Schreck gewesen für den Schulhauswart in seiner Schulzeit, sagt Norbert Condrau und lacht herzhaft.

Das liegt ihm anscheinend, das Lachen – nicht das Erschrecken. Vielleicht hat er darum so viel Verständnis für die Kinder im Schulhaus Landhaus, in dem er heute selber Hauswart ist. Die Arme verschränkt, ein goldener Ohrring im linken Ohr und unter dem T-Shirt schaut eine Tätowierung hervor, tatsächlich kann man sich vorstellen, dass Norbert Condrau nicht immer nur ein braver Hauswart war.

Sein Lachen ist ansteckend und die Begeisterung für seine Arbeit ist spürbar. «Manchmal, wenn ein Kind hier einen Blödsinn macht, gehe ich ins Putzräumli, lache mich dort aus und denke: Der Scherz könnte auch von mir sein. Dann gehe ich zu dem Kind und sage ihm, dass es das nicht machen soll. Das muss ja auch sein.»

Wenn ihm das Lachen trotzdem einmal vergeht, dann setzt er sich am Feierabend hin und macht Musik. Das sei eine seiner grossen Leidenschaften. Gleichzeitig spielt er Gitarre und Blues Harp, dazu lässt er den Looper laufen, mit dem er eigene Musiksequenzen aufnehmen und abspielen kann, dann klinge das wie seine persönliche kleine Band und mache ihm grossen Spass, sagt er. Danach ist seine Welt wieder in Ordnung.

Auch schon durfte er während einer Projektwoche im Schulhaus eine Klasse im Blues Harp-Spielen unterrichten. «Das gibt es ab und zu, dass ich in Projekten mitwirken kann. Auch im Werken bin ich manchmal dabei, und jeweils im Herbst schneiden und stecken die Schüler mit mir das Weidenhaus neu. Es ist hier ein tolles Miteinander mit den Lehrern und den Schülern – einfach ein super Team. Darum gefällt es mir hier auch so gut.»

Norbert Condrau (1)

Er kenne keinen anderen Beruf, der so vielseitig sei wie seiner. Neben den Reinigungsarbeiten und der Bewirtschaftung der Grünflächen ist er auch für die Materialbestellung zuständig. Viele der technischen Anlagen, wie etwa die Heizung oder Rollläden, kann er seit kurzem von seinem Smartphone aus steuern.

Flo gehört dazu

Koch hat er ursprünglich gelernt. Nachdem er dann ins Gastgewerbe eingestiegen ist und während fünf Jahren das Pickwick Pub in Gossau führte, wollte er nochmals etwas ganz anderes machen. Durch einen Freund kam er auf die Idee, sich als Schulhauswart zu bewerben. «Die erste Stelle, auf die ich mich in St.Gallen beworben hatte, bekam ich auch schon».

Danach besuchte er berufsbegleitend die Hauswartschule in St.Gallen, nach zweieinhalb Jahren schloss er die Schule ab. Eine Baustelle sei das Landhaus noch gewesen, als er mit seinem Kater Flo 2004 die Hauswartwohnung bezogen habe.

Seine Wohnung liegt direkt im Schulhaus und lädt ein, um zu klingeln, wenn von den Kindern mal was vergessen wurde im Schulzimmer. «Klar kommt das vor, aber die Kinder und ich haben eine Abmachung; bis 18.00 Uhr dürfen sie bei mir klingeln, danach habe ich Feierabend und lasse sie nicht mehr ins Schulzimmer – auch nicht, wenn ein Mami anruft. Das klappt wirklich sehr gut.»

Nicht nur Norbert Condrau ist beliebt bei den Kindern und den Lehrpersonen, auch sein Kater Flo gehört zum Schulalltag. Der Kater sitzt fast jeden Morgen ab 7.30 Uhr vor dem Schulhaus und wartet auf die Kinder. Auch wenn am Mittag alle Schüler aus dem Schulhaus stürmen, sitzt Flo gelassen auf dem Platz und die Kinder rennen um ihn herum. Er darf auch ins Schulhaus und in die Klassenzimmer, solange es die Kinder nicht ablenkt. Flo gehört dazu und so schliesst er sich auch freiwillig, aber ganz selbstverständlich dem Fototermin an, den sein Herrchen mit uns hat.

Privat ist Norbert Condrau genau so vielseitig interessiert wie beruflich. So engagiert er sich als Leiter bei den Jugendschützen, aber er schreinert auch gerne Möbel für sich. Erholung findet er in der Natur und streift durch die Wälder, und wenn er dann noch essbare Pilze findet, freut er sich ganz besonders. Damit kennt er sich aus und als gelernter Koch weiss er auch, wie er aus den Speisepilzen ein leckeres Mal zubereiten kann. «Was mich alles interessiert, kann man gar nicht in einem einzigen Leben ausprobieren», sagt er und lacht herzhaft.

Norbert Condrau

Geboren: 27. 4. 1965
In Teufen seit: 2004
Erlernter Beruf: Koch/Hauswart
Heute tätig als: Schulhauswart
Familie: In festen Händen
Hobbys: Musik, Motorradtouren, Wandern, Kochen, Pilze sammeln, Sportschiessen (Schiesslehrer für Jugendliche 12 –16 Jahre) Garten, Möbel schreinern, Werken und Gestalten
Lieblingsessen: Alles was fein ist
Lieblingsgetränk: Kaffee, Amarone
Buch auf dem Nachttisch: Krimi: Eine Messe für die Medici

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