Der Pächter der Gemeindeliegenschaft

20.09.2016 | Erich Gmünder
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Werner Giezendanner, Meisterlandwirt und Versicherungsberater, ist unser Tüüfner Chopf im September. Fotos: Erich Gmünder
«Ich bin ein Schönwetterbauer», sagt Werner Giezendanner. Bei schlechtem Wetter gehe er ins Büro. In Haslen arbeitet er als Versicherungsberater für die Agrisano und die Emmental Versicherung – wenn es denn eben das Wetter zulässt. «Dann haben meine Kunden auch Zeit, denn es sind Bauern wie ich.» Eigentlich wollte der junge Werner zuerst das Metzgerhandwerk lernen, merkte aber bereits in der Schnupperlehre, dass ihm dies nicht zusagte. Viel wohler ist es ihm in Feld und Stall. Der Scholle verbunden Er habe erst in der Landwirtschaftsschule «den Knopf aufgemacht» und Freude am Lernen bekommen. Da gab er aber Gas, machte das Meisterdiplom und hängte gleich auch noch den Technischen Kaufmann an. 2012 übernahm er von seinem Vater den landwirtschaftlichen Betrieb im Schönenbüel. 16 Hektaren umfasst die Gemeindeliegenschaft, dazu bewirtschaftet er weitere 15 Hektaren Pachtland von ehemaligen Bauernhöfen, unterstützt von seinem Vater, während bei der Heuernte seine Freundin und die ganze Familie mit anpacken. Und die Freundin teilt auch seine Freude an Zahlen. Sie hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitet als Controllerin bei einer Bank. 09-werner-giezendanner-88

«Die Kühe sind meine Mitarbeiterinnen»

«Die Kühe sind meine Mitarbeiterinnen», sagt er schmunzelnd, während er den Blick über die friedlich kauenden Tiere schweifen lässt. «Wenn es ihnen gut geht, geht es auch mir gut», und meint nicht nur die bessere Leistung. Gerade eben musste er seine Lieblingskuh «Bär» zum Schlachten bringen: «Bär» war die Leitkuh, ein grosser Teil seiner 30-köpfigen Herde stammt von ihr ab. «Man kennt den ganzen Stammbaum jeder Kuh, und so etwas tut weh.» Genau so fühlt er sich der Scholle verbunden. «Ich behandle den Gemeindeboden, wie wenn es mein eigener Boden wäre». 1-werner giezendanner (1) Der Stall und die Scheune wurden vor 35 Jahren neu erstellt, seither hat sich viel Investitionsbedarf angestaut. Nach dem Melken und Füttern und dem Tränken der Kälbchen – die Rinder sind auf der Weide – nimmt er das schmale Strässchen zum Appenzeller Bauernhaus unter die Füsse, das idyllisch oben auf einer kleinen Anhöhe mit Panoramablick thront. Die Holztäfer, der Kachelofen, die niederen Decken erinnern an eine Zeitreise in die 50er-Jahre. 12-werner-giezendanner-100Der Charme hat auch seine Schattenseiten: «Wenn der Wind weht, bewegen sich die Vorhänge auch bei geschlossenen Fenstern, und im Winter wird es oft ziemlich kalt.» Etwas, woran sich seine Freundin erst gewöhnen musste, erzählt er schmunzelnd. In seiner Kindheit führten die Eltern das Altersheim Bächli, wo er von den Bewohnern verhätschelt wurde. Später zog die Familie in das Pächterhaus im Schönenbüel. Freude am Organisieren Das Knowhow in den Bereichen der Betriebswirtschaft, Buchhaltung und Organisation kann er nun täglich einsetzen, sei es als Landwirt oder in seinem Zweitberuf als Versicherungsberater, als OK-Mitglied des kantonalen Schwingfestes 2017 in Teufen oder im Verwaltungsrat der Landi Säntis AG, in den er als Vertreter des Landwirtschaftlichen Vereins Teufen bereits in jungen Jahren delegiert wurde und wo er sich stark für die neue Landi engagierte. Im TV Teufen und später im TV Hundwil stillte er seinen Bewegungshunger. Seit zwei Jahren ist er wieder im TV Teufen dabei und engagiert sich in der Feuerwehr. Ja, er würde diesen Beruf wieder ergreifen, auch wenn aus seiner Sicht in der Landwirtschaftspolitik momentan vieles in die falsche Richtung laufe. «Der Milchpreis ist am Boden, zwischen 51 und 58 Rappen gibt es noch für einen Liter, das ist weniger als eine Flasche Mineralwasser kostet. In der aktuellen Agrarpolitik wird der Landschaftspflege grosse Bedeutung beigemessen. Aber wir Bauern haben einen Versorgungsauftrag, und ich bin fest überzeugt, dass der Trend wieder drehen wird.» So mag er denn auch nicht klagen, sondern wünscht sich gar, dass die nächste Generation den Hof dereinst weiterführen wird. Die Voraussetzungen sind gut. 2017 soll Hochzeit sein. 06-werner-giezendanner-31

Werner Giezendanner

Geboren: 31. Juli 1981 In Teufen: seit Geburt Familie: Freundin Carola Müller Erlernter Beruf: Landwirt mit Meisterdiplom, Technischer Kaufmann Heute tätig als: Landwirt, Versicherungsberater Lieblingsessen: Im Sommer Lasagne, im Winter Fondue Lieblingsgetränk: Milch («ist der beste Durstlöscher!») Musikvorlieben: Radio Buch auf dem Nachttisch: Keines – ich lese nicht im Bett Hobbys: Sport im TV Teufen, Skifahren, Langlauf, Joggen, Wandern Lebensmotto: «Schau vorwärts und nicht zurück»

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