Daniel Untersander: Lehrer und Vollblut-Musiker

16.12.2012 | Alexandra Grueter-Axthammer
Daniel Untersander (1)
Daniel Untersander. Foto: AG

Alexandra Grüter-Axthammer

«Mein Kopf ist voller Ideen – das ist manchmal anstrengend – auch für die Familie. Wenn mir eine Melodie in den Sinn kommt, dann singe ich sie gleich auf mein Handy – egal ob ich beim Einkaufen bin oder auf dem Velo sitze.»

Daniel Untersander ist Primarlehrer und unterrichtet in einem Fünfzig-Prozent Pensum eine sechste Klasse in Appenzell. Seine Frau unterrichtet die anderen fünfzig Prozent. Seine grosse Leidenschaft ist die Musik. Er schreibt und komponiert selber Lieder. Am Freitag, 21. Dezember gibt er in Teufen ein Konzert.

Entspannen beim Umbauen

Seit zwei Jahren wohnt Daniel Untersander mit seiner Frau Rebekka und den beiden Kindern in Teufen im Elternhaus des Schwiegervaters. Rund ein Jahr dauerte der Umbau des alten Hauses. Zusammen mit seiner Familie konnte er die meisten Arbeiten selber machen. «Mein Vater ist Schreiner, und zusammen mit meinem Bruder übernahm ich die Planung», erzählt Daniel Untersander.

Die Handwerkerarbeit liege ihm, ausserdem tue sie ihm gut. «Mein Kopf und meine Hände sind dann beschäftigt und ich studiere keinen neuen Melodien nach.» Im Keller richtete er sich einen kleinen Musikraum ein. Meistens spielt und komponiert er am Klavier im Wohnzimmer. Nur wenn die Kinder schlafen, steigt er die Treppen zum Musikzimmer hinunter.

Er lernte aus Spass – nie mit Drill

Schon als Kind interessierte sich Daniel Untersander für aussergewöhnliche Instrumente. Bereits mit sieben Jahren übte er auf dem Althorn, obwohl er eigentlich lieber Sousaphon spielen wollte. Für das grosse Blasinstrument – ähnlich wie eine grosse Tuba – war er noch zu klein. Doch bevor er das Sousaphon tragen konnte, begann er darauf zu üben und lernte es spielen.

Mit vierzehn spielte er in einer Schülerband Keyboard. Damals begann er auch zu singen und zu komponieren. Später lernte er noch Gitarre und Klavier und im Militär spielte er in der Brass Band.

Instrumente spielen zu lernen fiel ihm nie schwer. «Wenn ich Lust auf ein Instrument hatte, dann probierte ich es aus», sagt der heute 31-Jährige. «Als ich Dudelsack spielen wollte, kauften mir die Eltern einen und ich probierte so lange, bis ich darauf spielen konnte.»

Zusammen mit seinem Bruder, der Schottentrommel spielte, trat er dann mit dem Dudelsack an verschiedensten Anlässen auf. «Das war vor etwa zehn Jahren, damals boomte die schottische Musik noch nicht so wie heute.»

Er habe nie mit Drill Musik lernen müssen, und seine Eltern hätten ihn immer unterstützt. Zwar singt seine Mutter in einem Chor und spielt Gitarre, aber seine Familie würde er nicht als überaus musikalisch bezeichnen. So halte er es auch mit seinen Kindern, sagt er. Wenn sie musizieren möchten, dürften sie das natürlich, aber er werde sie nie dazu drängen.

Alle paar Jahre ein neues Musical

Sein erstes Musical schrieb er als Diplomarbeit am Lehrerseminar 2003. «Alles was ich über Musik wusste, baute ich im Musical ein.» Mittlerweile schrieb er andere Geschichten zu Musicals um, wie beispielsweise Michael Endes «Momo». Zusammen mit der Parallelklasse und deren Lehrer schrieb er ein Drehbuch. Nach und nach entstanden die Lieder zur Geschichte. Und am Ende des Schuljahrs führten die beiden Klassen es auf. Seither studiert er mit jeder sechsten Klasse ein eigens geschriebenes Musical auf.

Nun freut er sich auf sein erstes Konzert in Teufen. Dort singt er eigene Songs, vorwiegend auf Englisch. Dazu begleitet er sich mit Klavier und Gitarre.

Warum er englisch singe? «Zu meinen Liedern passt das Weiche und Sanfte der englischen Sprache besser als beispielsweise das Schweizerdeutsch. Aber ich singe auch Deutsch und Mundart.» Melancholische Lieder wird er an diesem Abend singen – aber nicht nur. «Es sind gehaltvolle Lieder», sagt er. Sie handeln unter anderem von Armut und Reichtum. Es sei ihm wichtig, dass die Leute verstehen, was er singt, darum druckt er im Programmheft auch die Übersetzung ab.

Konzert: Freitag, 21. Dezember um 20 Uhr in der reformierten Kirche Teufen. Der Erlös aus dem Konzert geht vollumfänglich an die Spendenaktion «Jeder Rappen zählt».

Daniel Untersander

Geboren am: 23. Januar 1981

In Teufen seit: 2010

Heimatort: Altstätten

Familie: Frau Rebekka, Sohn Micha 5 Jahre, Tochter Nora 2 Jahre

Erlernter Beruf: Primarlehrer

Heute Tätig als: 50 % Lehrer, Hausmann, Komponist

Lieblingsessen: Kartoffelstock, Voressen, Marroni

Lieblingsgetränk: Mangosaft zum «Zmorge»

Musikvorlieben: Fast alles

Hobbys ausser Musik: Handwerken, Klettern, Spiel und Sport

Buch auf dem Nachttisch: Die Schafgäääng

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