Appenzellerland im Winter

16.01.2026 | Sepp Zurmühle
Wanderung_Januar_2026 (16)

Die Freude ist gross beim Wiedersehen im neuen Jahr. Die erste der elf geplanten Wanderungen steht an. Sie führt über verschiedene, zum Teil weniger bekannte Wege von Steinegg nach Wasserauen und zurück. Einzelne wandern bis Appenzell. Mit der  wärmenden Sonne im Gesicht ins kühle Schattental und zurück.

28 Mitglieder der Wandergruppe Tüüfe treffen sich zur ersten Wanderung 2026 am Bahnhof Steinegg AI. Heute ist der 15. Januar. Im Jahresprogramm war diese Wanderung eine Woche früher geplant. Die Wetterprognosen damals sahen für Wasserauen gefühlte Temperaturen von minus 12 Grad und aufkommende Bewölkung vor. Heute hingegen scheint die Sonne schon auf der Anfahrt nach Steinegg und ermöglicht einen herrlichen Blick in den (noch) schneebedeckten Alpstein. Ein Föhnlage lässt die Temperaturen um rund 20 Grad ansteigen und den frisch gefallenen Pulverschnee vor den Augen dahinschmelzen. Leider, denn im Januar hätten ich viele gerne länger behalten.

Sonne im Gesicht

Ab Steinegg führt der Weg kurz der Strasse Richtung Weissbad entlang, dann rechts über die Sitter via Obernau, Hafen zum Hof Weissbad. Stellenweise ist der Weg noch etwas eisig und man muss vorsichtig einen Schritt vor den anderen setzen. Die Sonne im Gesicht, den blauen Himmel und das Bergpanorama vor den Augen sowie die persönlichen Gespräche zum Jahresanfang machen die Wanderung, trotz teils rutschigem Untergrund, zum Genuss.

In Weissbad geht’s weiter bis zum Restaurant Loosmühle und dort rechts hinauf Richtung Lehmenstrasse. Kurz darauf links weg via Strubejockelis und Böschelbüeblis zum Dörfchen Schwende. Vor der imposanten Kirche macht die Gruppe halt. Der Skilift Horn vis à vis ist in Betrieb. Vor allem Schulklassen fahren den schattigen Hang hinunter und scheinen grossen Gefallen daran zu finden.

Die Kirchentüre steht offen und so schauen viele Teilnehmende kurz hinein und bewundern die schöne und auffallend grosse Kirche in diesem kleinen Dorf. Wanderleiterin Rosy Rechsteiner erzählt ein paar Informationen zur Örtlichkeit.

Schwende-Rüte

Der Dorfname Schwende leitet sich vom althochdeutschen Verb «swenden» oder «swenten» ab, was so viel wie «zum Schwinden bringen» bedeutet. «Schwenden» bezeichnet das gezielte Entfernen von Bäumen und Gebüsch, wobei das Wurzelwerk im Boden verbleibt. Im Gegensatz zur vollständigen Rodung konnten die so bearbeiteten Flächen schneller als Viehweiden genutzt werden. Das mit Rüte verwandte Wort «Rüti» bezieht sich ebenfalls auf Rodung und urbar gemachtes Land und taucht schon um 1340 in schriftlicher Form auf.

Der flächenmässig grösste Bezirk (Gemeinde) in Innerrhoden ist am 1. Mai 2022 durch die Fusion von Schwende und Rüte entstanden. Er ist die Heimat von rund 6000 Einwohnenden und umfasst die Dörfer und Siedlungen Brülisau, Eggerstanden, Schwende, Steinegg und Wasserauen, Teile von Appenzell, Weissbad sowie den grössten Teil des Alpsteins bis zum Gipfel des Säntis. Die Bezirksverwaltung befindet sich in Steinegg.

Schattental

Ab Schwende war die Wanderung über die Wiesen, bzw. Schneefelder, via Fridisjockes und Unterbild geplant. Dafür ist es heute zu stark vereist, was wenig verwundert. Denn ab hier wandert die Gruppe im Schatten der hohen Berge. Heute auf dem Radweg der dem Schwendebach entlang führt. Die gefühlte Temperatur bei leichtem Wind liegt mindestens zehn Grad tiefer und ist bis in die Knochen spürbar. Da kommt die Idee der Wanderleitung gerade richtig. Bei einer Sitzbank werden ein Tablar, Becherlein und eine Flasche Appenzeller Alpenbitter ausgepackt. Alle stossen auf ein gutes (Wander)Jahr an. Herzerwärmend.

Angesichts der Tatsache, dass die Sonne hinter uns scheint und die Mittagszeit naht, beschliesst die Wanderleitung bereits vor Wasserauen den Rückweg anzutreten. Und so kehren alle gerne nach Schwende zurück.

Krönung

Auf der anderen Seite des Schwendebachs führt der Weg hinauf zum Hotel und Restaurant Alpenblick. Hier werden wir so richtig verwöhnt, je nach Wunsch mit Suppe, Hauptgang (Schnipo oder Bärlauchspätzli mit acht verschiedenen Gemüsen) sowie Dessert und Kaffee. Die Atmosphäre ist gediegen und die Stimmung vertraut und familiär.

Der Rückweg nach Steinegg führt durch die leicht erhöhte Siedlung Zidler nach Weissbad und am neuen Fabrikationsgebäude der Biberli Bischofberger vorbei. In Steinegg nehmen die meisten den Zug zurück nach Hause. Einzelne wandern der Sitter entlang bis nach Appenzell und geniessen die wärmende Nachmittagssonne an diesem wunderschönen Wintertag.

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