25 Jahre Fernblick – Haus der Versöhnung

20.12.2011 | Erich Gmünder
Fernblick um 1940

Wohl die meisten Teufner wissen, wo der Fernblick zu finden ist: an einem der schönsten Aussichtspunkte oberhalb des Dorfes. Aber die wenigsten wissen, wer hinter dem Bildungshaus steckt. Deshalb wird am 18. September die Teufner Bevölkerung aus Anlass des 25-Jahr-Jubiläums zu einem Tag der offenen Tür eingeladen.

Theres Bleisch, seit 2002 Leiterin des Bildungshauses Fernblick, vermutet, dass nur wenige Teufner wirklich wissen, welche Aufgaben ihr Haus erfüllt. Das Jubiläum soll der breiten Bevölkerung einen Einblick erlauben. «Einfach, weit, zugewandt»: Dieses Motto umfasst in aller Kürze das, was sich das Fernblick-Team zum Lebens- und Arbeitsinhalt gemacht hat: Ein ‹einfacher› Lebensstil, gepaart mit herzlicher Grosszügigkeit. Eine ‹weite›, weltoffene, ethische und ökumenische Grundhaltung, und ‹zugewandt›: verbunden mit den Menschen, der Menschheit und unserer Erde.

Theres Bleisch, Mona Lutz und Hildegard Schmittfull wohnen als Mitglieder des Katharina-Werks im Fernblick und führen das Haus zusammen mit Mitarbeiterinnen aus der Region.

«Haus der Versöhnung»

Versöhnung, mit sich und seiner eigenen Geschichte, mit der Schöpfung und der Wel, mit anderen Nationen und Weltanschauungen ist das grosse Thema, das sich auch in den meisten Kursangeboten niederschlägt. Eine internationale Ausstrahlung geniesst der Fernblick mit der Organisation des Peace-Camps, das diesen Sommer zum 20. Mal durchgeführt wurde. Hier treffen junge Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten aufeinander: Palästinenser mit Israelis, Juden mit Muslimen, Kosovaren mit Serben. Hier lernen sie, mit den Konflikten konstruktiv umzugehen, vernetzen sich untereinander und nehmen ihre positiven Erfahrungen als Multiplikatoren mit nach Hause und in ihre Organisationen.

Neues Projektfür Jugendliche

Auslöser für das erste Peace-Camp waren 1992 die Kriege am Golf und im Balkan. Noch im September startet im Fernblick ein neues Projekt für 18- bis 25Jährige: In Kooperation mit der Sinn-Stiftung wird ein einjähriges Studien- und Praxisjahr für Frieden und Ökologie angeboten (www.sinn-stiftung.eu/propeace). Der Fernblick ist seit 1986 eine Bildungsinstitution des Katharina-Werks Basel, einer ursprünglich katholischen Frauengemeinschaft, die in den letzten Jahren bewusst den Weg der Öffnung gegangen ist und auch Männer, Paare und Menschen anderer Religionen aufnimmt (www.katharina-werk.ch).

Das ehemalige Erholungsheim auf einer alten Postkarte aus dem Jahre 1940. (Sammlung Werner Holderegger)

Ursprünglich eine Weberei

Das typische Appenzellerhaus beherbergte anfänglich eine Weberei und Stickerei. 1929 erwarb der St. Galler Kinderarzt Dr. Rudolf Müller den Fernblick als Kinder- und Erholungsheim für die Caritasschwestern, welche in St.Gallen bereits das Kinderheim Birnbäumen führten. 1945 schlossen sich die Schwestern dem Katharinenwerk an, womit der Fernblick eine neue Trägerschaft erhielt. 1986 erfolgte die Umwandlung in ein Bildungshaus, wofür ein Erweiterungsbau angegliedert wurde. Im vergangenen Jahr wurden im Fernblick 48 eigene und 40 Gastkurse durchgeführt und 3400 Übernachtungen gezählt. EG.

 

 

Die 42 Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Peace-Camps 2011 stammten aus 13 Nationen. Foto: Erich Gmünder

www.fernblick.ch

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