Mehr Artenvielfalt im Teufner Wald

10.09.2017 | Erich Gmünder
waldreservat thomas wenk (28)
Thomas Wenk führt uns auf schmalen, steilen Wegen von der Hauteten (Niederteufen) aus durch das neue Waldreservat.
Bildbericht: Erich Gmünder Der Wald oberhalb von Sitter und Rotbach soll mit gezielten Massnahmen so gepflegt werden, dass er vermehrt Lebensraum für bedrohte Tiere und Pflanzen sein kann. Im Frühjahr wurde das Gebiet als Waldreservat ausgeschieden. Was das bedeutet, erklärt Gemeindeförster Thomas Wenk. Lebensraum aufwerten Insgesamt 22 Hektaren Wald der Gemeinde und 17 Hektaren des Kantons gehören zum neuen Waldreservat. Nun soll der Wald gezielt ausgelichtet werden. Einzelne Tannen, Fichten und Buchen müssen Platz machen, damit sich ökologisch wertvolle Bäume wie Eichen, Eiben, Föhren oder Mehlbeere besser entwickeln können.
Ein junger Trieb der Eibe – dieser Baumart soll gezielt gefördert werden.
Die Eibe ist eine relativ seltene Baumart, und ihre Triebe sind beim Wild heiss begehrt. Die Lehrlinge werden deshalb die jungen Pflanzen gezielt schützen. Der vermehrte Lichteinfall und die Wärme werden dazu führen, dass auch Pflanzen oder Tiere wie Waldschmetterlinge, Specht, Hirschkäfer oder Glögglifrosch bessere Lebensbedingungen erhalten.
Farbige Markierungen zeigen: Hier wurde der Lebensraum wissenschaftlich erfasst und kartiert.
Stichprobenweise wurde die Artenvielfalt vorgängig von Spezialisten erfasst und kartiert. Damit kann längerfristig beobachtet werden, wie sich die Massnahmen auswirken. Holzschlag im Winter Die Massnahmen werden vom Teufner Revierförster und seinem Team nächsten Winter umgesetzt. Im steilen Gelände ist das Team technisch und handwerklich besonders gefordert. Um die Natur und die Wasserschutzzone zu schonen, soll das geschlagene Holz mit einer Seilbahn vom Tobel heraufgeführt und im Bereich Hauteten aufgerüstet werden.
Durch gezielten Holzschlag soll der Wald ausgelichtet werden, um Lebensraum für bedrohte Tier- und Pflanzenarten zu fördern.
Thomas Wenk freut sich auf diese Herausforderung: «Für die Lernenden ist die Arbeit im Waldreservat zudem eine ideale Gelegenheit, ihre Beobachtungsgabe zu schärfen und ihre Pflanzenkenntnisse zu erweitern.» Als Nebeneffekt kann das anfallende Nutz- und Brennholz verwertet werden.

Warum braucht es Waldreservate?

Waldreservate tragen zum Schutz des Waldes als natürliches Ökosystem bei und dienen der Erhaltung der Tier- und Pflanzenwelt. In Naturwaldreservaten wird ganz auf forstliche Eingriffe verzichtet, damit sich der Wald wieder natürlich entwickeln kann; in Sonderwaldreservaten wird gezielt eingegriffen, um ökologisch wertvolle Lebensräume aufzuwerten und bedrohte Arten zu fördern. In Reservaten sind alle ökologischen Nischen vorhanden: für licht- und wärmeliebende Arten, z.B. Waldschmetterlinge, genauso wie für Arten, die auf alte Bäume oder abgestorbenes Holz, so genanntes Totholz, angewiesen sind, wie etwa der Dreizehenspecht. Warum braucht es Totholz? Etwa ein Viertel aller im Wald lebenden Arten benötigt Totholz. In der Schweiz sind über 2700 Grosspilze und über 1700 Käferarten darauf angewiesen. Viele von ihnen sind bedroht oder gebietsweise bereits ausgestorben. Im und auf abgestorbenem Holz leben auch bestimmte Moose, Flechten, Vögel, Fledermäuse, Reptilien und Amphibien. Bis 2030 sollen gemäss Vorgaben des Bundes schweizweit mindestens 10% der Waldfläche als Waldreservate ausgeschieden werden. Das Ziel soll in Ausserrhoden bis 2028 erreicht werden. Quelle: Kantonales Amt für Wald und Raum
Tag des Schweizer Holzes am 16. September
Der Schweizer Wald bietet ein fast unerschöpfliches Potenzial für die Nutzung als Bau- oder Energieholz. Am Tag des Schweizer Holzes am Samstag, 16. September wird dies in Appenzell Ausserrhoden am Beispiel der Forstbetriebe Appenzeller Mittelland (Teufen-Speicher, Trogen, Gais) vorgeführt. In Zusammenarbeit mit zwei holzverarbeitenden Betrieben (Sägerei Naef AG in Speicher/Trogen und Nägeli AG in Gais) wird die ganze Wertschöpfungskette von der Ernte über die Sägerei bis zum Endprodukt präsentiert. Im Steineggwald wird die teil- und vollmechanisierte Holzernte bis zur Aufrüstung gezeigt. In Speicher kann man dabei sein, wenn die Baumstämme zum Brett oder Balken weiterverarbeitet werden, und in Gais sind alle Abläufe von der computergestützten Planung bis zur robotergesteuerten Fertigung der Massivholzelemente zu sehen. Zwischen den Aktionsstandorten und den Bahnhöfen der AB verkehrt alle 40 Minuten ein Gratisshuttlebus. Achtung: Beim Steineggwald stehen keine Parkplätze zur Verfügung. Bitte den öffentlichen Verkehr benutzen. Bei sämtlichen Standorten gibt es für Hungrige und Durstige eine gemütliche Festwirtschaft. TP  Samstag, 16. September 2017, ab 9.00 bis 16.30 Uhr. Detaillierte Infos via www.woodvetia.ch (Appenzell/Rheintal).  

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