Live-Ticker: Die Orientierungs-Versammlung zur Kurztunnel-Initiative

03.05.2017 | Erich Gmünder
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Die Berichterstattung im Live-Ticker ist hiermit abgeschlossen. Eine ausführliche Berichterstattung folgt im Laufe des Donnerstags. Wir bitten um Verständnis, dass nicht alle Wortmeldungen berücksichtigt werden konnten. (letztes Update 06:30)

 

Ticker: Erich Gmünder, Fotos: Marlis Schaeppi, Alexandra Grüter-Axthammer, Erich Gmünder

2152 Uhr: Schlusswort:

Reto Altherr bedankt sich für die Aufmerksamkeit und die rege Diskussion. Er ruft auf, an der Abstimmung vom 21. Mai teilzunehmen. Dieses Geschäft habe eine grosse Stimmbeteiligung verdient.

Im Anschluss trafen sich die Mitglieder der FDP und der SP zur Parolenfassung. Der Gewerbeverein fasst seine Parole am 8. Mai (Berichte folgen).

Alle Referenten stehen in der Fragerunde Red‘ und Antwort: von links Urban Keller, Thomas Baumgartner, Marianne Koller, Fredy Brunner, Werner Hugelshofer, Pascale Sigg, Reto Altherr. Im Vordergrund Moderator Hanspeter Spörri.

2110 Uhr: Fragerunde:

Alt Baudirektor Köbi Brunnschweiler als Vertreter der Initianten korrigiert einige Aussagen, die ihm in den Mund gelegt wurden. Der Bereich Spar sei das Haar in der Suppe, räumt er ein. Man könnte auch eine Haltestelle bauen wie bei der Station Riethüsli.

Patrick Kessler, Kantonsrat, fragt nach der finanziellen Beteiligung des Kantons.

Marianne Koller wiederholt nochmals, dass der Regierungsrat aufgrund des schlechten Kosten-/Nutzenverhältnisses keine öffentlichen Gelder einsetzen kann. „Ihr Teufner, ihr müsst schon sehen, über ein solches Projekt denken andere Gemeinden nicht einmal nach, geschweige denn ziehen sie so etwas in Erwägung, das gibt es nur in Teufen.“ Alle Gemeinden müssen 50 Prozent an den öffentlichen Verkehr zahlen, deshalb sei das niemandem zuzumuten. Darum müsse man im Kanton gar nicht darüber reden, ausser es werde ein entsprechender Vorstoss gemacht.

Fritz Schiess spricht sich für die Tramlösung aus. Warum sollte man nicht etwas machen, das auch andernorts funktioniert, wie beispielsweise der Kreisel am Schlösslitor in St. Gallen.

Zu diskutieren gibt die Frage, ob die Einmündung der Unterrainstrasse West beim Spar weiterhin offen bleibt.

Barbara Ehrbar: Die Bahn geht in Teufen mitten durch die Begegnungszone, weshalb das nicht mit Städten vergleichbar ist. Teufen hat keine verkehrsfreie Zone im Dorfzentrum.

Hanspeter Nef bezweifelt, dass im Dorf automatisch eine Begegnungszone entsteht, wenn die Bahn im Tunnel verschwindet. Es würden im Gegenteil noch mehr Leute mit dem Auto durchs Dorf fahren. Das Problem könnte nur vermindert werden, wenn noch mehr die Bahn benutzen würden. Aber das höre halt niemand gerne… Barbara Ehrbar erinnert daran, dass nicht nur viele mit dem Auto in die Stadt fahren, sondern auch viele Kunden aus St. Gallen mit dem Auto nach Teufen kommen, „und die brauchen wir“.

Barbara Giger stellt verschiedene Fragen. Thomas Baumgartner stellt klar, dass die Doppelspur nach Niederteufen nur möglich ist bei einer Tramlösung ab Bahnhof, bei der Kurztunnelvariante wird die Einspurstrecke vom Spar bis nach Niederteufen weitergeführt. Jede zusätzliche Doppelspurstrecke führt zu mehr Fahrplanstabilität und mehr Möglichkeiten bei der Fahrplangestaltung.

Auf verschiedene Bedenken zur Sicherheit betont Thomas Baumgartner, dass die Doppelspur die absolut sicherste Lösung sei, mit dem Verkehr auf der rechten Fahrspur Richtung Ost-West und auf der rechten Richtung West-Ost. Mit dem Nebeneffekt, dass Raum frei werde für Fussgänger und Velofahrer und die Bahnübergänge nicht mehr mit Barrieren und Lichtsignalen gesichert werden müssten. Der heutige Zustand, wo der Zug auf der falschen Richtung durch das Dorf fährt, sei gefährlich und absolut nicht mehr tolerierbar. Mit dem Kurztunnel bringe man die Bahn zwar auf ein paar hundert Metern weg, aber im restlichen Gebiet hätte man genau die gleichen Probleme wie heute. Mit dem neuen Rollmaterial werde auch das Lärmproblem im Dorf gelöst, die neuen Züge seien leichter und leiser. Auch die neuen Gleise tragen zur Reduktion von Lärm und Erschütterungen bei.

Richard Wiesli: Wenn man Ja sagt zur Initiative, dann weiss man im Herbst, was es kostet und kann die Kosten mit der Doppelspur vergleichen.

Reto Altherr: Allein die Projektierung kostet eine halbe bis eine Million Franken. Bis die Finanzierung geklärt ist, geht es noch länger. Bis ein Projekt realisiert ist, fährt die Bahn entsprechend länger in der schlimmsten Variante durchs Dorf.

Die Abstimmung über den Projektierungskredit könnte noch diesen Herbst erfolgen.

Arthur Hitz: Bis ein Vorprojekt für einen Kurztunnel vorliegt, dauert es mindestens bis Ende 2018.

 

2103 Uhr: Pause

 

2052 Uhr: Jetzt ist Gemeinderätin Pascale Sigg an der Reihe.

Pascale Sigg berichtet über die Arbeit der Arbeitsgruppe Gestaltung Dorfzentrum, welche von ihr präsidiert wird.

Die rechtwinklige Anordnung der Parkplätze auf dem Dorfplatz werde beibehalten, die Parkierung werde sicherer, da der Abstand zur Strasse grösser werde durch die Verlegung des Trassees auf die Fahrbahn.

Der Wegfall des Zuges bei der Variante Kurztunnel bedeute noch nicht mehr Attraktivität, da die rund 5’500 Autos im Dorfkern blieben.

Sicherheit sei das oberste Credo. Durch den Kurztunnel werde die Sicherheit nur auf einer kurzen Strecke besser, im Bereich Spar werde eine unhaltbare Situation geschaffen, da die Bahn in Fahrt aus dem Tunnel komme. Der Spar werde darunter leiden. Alle sechs bis sieben Minuten werden die Schranken geschlossen sein. Die Schulwege würden unsicherer. Ein ganzes Gebiet, Schützenberg, Werdenweg, Hinterrain und Fadenrain würde abgeschottet und der Verkehr über Schleichwege via Gremm ins Dorf geführt.

Für sie sei der Bereich Spar der Killer für eine gute, zukunftsgerichtete Lösung.

Um Sicherheit geht es auch bei der anvisierten Verlängerung der Doppelspur Richtung Niederteufen, zugunsten der Schüler aus Niederteufen, der Fussgänger, der Velo und E-Bike-Fahrer.

2034 Uhr Nach Thomas Baumgartner folgt Urban Keller, Kantonsingenieur.

Kantonsingenieur Urban Keller blickt auf die verschiedenen Tunnel-Varianten zurück, die seit 2005 für die Ortsdurchfahrt geprüft wurden.

Der Bund übernimmt die Kosten für die Variante mit dem besten Kosten-/Nutzenverhältnis. Dass der Gemeinderat nicht Ja sagen könne für die Finanzierung der schlechtesten Variante, sei deshalb verständlich.

Er kommt auf den „Pferdefuss am Metzgerplatz“ sprich im Bereich ehemaliger Ochsen / Schützengarten zu sprechen. Wer für den Kurztunnel sei, sei für das Eisenbahnregime, da die Bahn in Fahrt aus dem Portal beim Spar fahre. Deshalb brauche es Barrieren und Sicherungsanlagen, im Gegensatz zur Strassenbahn, welche keine Sicherungsanlagen erfordert.

Zur Bahnhofkreuzung: Der Kreisel ermöglicht die Anbindung der Post sowie die Erschliessung der neuen Überbauung Gremm, was mit der heutigen Kreuzung nicht möglich wäre. Er könne nicht nachvollziehen, was an dem Kreisel so schlimm sein könne, sagt Urban Keller zur Kritik aus Kreisen des Initiativkomitees.

Fussgängerstreifen: Dies wird es auch bei der Tramlösung geben, wie dies auch in Zürich und anderen Städten der Fall ist.

Da viele heute auf das Handy statt auf die Fahrbahn blickten, sollen die entsprechenden Warnhinweise auf den Fussgängerstreifen aufgetragen werden (kein Witz!)

Für seinen launigen Vortrag erhält Urban Keller einen Sonderapplaus.

2020 Uhr: Thomas Baumgartner übernimmt von Fredy Brunner.

Der AB-Direktor informiert über den Stand der Planung bei der Doppelspur. Im Vordergrund steht jetzt die Anpassung an das neue Rollmaterial der Durchmesserlinie, das ab Ende 2018 durch Teufen fährt. Heute fahren 74 Züge durchs Dorf, mit der Modernisierung 104. Während der Hauptverkehrszeiten werde die Bahnhofkreuzung vier mal pro Stunde 76 Sekunden gesperrt, im Nebenverkehr 2 mal pro Stunde.

Baumgartner spricht auch die Unfallsituation an. Seit 2008 gab es im Dorfkern Teufen 7 Unfälle mit der Bahn. Im Zeitraum 2006 – 2016 gibt es keine polizeilich registrierten Fahrradunfälle, die auf Schienen zurückzuführen sind.

Grosser Nachteil der Tunnellösung ist die Vertiefung des Bahnhofs. Die AB investiere Millionen in komfortables Rollmaterial mit ebenerdigem Zustieg. Dieser Vorteil werde durch die Tieferlegung des Bahnhofs wieder aufgehoben.

 

2012 Uhr:

Nach Marianne Koller folgt VR-Präsident Fredy Brunner, alt Stadtrat SG.

Fredy Brunner: Die aktuelle Linienführung verletze verschiedenste Vorschriften und müsse zwingend saniert werden. Die Diskussion in Teufen mache ihm Sorgen. Der Kurztunnel sei die schlechteste Variante. Offenbar gehe es darum, die Doppelspur zu verhindern.

Trotz der polarisierenden Situation müsse man in Teufen nach dieser Abstimmung zu einer Lösung kommen, auch im übergeordneten Interesse.

 

2005 Uhr:

Nach Werner Hugelshofer folgt die Ende Monat abtretende Regierungsrätin Marianne Koller-Bohl, Baudirektorin und Volkswirtschaftsdirektorin.

Marianne Koller sagt, die Modernisierung der AB sei ein Quantensprung. Es gehe nicht nur um Teufen. Die AB stehe in der Pflicht, die Realisierung zeitgerecht umzusetzen.

Teufen könne seine Attraktivität mit modernen Haltestellen, einem besseren Fahrplan und dem neuen Rollmaterial steigern.

Der Verkehrskreisel beim Bahnhof sei unabhängig von der Variante erforderlich. Er sei die beste Variante.  Ende 2017 soll ein Vorprojekt für die Doppelspur vorliegen.

Marianne Koller: Kanton zahlt nichts an Kurztunnel

Die Initiative bringe für die Bahn keine Verbesserung, schaffe neue Probleme und bringe keine Lösungen, weshalb sie vom Regierungsrat abgelehnt werde. Die Realisierung werde nicht vor einem Zeitraum von 10 Jahren möglich. Es sei aus Sicht des Kantons nicht verantwortbar, dafür Gelder einzusetzen. Mehrkosten für den Kurztunnel, welche nicht vom Bund abgegolten würden,  seien deshalb alleine von der Gemeinde zu tragen, sagt Marianne Koller zum Schluss.

 

1951 Uhr:

Applaus für Reto Altherr. Jetzt erhält Werner Hugelshofer als Sprecher des Initiativkomitees das Wort.

Werner Hugelshofer warnt vor den Gefahren der Doppelspurlösung. Das Dorf werde durch die breiten Fahrbahnen aufgeweitet und werde zu einer Rennbahn. Die Pförtnerwirkung der Liegenschaften Reich und Elektro Nef entfalle. Ohne Bahn sei der Kreisel überflüssig.

Das Ortsbild bleibe intakt, weniger Verkehr bedeute mehr Attraktivität für Geschäfte und Passanten. Die Veranstaltungen könnten unkompliziert durchgeführt werden, ohne Bahnersatz.

Die Kosten von 24,8 Mio. Fr. seien kein Pappenstiel. Einige Positionen stünden aber nicht in direktem Zusammenhang mit dem Kurztunnel, sondern würden auch bei der Doppelspur anfallen.

„Wir sind ein Dorf und keine Vorstadt mit Strassenbahn!“

Um 1930

eröffnet Moderator Hanspeter Spörri die Versammlung, und überlässt Reto Altherr das Wort zur Begrüssung. Alle Plätze im Saal und auf der Empore sind besetzt, vereinzelt sitzen die Leute auf der Treppe.

Reto Altherr: Der Gemeinderat hat sich einstimmig gegen die Initiative ausgesprochen. Jedes Mitglied hat pro und contra für sich abgewogen.

Die Bauphase im Dorf werde sowohl bei der Doppelspur wie der Tunnellösung eine grosse Belastung bringen. Allein der Transport für Aushub sowie Beton würde einige tausend Lastwagenfahrten bedeuten. Für die Geschäfte werde für die Bauphase ein Provisorium im Zeughaus geprüft.

Aus Sicht des Gemeinderates wäre die Kurztunnelvariante die falsche Lösung, da sie gegenüber der Strassenbahn erhebliche Nachteile aufweist und zudem mit hohen Kosten verbunden ist.

Reto Altherr nimmt Stellung zu verschiedenen Aussagen der Initianten. U.a. dass der Dorfplatz nicht mehr gesperrt werden könne. Das sei falsch.

Dass Haltestellen Richtung Niederteufen auf die Fahrbahn zu liegen kämen, sei nur die halbe Wahrheit. Es würden momentan verschiedene Varianten geprüft. Der Gemeinderat erachte die Bereitschaft, das Trassee bis Niederteufen auf die Fahrbahn zu verlegen, um Platz für den Langsamverkehr zu schafffen, als prüfenswerte Option.

 

 

1915 Uhr

Der Saal ist bereits praktisch voll, nun füllt sich die Empore, und bei der Getränkeausgabe bildet sich eine lange Schlange.

 

 

1900 Uhr

Der Lindensaal beginnt sich bereits langsam zu füllen. Es hat Platz für 320 Besucherinnen und Besucher – 220 im Saal und 100 auf der Empore.

 

Um 1930 Uhr beginnt im Lindensaal die öffentliche Informationsveranstaltung der Gemeinde. Von Seiten des Gemeinderates referieren Gemeindepräsident Reto Altherr und Gemeinderätin Pascale Sigg-Bischof, Ressort Bau und Präsidentin der Arbeitsgruppe Gestaltung Dorfzentrum. Von Seiten des Kantons Regierungsrätin Marianne Koller und Kantonsingenieur Urban Keller, Chef des kantonalen Tiefbauamtes. Die Appenzeller Bahnen AG ist vertreten mit VR-Präsident Fredy Brunner, Direktor Thomas Baumgartner und Arthur Hitz, Gesamtprojektleiter Ortsdurchfahrt Teufen.

Das Initiativkomitee erhält ebenfalls die Möglichkeit, nochmals seine Positionen vorzustellen. Werner Hugelshofer wird als Sprecher die Initianten vertreten. Anschliessend folgt eine Fragerunde.

Die Informationsveranstaltung wird moderiert vom Teufner Journalisten Hanspeter Spörri.

 

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