"Es sind keine genügenden Entscheidungsgrundlagen vorhanden"

05.05.2017 | TPoscht online
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Die gut besuchte Orientierungsversammlung der Gemeinde vom 3. Mai ist bereits Geschichte. Sie hat Klarheit in verschiedenen Aspekten gebracht. Dennoch sind immer noch Fragen offen. Das Initiativkomitee Kurztunnel Teufen nimmt Stellung.

Was wissen nun die Stimmbürger/innen ?

Kanton, Gemeinde und Bahn wollen im Jahre 2018 einen Grosskreisel mit Lichtsignalsteuerung beim Bahnhof bauen. Ein Anschluss des Thürer-Parks an den Kreisel soll möglich sein. Kreisel funktionieren sehr gut, wenn es keine dichten Fussgängerverbindungen und keine Bahndurchfahrt hat. Eine T-Kreuzung sei keine Alternative. Die Planauflage für den Kreisel soll im Sommer 2017 erfolgen.

Der Bahnhof soll ein 3. Geleise erhalten im Jahr 2018, mit Fertigstellung im folgenden Jahr.

Die Bahn soll ab Fahrplanwechsel Ende 2018 während den Stosszeiten (Morgen, Mittag, Abend) im Viertelstundentakt verkehren.

Die Doppelspur soll in den Jahren 2020/2021 realisiert werden. Die Pläne für die Doppelspur sind im Herbst 2017 zu erwarten.

Für die Dorfgestaltung ist eine Arbeitsgruppe eingesetzt worden, die ihre Arbeit bereits aufgenommen hat. Die heutigen Parkierungsmöglichkeiten sollen weitgehend erhalten bleiben.

Die Kosten für den Kurztunnel werden mit 61.6 Mio. beziffert, für die Doppelspurlösung betragen sie Fr. 36.8 Mio. Die Differenz von Fr. 24.8 Mio. ist im Grundsatz durch die Gemeinde zu bezahlen. Alle Zahlen mit einer Kostengenauigkeit von +/- 30 %.

Sowohl der Gemeinderat als auch die Appenzeller Bahnen und der Kanton lehnen den Kurztunnel ab.

Rückblende Abstimmung 2015

Bei der Abstimmung über den Langtunnel im Januar 2015 wusste der Souverän, dass die Doppelspur beim Sanitär Fässler beginnt, dort eine Lichtsignalanlage installiert wird und, dass es beim Engpass Elektro Nef Probleme gibt ebenso wie beim Engpass zwischen „ehemals Spörri bis UBS“. Es gab Varianten mit und ohne Kreisel für die Bahnhofkreuzung. Die Kosten für die Doppelspur betrugen damals Fr. 26 Mio. und für den Langtunnel CHF 65 Mio. Die Gemeinde sollte Fr. 30 Mio. der Zusatzkosten tragen, was vor allem aus finanziellen Gründen abgelehnt wurde.

Als Option wurde eine Verlängerung der Doppelspur bis nach Niederteufen oder allenfalls Lustmühle angesprochen. Die Kosten für diese optionale Verlängerung wurden mit Fr. 60 Mio. geschätzt, zu bezahlen durch die Gemeinde Teufen.

Was wissen die Stimmbürger/innen auch heute nicht

Es ist nach wie vor unklar, wo die Doppelspur wirklich beginnt und wie sie ausgestaltet ist. Klar ist nur, dass sie im Bahnhof endet. Der Entscheid über die Lage der Haltestelle Stofel (seitlich oder in der Strasse) ist noch nicht gefällt. Dadurch sind auch die Kosten der Doppelspur nicht bekannt.

Für den Engpass Elektro Nef steht die Lösung nicht fest, für den Engpass „Spörri bis UBS“ zeichnen sich Lösungsansätze ab, Klarheit herrscht auch hier nicht. Ein Entscheid über die Einmündung der Unterrainstrasse Ost in die Schützenbergstrasse/Hauptstrasse ist nicht bekannt. Auch hier fallen erhebliche Kosten an. Diese sind in den vorliegenden Berechnungen nicht oder nur ungenügend enthalten.

Es ist davon auszugehen, dass wesentliche Teile der Werkleitungen (Wasser, Abwasser, SAK etc.), die sich im Zentrum in der Hauptstrasse befinden, verlegt oder ersetzt werden müssen. Die anfallenden Kosten sind nicht bekannt.

Die Dorfgestaltung ist erst in Erarbeitung. Wie und in welcher Art das Zentrum verändert wird, ist offen. Ob ein Parkhaus für allenfalls wegfallende Parkplätze gebaut werden muss, ist noch nicht bekannt. Erst in der Detailplanung sind wohl Aussagen dazu zu erwarten, die auch Aufschluss über die zu erwartenden Kosten geben. Erste Hinweise finden sich in der Investitionsplanung der Gemeinde.

Der Gemeindeanteil für die Strassenbaukosten mit Sanierung der Hangbrücke und an die Doppelspur ist nicht bekannt. Generell fehlt eine umfassende Aussage über die Gesamtkosten für die Gemeinde.

Zusammenfassung

Es sind keine genügenden Entscheidungsgrundlagen vorhanden. Mit einem JA zur Kurztunnellösung kann eine umfassende Projektierung ausgelöst werden, die zwar etwa ½ Mio. Franken kosten dürfte, dafür aber einen seriösen Entscheid ermöglicht.

 

Initiativkomitee Kurztunnel Teufen

 

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