
«Das Thema Littering ist gewissermassen ein ‘Dauerbrenner’ bei uns, wir sind mehr oder weniger täglich mit diesem Thema konfrontiert.» Das sagt Alfred Höhener, Leiter des Bauamtes. Er und sein Team sind es, die nach Wochenenden und langen Nächten die Unordnung wegräumen. Sie sorgen dafür, dass öffentliche Plätze wie Feuer- und Badestellen oder Schulhausareale wieder ordentlich und aufgeräumt sind. Aber nicht nur gemütliche Plätze sind betroffen. Ein Grossteil des Litterings findet entlang der Hauptverkehrsachsen statt. Autofahrende werfen ihre Abfälle einfach aus dem Auto. Die Gemeinde-Mitarbeitenden finden am Strassenrand alles Mögliche: Papiertaschentücher, Getränkeflaschen und -dosen, Schuhe und in letzter Zeit immer häufiger Abfälle von Fastfoodketten. Auch Zigarettenstummel und Snooze-Beutelchen sammeln die Mitarbeitenden des Bauamtes viele ein. «Beides ist zwar klein, verursacht aber in der Umwelt eine langanhaltende Verschmutzung.» Der «Littering-Hotspot» ist gemäss Alfred Höhener klar die Teufenerstrasse vom Sonnenrank in Niederteufen bis zum Parkplatz Watt. «Entlang der Gemeindestrassen ist deutlich weniger Abfall anzutreffen», fügt Alfred Höhener dem an.
Littering nimmt tendenziell zu
In der Tendenz nimmt die Häufigkeit von Littering gemäss Alfred Höhener leicht zu. Dem Wetter und Abkühlungsbedürfnis entsprechend fand das Bauamt diesen Sommer beim Badeplatz Strom und auf dem Weg dorthin mehr Abfall als sonst vor. «Dort wird seit Jahren sehr viel Müll abgestellt. Bei der Zufahrtsstrasse zu Gmünden zuletzt vermehrt auch Liegestühle, Decken und mit Essensresten gefüllte Tragtaschen.» Der Leiter Bauamt findet klare Worte für dieses Verhalten: «Ich finde es rücksichtslos. Nicht nur deswegen, weil offenbar davon ausgegangen wird, dass die Abfälle dann schon jemand aufräumt. Den Verursachern ist es entweder gleichgültig oder nicht bewusst, dass sich Wildtiere an den abgestellten Säcken zu schaffen machen, sich dabei Verletzungen zuziehen können und die Abfälle wiederum verteilt werden, was auch für die Landwirtschaft und deren Nutztiere sehr gefährlich werden kann.» Ebenfalls häufig liegengelassene Gegenstände sind Hundekotbeutel. Diese werden irgendwo im Wald oder bei Spazierwegen abgestellt und nicht mitgenommen.
Bei der Zufahrtsstrasse zu Gmünden wurden zuletzt vermehrt auch Liegestühle, Decken und mit Essensresten gefüllte Tragtaschen abgestellt.
Mehr illegale Entsorgungen bei Sammelstellen
Auch bei den Abfallsammelstellen kommt es immer wieder zu illegalen Entsorgungen. Teilweise werden ganze Möbel oder Polstergruppen dort abgestellt. Zudem sind nicht frankierte Kehrichtsäcke in den Unterflurbehältern ein Thema, mit welchem sich die Gemeindemitarbeitenden regelmässig beschäftigen müssen. Entdeckt werden diese durch die Firma Thoma, welche die Behälter entleert. Sie meldet die illegal eingeworfenen Säcke dann auch der Gemeinde. Das Bauamt sammelt diese anschliessend ein und versucht, die Herkunft des Kehrichts zu eruieren. Sie zeigt Verursacher nach Möglichkeit bei der Polizei an. Kehrichtsäcke werden aber nicht nur bei den Sammelstellen falsch entsorgt. Auch am Strassenrand oder teilweise in Wäldern sind immer wieder Säcke voll Abfall zu finden. Das kann schwerwiegende Folgen für Wildtiere haben.
Infoschilder und Appell an die Vernunft
Allzu viel unternehmen kann die Gemeinde bei Littering nicht. Das Bauamt räumt Abfall konstant und so schnell wie möglich weg. Denn die Erfahrung zeigt, dass es noch schneller zu Littering kommt, wenn bereits Abfälle rumliegen. «Da wird die Hemmschwelle deutlich kleiner.» Zudem versucht die Gemeinde durch das Anbringen von Infoschildern, auf Missstände aufmerksam zu machen. Wird Littering beobachtet, sprechen Alfred Höhener und seine Mitarbeitenden diese Personen auch an. Wenn nötig, werden sie zur Anzeige gebracht. Alfred Höhener dazu: «Hier möchte ich dringend an die Vernunft und die Eigenverantwortung appellieren, dass jeder seine Abfälle wieder mitnimmt und entsprechend entsorgt. So werden uns nicht nur viel unnötiger Aufwand und Kosten erspart, sondern auch dem Wohl der Tier- und Umwelt Rechnung getragen.»
Wie wird Littering bestraft?
Seit dem 1. August 2026 gelten für Littering national einheitliche Bussen. Zuvor gab es kantonal unterschiedliche Regelungen. Ordnungsbussen sind vergleichbar mir Parkbussen. Sie werden ohne Verfahren verhängt. Wer also beim Littering erwischt wird, kann auf der Stelle gebüsst werden. Die Strafe gilt es dann sofort oder innert 30 Tagen zu bezahlen. Wie hoch die Bussen sind? Wer zum Beispiel einen Zigarettenstummel, eine Dose oder einen Kaugummi wegwirft, muss mit einer Ordnungsbusse von 80 Franken rechnen. Wer mehrere solche Kleinabfälle nicht korrekt entsorgt, zahlt 100 Franken. Grössere Siedlungsabfälle kosten 150 bis 250 Franken, je nach Volumen.

