


Allzu weit müssen die Stahlrohre nicht in den Boden getrieben werden. Am tiefsten wird das Bohrloch bei der Bündtstrasse – rund 49 Meter. «Wir folgen mit den Sondierungsbohrungen dem Verlauf des Tunnels», erklärt Ingenieursgeologe Mario Gygax von der FS Geotechnik AG. Er ist als Subplaner der Ingenieursgemeinschaft «Unter Teufen» zuständig für die geologische Untergrunduntersuchung. Wie tief es dafür runter geht, hängt aber nicht nur mit der Tunnelführung, sondern auch mit der Topografie zusammen. Steigt das Gelände wie bei der Bündtstrasse steil an, muss natürlich auch tiefer gebohrt werden. Noch steht das Bohrgerät der Paler Spezialtiefbau AG aber an der Hauptstrasse – kurz vor der Haltestelle Stofel. Diese Firma führt die nötigen Bohrungen durch. Gestartet wurde vor einer Woche. «Wir können noch nicht genau sagen, wie lange die Arbeiten dauern werden. Sicher aber mehrere Wochen», erklärt Mario Gygax. Geplant sind zwölf Sondierungsbohrungen. Aus den gewonnenen Bohrkernen werden diverse Gesteinsproben entnommen. «Das Material kommt anschliessend ins Labor.» So sollen wichtige Informationen für die weitere Planung gewonnen werden. Dabei geht es nicht nur um die Gesteinsart. Sondern auch um Festigkeit, chemische Zusammensetzung, Homogenität und Wasserdurchlässigkeit.
Genauer geht immer
«Wir erwarten vor allem Sandstein, Mergel und Siltstein», sagt Mario Gygax. Einerseits, weil diese Gesteinsarten in diesem Gebiet üblich sind. Und andererseits, weil ihm bereits einige Informationen von früheren geologischen Untersuchungen vorliegen. «In diesem Fall ist das Ziel, dank bestehender und neu gewonnener Daten ein möglichst vollständiges Bild zu erarbeiten.» Dafür sind nebst den zwölf Sondierungsbohrungen auch noch andere Untersuchungen nötig: neun Ramm- und acht Druck-Sondierungen. Mithilfe dieser Methoden lassen sich beispielsweise die Dichte des Untergrunds und die Lage der Felsoberfläche ermitteln. Während einiger Sondierungsbohrungen werden zudem Pumpversuche durchgeführt. So können die Geologen Daten über die Durchlässigkeit des Untergrunds bzw. der Gesteinsschichten gewinnen.
All diese Informationen werden später zu einem geologischen Gesamtbild zusammengefügt. Auf dieser Grundlage planen die Tunnelingenieure die baulichen Sicherungsmassnahmen des Tunnels sowie die am besten geeignete Vortriebsart. Beim Thema Sicherungsmassnahmen sind unter anderem die dominierenden Gesteinsarten wichtig. Sind diese eher weich, braucht es tendenziell mehr davon. Klar ist: Heute kann Mario Gygax noch keine definitive Aussage über die geologischen Voraussetzungen machen. Nur so viel. «Es ist kaum möglich, dass wir etwas finden, das den Bau eines Tunnels komplett verunmöglicht. Technisch ist heute fast alles machbar. Aber natürlich mit unterschiedlichem Aufwand.»
Wie weiter?
Die geologischen Untersuchungen sind ein wichtiger Meilenstein in der Erarbeitung des abstimmungsreifen Tunnelprojekts. Gleichzeitig laufen die Detailplanung und das Finanzengineering – also die Klärung einer möglichen Finanzierung. Die nächste öffentliche Infoveranstaltung der Gemeinde soll im zweiten Semester 2026 stattfinden. Dabei geht es dann unter anderem um die zu erwartenden Kosten. Die Abstimmung darüber, ob die Teufner Bevölkerung bereit ist, die Mehrkosten für den Tunnelbau zu tragen, folgt dann Ende 2026 oder Anfang 2027.