Myriam Schaufelberger


Bei seiner Begrüssung freute sich Alfred Mettler, Präsident ad interim, über die rege Teilnahme, und bat gleich um Applaus für alle, die bei der Spitex mitarbeiten und mithelfen. Im Namen des Gemeinderates Gais begrüsste auch Katja Pantaleo die Anwesenden und betonte wie wichtig die Arbeit und die Weiterentwicklung der Spitex sei. Für ihr Engagement, damit Menschen lange eigenständig leben könnten, gebühre ihnen grosser Dank.
Schwieriges Jahr
Das Protokoll wurde einstimmig angenommen, ebenso der Jahresbericht, der auf der Homepage aufgeschaltet ist. Dann blickte Alfred Mettler mit sehr persönlichen Worten auf das vergangene Jahr zurück, in der sie nach der Trennung von der Geschäftsleitung einiges aufzuarbeiten hatten. Doch sei nicht wichtig, wo man arbeite, sondern mit wem, stellte er fest. So hätten sie in toller und engagierter Zusammenarbeit zur Neuorientierung neue Strukturen geschaffen, per 1. Juli haben dann Jeannine Walser und Anny Bleiker die Co-Geschäftsleitung übernommen. Er selbst, bisher Vize-Präsident, wurde zum Präsidenten ad interim ernannt. Dabei hätten sie erfahren, was es heisst, Verantwortung zu tragen, ein wichtiges Gut, betonte Mettler. Denn sie haben viele grosse Entscheidungen treffen müssen, aber auch viele positive Erfahrungen machen dürfen in guter Zusammenarbeit, in der alle am selben Strick ziehen. Doch das wertvollste Gut seien die Mitglieder, die Mitarbeitenden und als finanzielle Unterstützung auch für die Neuordnung die Gönner, Spenden und Legate. Denn nach einem Workshop sei für sie klar geworden: Die Spitex Rotbachtal geht eigenständig in die Zukunft, für gewisse Dienstleistungen in Zusammenarbeit mit anderen, grösseren Spitex-Organisationen.
Auch Co-Geschäftsleiterin Jeannine Walser blickte auf das vergangene Jahr zurück, geprägt von starken Veränderungen und Zusammenhalt. Rückblickend könnten sie sich kaum vorstellen wie, doch sie hätten es geschafft, meinte sie erleichtert. Die Trennung vom Geschäftsführer habe alle gefordert, es habe Zeiten gegeben, als sie nicht gewusst hätten, wie es weitergeht. Doch das habe sie zusammengeschweisst, ohne Teamgeist und gegenseitige Unterstützung wäre dies nicht zu meistern gewesen.
Verbesserte Angebote und Entlastung
Als Spitex Rotbachtal seien sie in der Region verwurzelt und hätten ein klares Ziel, betonte Walser. Sie wollten weiterhin klein und nahbar bleiben, nicht alles anbieten, dafür in hoher Qualität, es zähle die persönliche Nähe und ein vertrauensvolles Verhältnis. Sie seien nun wieder den ganzen Tag telefonisch erreichbar, und dank der Zusammenarbeit mit Spitex Appenzellerland seien die Kundinnen und Kunden rund um die Uhr gut versorgt. Auch die Digitalisierung wollen sie vorantreiben. Und mit «Spitex Plus» profitierten dank Unterstützung der Hermine-Sturzenegger-Stiftung die Kundinnen und Kundenrmit Ergänzungsleistungen oder Prämienverbilligungen von günstigen Tarifen für Betreuungsleistungen.
Gemeinsam haben sie den Kurs weiterentwickelt, die Strukturen klar geregelt, ein wichtiger Schritt war der Beitritt zum Ausbildungsverbund, um die nächste Generation für diesen wertvollen Beruf zu begeistern. Mit einem grossen Dank schloss Jeannine Walser, an die Hermine Sturzenegger Stiftung, die Gemeinden und Mitarbeitenden, und vor allem dem Team, denn ohne den guten Zusammenhalt wäre vieles nicht vorstellbar.
Beeindruckende Zahlen
Einen Einblick in die grosse Arbeit gab dann Anny Bleiker, erläuterte die Zahlen aus dem Geschäftsbericht in Diagrammen, die eindrücklich aufzeigten, wie viel Arbeit und Aufwand dahintersteckt. Total 44’748 Arbeitsstunden wurden über das Jahr geleistet, fast 9500 Mahlzeiten ausgeliefert, und insgesamt waren es über 43’000 Besuche bei Kundinnen und Kunden, um nur einige Zahlen zu nennen, die die Spitex Rotbachtal mit Pflegeleistungen, Mahlzeitendienst und Hauswirtschaft leistet.
Der Jahresbericht wurde einstimmig von den Anwesenden genehmigt, ein Bericht über ein schwieriges Jahr, das sie dank der Unterstützung von allen geschafft hätten, meinte Anny Bleiker dankbar. Positiv präsentierte sich trotz allem auch die Jahresrechnung, die um 73’550 Franken besser als budgetiert mit einem Minus von 95’949 Franken abschloss, wovon rund 60’000 Franken dem Schwankungsfonds und der Rest dem Eigenkapital belastet werden. Der Aufwand war rund 25 Prozent höher als im Vorjahr, wobei den grössten Anteil die Personalkosten ausmachten, dazu der Mahlzeitendienst und Fahrzeugaufwand, der Mehrertrag betrug rund 80’000 Franken mehr als im Vorjahr. Jahresrechnung und Revisorenbericht wurden einstimmig genehmigt und der Vorstand mit grossem Applaus entlastet.
Ebenfalls mit grossem Applaus wurde dann Alfred Mettler, Präsident ad interim zum Präsidenten gewählt, einstimmig wurden die Mitgliederbeiträge genehmigt, Anträge erfolgten keine.
Ehrungen und Aufruf zu Unterstützung
Die Spitex Rotbachtal kann auf viele treue Mitglieder zählen, die sich im Dienste der Kundinnen und Kunden einsetzen. Geehrt wurden für 20 Jahre Renata Fitze, diplomierte Pflegefachfrau HF, für zehn Jahre Jeannine Walser, Co-Geschäftsleiterin und Edi Kriemler, Mahlzeitenfahrer, wie auch Margaretha Enz-Eisenhut und Wolfgang Tannheimer für fünf Jahre.
Doch erinnerte Jeannine Walser auch daran, dass von den vielen langjährigen Helferinnen und Helfern einige altershalber aufhörten, so seien Mahlzeitenfahrerinnen und -fahrer gesucht und sie seien froh um Unterstützung. Gesucht werde auch ein Einwohnervertreter aus Bühler, ergänzte Alfred Mettler und rief dazu auf, sich zu melden.
Danach ging es über zum gemütlichen Teil mit einem reichhaltigen Apéro und anregenden Gesprächen, und einige nutzten auch die Gelegenheit, sich kostenlos die Vitalwerte messen zu lassen. Zum Ausklang des nun öffentlichen Anlasses begeisterte Zauberer Marcini mit seinen Tricks, bei denen er das Publikum immer wieder miteinbezog. Zuweilen holte er auch Leute auf die Bühne und sorgte witzig und galant mit seinen Zauberkunststücken für Staunen und viel Erheiterung.


