Mehr Einbrüche?

08.04.2026 | Timo Züst

In den Polizeimeldungen ist jeweils von einer «unbekannten Täterschaft», von «entwendetem Bargeld» oder «Schmuck und Wertgegenständen» die Rede. Und immer auch von einem «verursachten Schaden» von mehreren Hundert oder Tausend Franken. Das gilt auch für die Meldungen zu dem Einbruch in ein Einfamilienhaus in Niederteufen Anfang März und jener zum Einbruch in die Bibliothek vor Ostern. Heute erreichte die TP-Redaktion bereits die nächste: Auch in die Bibliothek Bühler wurde über Ostern eingebrochen (siehe Kasten). Ist das bloss ein kurzfristiger Trend? Die TP hat die Statistik konsultiert und die Polizei gefragt.

Vor Ostern wurde in die Bibliothek Teufen eingebrochen. Foto: Nerina Keller

Die gute Nachricht gleich vorneweg: Im Fünfjahresvergleich nehmen die Einbruchdiebstähle in Ausserhoden nicht per se zu – mindestens nicht laut Kriminalstatistik. Allerdings sind die Zahlen sehr volatil. So gibt es immer wieder Ausreisser wie das Jahr 2023. Damals wurden im Kanton 140 Einbruchdiebstähle verzeichnet. «Eine ähnlich hohe Zahl an Einbruchdiebstählen wurde letztmals im Jahr 2012 (142 Fälle) registriert», schreibt die Medienstelle der Kantonspolizei auf Anfrage. Solche Anstiege ortet die Polizei vor allem bei Einbruch-Serien ein. Aber: «Solche Serien werden in der Statistik nicht abgebildet.» In den Jahren 2021 (61), 2022 (68), 2024 (81) und 2025 (79) gab es in Ausserrhoden wohl also keine grossen Einbruchserien. Und was ist mit Teufen? Wie oft wird hier eingestiegen?

Einbruch in Bibliothek

In der Zeit von Donnerstag, 2. April bis Dienstag, 7. April, wurde in Bühler in die Gemeindebibliothek eingebrochen. Die unbekannte Täterschaft entwendete Bargeld und verursachte Sachschaden. Das schreibt die Kantonspolizei in einer Medienmitteilung.

Am Dienstag, 7. April ging bei der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden die Meldung ein, dass in Bühler in die Gemeindebibliothek eingebrochen wurde. Eine unbekannte Täterschaft brach ein Fenster zu den Räumlichkeiten der Bibliothek auf. In der Folge wurden die Räumlichkeiten nach Wertgegenständen durchsucht. Die Täterschaft entwendete Bargeld und verursachte Sachschaden von mehreren Tausend Franken. Zwecks Spurensicherung wurde der Kriminaltechnische Dienst der Kantonspolizei Appenzell Ausserrhoden beigezogen. kpar

Dieser Frage schiebt die Kantonspolizei ziemlich konsequent den Riegel vor: «Ergänzend zu den Zahlen der Kriminalstatistik werden keine weiteren Zahlen kommuniziert.» Da die Einbruchdiebstähle in der Kriminalstatistik nicht nach Ortschaft bzw. Gemeinden aufgeschlüsselt werden, bleibt also nur die subjektive Wahrnehmung, die stark von den offiziell vermeldeten Einbrüchen beeinflusst wird. Dazu gehören der Einbruch in ein Einfamilienhaus in Niederteufen Anfang März und derjenige in die Bibliothek vor Ostern. Solche Meldungen verunsichern. Hat die Polizei Ratschläge zur Verhinderung eines Einbruchs parat? «Diesbezüglich verweisen wir auf die Merkblätter der Schweizerischen Kriminalprävention (SKP). Als Beispiel können wir unter anderem folgende Merkblätter empfehlen: «Riegel vor (SKP)» sowie «Gegen Einbruch kann man sich schützen» (sicheres-wohnen-schweiz.ch).

Immerhin: Bei den Straftaten nach StGB und den Verstössen gegen das Betäubungsmittelgesetz (BetmG) kennt die Statistik eine Auflistung nach Gemeinden. Schaut man sich diese an, fällt bei Teufen vor allem der massive Rückgang auf. Im Jahr 2020 waren hier noch 247 Straftaten bzw. 35 Verstösse gegen das BetmG registriert worden. Im Jahr 2022 sogar 268 bzw. 9. Seit da nehmen insbesondere die Straftaten stark ab – 2025 wurden noch 167 registriert (+14 BetmG-Verstösse). Damit folgt Teufen dem kantonalen StGB-Trend, der nach den Corona-Jahren wieder rückgängig ist.

Anders sieht es bei der digitalen Kriminalität im Kanton aus: Diese nimmt seit dem Beginn der Erhebung im Jahr 2020 stetig zu (+351% insgesamt). Im Jahr 2025 wurden 453 Fälle von digitaler Kriminalität im Kanton registriert. Ein Rekord. Dazu gehören Tatbestände wie die «Unbefugte Datenbeschaffung», «Betrug», «Erpressung», «Beschimpfung», «Pornografie» oder «Geldwäscherei». Der Mammutanteil der digitalen Straftaten – nämlich 90.3 % oder 403 Fälle – gehören laut Statistik in den Bereich der Cyber-Wirtschaftskriminalität. 8.2 Prozent oder 37 Fälle werden dem Bereich Sexualdelikte zugeordnet. Wie viel dieser digitalen Kriminalität auf Teufen zurückzuführen ist, wird seitens Kantonspolizei nicht kommuniziert.

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