Baradies: Lesung mit Stefan Keller
Stefan Keller, geb. 1958, aufgewachsen im Thurgau, studierte in Konstanz und Berlin, lebte danach in Ravensburg und Zürich, heute zum Teil auch im Kanton Jura. Von 1988 bis 2020 Redaktor der Wochenzeitung WOZ. Er ist Autor von historischen Reportagen und Kolumnen, die oft auch als Bücher erscheinen.
Keller sucht die grosse Geschichte im Kleinen. Er berichtet von Flüchtlingen, Verfolgten, von Arbeiterinnen, Arbeitern, gewöhnlichen Leuten aus einer Perspektive von unten. Bekannt wurde er zuerst mit dem Buch über «Maria Theresia Wilhelm, spurlos verschwunden» einer Frauen- und Psychiatriegeschichte unter Bergbauern im Bezirk Werdenberg. Sein zweites Buch «Grüningers Fall» führte zur Rehabilitierung des St. Galler Flüchtlingsretters Paul Grüninger, die Geschichte ging um die Welt. Es folgten Reportagen in Buchform über Joseph Spring, der als Sechzehnjähriger von Schweizer Grenzwächtern der Gestapo ausgeliefert wurde, Auschwitz überlebte und mehr als fünfzig Jahre später zurückkam, um die Schweiz zu verklagen. Er schrieb ein Buch über das rote Arbon, die Arbeitenden der Firma Saurer und ein anderes über die «Weltgeschichte der Arbeit» in der Ostschweizer Industrie.
Seit 2013 verfasst er monatlich eine Kolumne mit dem Titel «Kellers Geschichten» fürs St. Galler Kulturmagazin «Saiten». In Teufen liest Stefan Keller aus diesen Kolumnen und Ausschnitte aus seinen übrigen Werken.